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Kofferhersteller So will der neue Rimowa-Geschäftsführer wieder mehr Koffer verkaufen

Der französische Luxuskonzern LVMH hat in Berlin die erste Rimowa-Boutique im neuen Stil eröffnet. Sie wird auch zum Maßstab für die neuen Händler.
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Rimowa-Geschäftsführer hat genaue Vorstellungen zum Verkaufskonzept Quelle: CC / Jian Wei Huang
Rimowa-Koffer

Der französische Luxuskonzern LVMH hat in Berlin die erste Rimowa-Boutique im neuen Stil eröffnet.

(Foto: CC / Jian Wei Huang)

Berlin Alexandre Arnault hat genaue Vorstellungen, wie er die berühmten Alukoffer von Rimowa künftig verkaufen will. Die Ideen des Sohns von Bernard Arnault, dem Chef des Luxuskonzerns LVMH, sind jetzt in Berlin zu besichtigen. Am Kurfürstendamm hat Rimowa zur Fashion Week die erste Boutique im neuen Stil in Deutschland offiziell eröffnet.

Das lange Ladenlokal ist kühl und edel eingerichtet: In der Mitte des dreigeteilten Raumes stehen lange Aluminium-Tische mit schwarzem Belag, wo Kunden ihre Koffer ohne Angst vor Kratzern aufklappen und das Innenleben begutachten können. Außen sind einzelne Koffer aus Aluminium und Polycarbonat mit viel Abstand zueinander drapiert.

Außerdem gibt es ein langes beleuchtetes Regal, das Dutzende farbige Koffersticker einzeln präsentiert. Und ganz hinten am Ende der Boutique, nur durch eine Glaswand vom Verkaufsraum getrennt, ist eine Reparaturwerkstatt für die Koffer.

Auch die Umgebung der Boutique am Ku’damm ist so, wie es sich der neue Eigentümer des Kölner Kofferherstellers Rimowa wünscht: Links und rechts reiht sich eine Luxusmarke an die andere, von Hermès über Dolce & Gabbana bis Cartier ist alles vertreten, was in der Luxuswelt Rang und Namen hat.

Das passt zu den gestiegenen Anforderungen des 26-jährigen Arnault, der das Kölner Unternehmen seit 2017 zusammen mit dem früheren Alleininhaber Dieter Morszeck führt. Denn Rimowa hatte im März dieses Jahres allen seinen rund 550 Händlern gekündigt, die bislang die Koffer verkauft hatten.

Inzwischen dürfen nur noch solche Händler Rimowa verkaufen, die die hohen Ansprüche des LVMH-Konzerns erfüllen, der mit 80 Prozent an Rimowa beteiligt ist: Sie müssen jedes Jahr Koffer für mindestens 400.000 Euro verkaufen, mindestens 20 Quadratmeter Platz für einen Shop-in-Shop freiräumen und wenigstens zwei Luxusmarken der Kategorie Burberry, Gucci oder Bottega Veneta führen.

Diese Bedingungen können viele bisherige Händler in Deutschland nicht erfüllen. Branchenexperten schätzen, dass die Zahl der Rimowa-Händler hierzulande auf etwa ein Drittel geschrumpft ist. Deshalb sind viele Händler sauer, weil ihnen mit der Kündigung durch Rimowa zum Teil mehr als 40 Prozent ihres Umsatzes wegfallen.

Für Alexandre Arnault hingegen ist die Radikalstrategie notwendig, um seine Luxusstrategie bei Rimowa konsequent durchzusetzen. Für den 26-jährigen Spross der französischen LVMH-Dynastie soll die Koffermarke aus Köln schließlich sein Meisterstück werden, um sich beim erfolgreichen Vater für die nächsten Karriereschritte zu empfehlen.  

Da nimmt er den vorübergehenden Umsatzverlust durch den Wegfall der vielen Handelspartner in Kauf. Er setzt wohl auf das Onlinegeschäft und darauf, dass viele Kunden zu den fünf Flagshipstores in Deutschland kommen, die es neben Berlin in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München gibt.

Alexandre Arnault jedenfalls hat noch viel vor mit der 120 Jahre alten Marke. „Rimowa kann die Erlebnismarke schlechthin werden“, sagte er mal in einem seiner seltenen Interviews.

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1 Kommentar zu "Kofferhersteller: So will der neue Rimowa-Geschäftsführer wieder mehr Koffer verkaufen"

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  • RIMOWWA - Koffer sind völlig überteuert.

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