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KLM-Chef Pieter Elbers Air France sucht nach einem Chef – ein Holländer könnte es werden

Während Frankreichs größte Airline im Streik versinkt, führt Pieter Elbers die niederländische Tochter erfolgreich – wäre er der geeignete Chef?
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Seit 25 Jahren ist der Niederländer bereits bei KLM tätig. Quelle: Bloomberg
Pieter Elbers

Seit 25 Jahren ist der Niederländer bereits bei KLM tätig.

(Foto: Bloomberg)

ParisSeit drei Monaten sucht die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM einen Nachfolger für den zurückgetretenen Chef Jean-Marc Janaillac. Die Entscheidung könnte dem Board leichtfallen. Mit dem 48-jährigen Pieter Elbers hat die Gruppe ein Talent, das seit fast vier Jahren den niederländischen Arm erfolgreich führt. So erfolgreich, dass KLM heute profitabler ist als die wesentlich größere Air France.

Elbers arbeitet seit 25 Jahren bei KLM, kennt deren Geschäft wie auch das der ganzen binationalen Gruppe. In einer anonymen Befragung der Arbeitnehmer großer niederländischer Unternehmen wurde er zum „besten Chef 2018“ gewählt. Der von Konflikten zerrissenen Air France täte er gut.

Im ersten Halbjahr hat ein Streik die Gesellschaft 360 Millionen Euro gekostet und fast den ganzen Gewinn aufgezehrt. Für September haben die Gewerkschaften den nächsten Ausstand angekündigt. Die radikale Führung der Arbeitnehmer erklärt nicht alles. Es gibt ein verbreitetes Misstrauen gegen die als selbstherrlich empfundene Air-France-Führung. „Die leben in einer Parallelwelt“, sagt eine AF-KLM-Angestellte.

Der französisch dominierte Board suchte zunächst nach dem üblichen Muster nach einem Janaillac-Nachfolger: Es sollte ein Franzose sein und ein Absolvent einer Eliteschule wie der ENA.

Mit dem Veolia-Finanzchef Philippe Capron fand der Board einen Manager, der von Airlines zwar nicht viel versteht, der aber die ENA abgeschlossen hat. Die Indiskretion über seine Auswahl löste einen Aufschrei der Empörung in der Belegschaft aus. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire gab zu verstehen, der Staat als Anteilseigner ziehe jemanden mit einschlägiger Erfahrung vor.

Das wäre Elbers. Die Mehrheit des Vorstands soll ihn unterstützen. Doch bislang sitzt er nur neben AF-KLM-Finanzchef Frédéric Gagey und Air-France-Chef Franck Terner in der dreiköpfigen Übergangsführung und wartet auf die Entscheidung des Boards. Kann ein Nicht-Franzose CEO von Frankreichs größter Airline werden?

„Nichts in den Statuten spricht dagegen, aber ich werde mich nicht in die Beschlussfassung des Boards einmischen“, sagte er am Mittwoch dem Handelsblatt. Die Frage, wie der soziale Konflikt gelöst werde, sei entscheidend. Doch „das Triumvirat sitzt nicht einfach herum und legt die Hände in den Schoß, wir haben uns um neue Partnerschaften und digitale Initiativen bemüht“.

Elbers ist das Gegenteil eines elitären Managers. Bei KLM duzen ihn die Mitarbeiter, sprechen ihn mit „Pieter“ an. Während Terner und Gagey sich stets darauf zurückziehen, man müsse die neue Führung abwarten, sagt der Niederländer: „Wir sind vom Board gebeten worden, das Unternehmen in der Zwischenzeit zu führen, und das tun wir.“

Der KLM-Chef repräsentiert die niederländische Kultur kooperativer Arbeitsbeziehungen. Gewerkschaften und Management arbeiten Hand in Hand, die Lösung von Konflikten scheitert nicht an grenzenlosem Misstrauen wie bei Air France.

Anders als im Vorstand hat im Board derzeit wohl Emirates-Vize Thierry Antinori die besseren Chancen auf die Ernennung zum CEO. Er hat bei Lufthansa und Air France gearbeitet und weist einen Vorteil gegenüber Elbers auf: Er ist Franzose.

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