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Köln-Düsseldorfer Reederei Übernahme der KD-Rheinschifffahrt zahlt sich für Investoren aus

Die auf Tagestouren spezialisierte Reederei entwickelt sich unter den neuen Eigentümern prächtiger als erwartet. Diese stecken viel Geld in die Expansion.
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Für 2019 soll es mit den Erlösen um weitere 8,3 Prozent nach oben gehen, und das mit nunmehr 13 Schiffen. Quelle: dpa
Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt

Für 2019 soll es mit den Erlösen um weitere 8,3 Prozent nach oben gehen, und das mit nunmehr 13 Schiffen.

(Foto: dpa)

KölnDie Übernahme der jahrelang verlustreichen KD Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt zahlt sich für die Privatinvestoren um Robert Straubhaar kurz nach dem Erwerb bereits größtenteils aus: Ganze 5,6 Millionen Euro hatte der ehemalige KD-Manager gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Valerio Lucchini im Oktober 2016 auf den Tisch gelegt, um 97,32 Prozent der Anteile an der weißen Rheinflotte aus den Händen der Münchener Fondsgesellschaft Premicom zu erhalten.

Im April 2017 sicherte er sich über einen Squeeze-out die restlichen Aktien, wodurch die seit 1832 andauernde Börsennotierung – die damals älteste in Deutschland – ein Ende fand.

Doch die auf Tagestouren spezialisierte Reederei, die 2015 und 2016 zusammen noch einen Verlust von zwei Millionen Euro einfuhr, entwickelt sich unter den neuen Eigentümern prächtiger als erwartet. Schon 2017 verbuchte KD einen Jahresgewinn von einer Million Euro, 2018 folgten weitere 1,2 Millionen, wie Geschäftsführer Achim Schloemer jetzt bekanntgab. „Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir sogar mit einem Gewinnanstieg auf 1,4 Millionen Euro“, sagte er am Mittwoch.

Geht die Prognose auf, werden Straubhaar und Lucchini ihren Kaufpreis schon nach drei Jahren zu zwei Dritteln über den Gewinn wieder hereingeholt haben. Auf Ausschüttungen verzichten sie dennoch. Die Einnahmen stecken die Investoren, die ihre Beteiligungen über zwei Schweizer Aktiengesellschaften halten, stattdessen in die massive Expansion.

Schon 2018 flossen 8,2 Millionen Euro in den Reedereibetrieb. Allein drei Millionen davon gingen in den Erwerb und den Umbau der „MS Warsteiner“, die seither unter dem Namen „MS Rheinpoesie“ von Düsseldorf aus startet. Die altersschwache „MS Heinrich Heine“ ersetzte KD in Düsseldorf durch die größere, neu hinzugekaufte „MS Rheinkrone“.

Weitere 5,4 Millionen Euro sind für dieses Jahr vorgesehen. So ging vor einer Woche mit der neu erworbenen „MS Moselprinz“ in Cochem der nächste Rundreise-Dampfer in Betrieb. Für drei Millionen Euro lässt KD zudem ein Eventschiff für 1000 Passagiere bauen, das im Mai 2020 in Dienst gestellt werden soll.

Dass der Umsatz schon 2018 um 11,9 Prozent auf 31,2 Millionen Euro stieg, obwohl das Niedrigwasser im Rhein und seinen Nebenflüssen viele Schiffe am Auslaufen hinderte, hat KD zudem seiner Expansion an Land zu verdanken. Mit zahlreichen neuen Landebrücken und Landstrom-Anlagen, die der Reederei-Konzern auch Wettbewerbern vermietet, besserte KD das Jahresergebnis kräftig auf. Für 2019 soll es mit den Erlösen um weitere 8,3 Prozent nach oben gehen, und das mit nunmehr 13 Schiffen.

Auch das Ausflugsprogramm hat Schloemer kräftig aufpoliert. Wo einst Kartoffelsalat mit Bockwurst an die Schiffsgäste verteilt wurde, lockt KD heute mit Dinnerfahrten und Sterneköchen wie Holger Berens oder Philipp Wolter. Hinzu kommen Events wie 80er-Jahre-Partys, Poetry Slams oder der „Happy Father‘s Day“ zum Vatertag.

Dennoch überrascht die überaus rasche Ertragswende bei KD. Schließlich hatten sich seit 1983 nacheinander ein Konsortium aus Sparkasse Düsseldorf, Sal. Oppenheim und der Sektfirma Henkell und zehn Jahre später die WestLB vergeblich um eine Sanierung bemüht. Im Jahr 2000 ging die Flusskreuzfahrt-Sparte per Notverkauf an den Wettbewerber Viking, womit KD nur noch das wenig rentable Tagesausflugs-Geschäft blieb.

Schiffstouristik-Experten wie Helge Grammerstorf vermuten, dass es vor allem Synergieeffekte sind, die nun das Ertragswachstum beflügeln. „Je größer die Flotte wird, desto günstiger entwickeln sich die Einkaufspreise zum Beispiel für Schiffsdiesel oder Schmierstoffe“, berichtet er. „Auch mit den Versicherern lässt sich mit wachsender Größe besser verhandeln.“

Zudem verweist der Hamburger Berater darauf, dass neuere Schiffe deutlich günstiger im Betrieb sind – insbesondere durch optimierte Schiffsrümpfe und effizientere Maschinen. „Hier kann eine Reederei sparen und noch etwas für die Umwelt tun“, sagt er, „ohne ihr Erscheinungsbild nach außen zu verändern.“

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