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Kölner Sportausrüster Wie das Kölner Start-up Ryzon mit Triathlon die Welt erobern will

Mit ihrem Label Ryzon kleiden drei Kölner ambitionierte Triathleten ein. Ihr Ziel: eine große Sportmarke werden. Ein Ironman-Sieger hilft dabei.
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Mario Konrad, Fabian Jung und Markus Konrad. Quelle: Ryzon
Sportbegeisterte Gründer

Mario Konrad, Fabian Jung und Markus Konrad.

München Keine Kompromisse. Wenn sie bei Ryzon einen neuen Triathlon-Anzug entwerfen, eine neue Radhose oder ein neues Laufshirt, dann achtet das Team auf jedes Detail: Auf Teflon beschichtete Fasern, auf einen aerodynamischen Schnitt, auf geklebte Nähte – aber erst einmal nicht auf den Preis.

„Bis zu einer gewissen Grenze versuchen wir immer, das Optimale herauszuholen“, erläutert Mario Konrad, 39, einer der drei Gründer des jungen Kölner Sportbekleidungslabels.

So kommt es, dass der günstigste Rennanzug für Triathleten von Ryzon satte 249 Euro kostet, das Spitzenmodell sogar noch 100 Euro mehr. Das Beste ist dem Start-up gerade gut genug, um sich unter den anspruchsvollen Ausdauersportlern durchzusetzen. Das alles soll aber nur der Anfang sein: „Vom Triathlon aus wollen wir eine große Sportmarke werden“, erläutert Konrad, früher selbst ambitionierter Triathlet.

Klingt vermessen. Aber mit Jan Frodeno hat sich inzwischen einer besten Triathleten der Welt Ryzon angeschlossen. Der Olympiasieger, Weltmeister und Ironman-Gewinner trägt Ryzon bei Wettkämpfen und ist an der Firma beteiligt. „Mir gefällt die Tatsache, vom ersten Moment an bei solch einem spannenden Projekt dabei zu sein und es auch mit gestalten zu können“, sagt der 37-Jährige.

Die 15-köpfige Mannschaft rund um die Brüder Mario und Markus Konrad, 37, sowie Fabian Jung, 35, hat eine riesige Kollektion im Angebot: Die Rundum-Ausstattung für Radfahrer, Läufer und Triathleten, dazu Freizeitklamotten wie Hoodies und Accessoires wie Socken oder Taschen. Die Farben dunkel, die Materialien hightech, damit will sich Ryzon von der Konkurrenz abheben.

Produktion in Europa

Das Label vertreibt seine Klamotten ausschließlich über den eigenen Onlineshop. Die Ware kommt hauptsächlich aus europäischer Fertigung, insbesondere aus Portugal, Litauen und Italien. Das unterscheidet Ryzon von den großen Sportkonzernen, die in riesigen Fabriken in Fernost produzieren lassen.

Bislang hat sich Ryzon komplett selbst finanziert, einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag haben die Gründer sowie Freunde und Familie in die Firma gesteckt. „Ryzon ist für mich ein tolles Beispiel für erfolgreiches Bootstrapping – also für eine Gründung ohne externe Finanzierung“, sagt Jan Kemper. Der Finanzvorstand von Pro Sieben Sat 1 kennt sich gut aus mit Start-ups, er war jahrelang für die Zahlen des aufstrebenden Onlinehändlers Zalando verantwortlich.

Kemper ist selbst begeisterter Triathlet und tauscht sich regelmäßig mit den Ryzon-Gründern aus. Seiner Meinung nach wäre es jetzt Zeit, sich nach externen Geldgebern umzuschauen. „Wenn der Weg weiter nach oben geht, müssen sie natürlich schauen, dass sie den Zeitpunkt für eine Finanzierungsrunde und mögliche Investoren als Wachstumsbeschleuniger nicht verpassen“, sagt Kemper.

Es kämen viele Anfragen von großen Fonds, die sich gerne beteiligen würden, erläutert Mario Konrad. Bislang aber sei das kein Thema. „Das zwingt uns dazu, kreativ zu sein“, sagt er.

So wie zuletzt beim Ironman in Hawaii, dem bekanntesten Triathlon-Wettbewerb der Welt. Dort mieteten die Rheinländer einen Eiswagen und ließen Jan Frodeno, der wegen einer Verletzung nicht teilnehmen konnte, den verdutzten Fans kühlendes Eis servieren, ein Gag, der in den sozialen Medien weltweit für Aufmerksamkeit sorgte.

Die teure Sportausstattung würden sich vor allem erfolgreiche Manager und Unternehmer jenseits der 30 zulegen, so Konrad. Die sogenannte „Frodissimo“-Kollektion in blau, rot und weiß sei unter Frodeno-Anhängern beliebt. Kappen, Socken und andere eher günstige Accessoires würden hingegen vor allem Jugendliche erwerben, die sich mit einer frischen, neuen Marke von ihren Freunden abheben wollen.

Workout in der Mittagspause

Zum Umsatz macht die kleine Firma keine Angaben, er dürfte im unteren einstelligen Millionenbereich liegen. Die Einnahmen hätten sich vergangenes Jahr verdreifacht, sagt Konrad lediglich.

„Wir machen das nicht wegen des finanziellen Erfolgs“, schiebt der sportliche Unternehmer hinterher, „es macht einfach viel Freude.“ Genauso führt er auch den Betrieb. Keiner braucht Urlaub einzureichen, fixe Arbeitszeiten existieren nicht, die Chefs appellieren an das Verantwortungsgefühl eines jeden Einzelnen. Regelmäßig geht es in der Mittagspause auf den Trimm-dich-Pfad, ins Fitness-Studio oder gemeinsam auf den Basketball-Court.

„Wir verkaufen ein Lebensgefühl“, weiß der Firmengründer, und das lebten alle bei Ryzon. Ein gesunder Sportsgeist ist bei sämtlichen Mitarbeitern Pflicht. Zum Triathlon wird aber niemand gezwungen.

Lesen Sie mehr über Trends und Innovationen in der Sportindustrie in unserem 22-seitigen Dossier „Fit in die Zukunft“.

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