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Kommentar Altes Geld fördert neues Denken der Start-ups

Das Engagement deutscher Unternehmerfamilien ist so gut wie schon lange nicht mehr. Sie investieren kräftig in Start-up-Fonds.
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400 Millionen Dollar haben deutsche Familienunternehmen in Start-up-Fonds investiert. Quelle: dpa
Geld

400 Millionen Dollar haben deutsche Familienunternehmen in Start-up-Fonds investiert.

(Foto: dpa)

Endlich, möchte man meinen, nimmt das Wagniskapital-Engagement deutscher Unternehmerfamilien richtig Fahrt auf. Am Dienstag hatte der renommierte Fonds Eventures bekanntgegeben, 400 Millionen Dollar von deutschen Familienunternehmen eingesammelt zu haben. Die sind zwar schon seit Jahren investiert, aber immer auf vergleichsweise kleiner Flamme.

Die Unternehmer wollten sich via Investments in Fonds über den neuesten Stand der Disruptionen auf dem Laufenden halten, hieß es. Nun folgt dem Interesse das finanzielle Engagement mit Macht. Das ist gut so. Reicht aber nicht. Zwei Faktoren sind heute entscheidend im globalen Wettbewerb. Erstens braucht man eine ausreichende Versorgung mit Wagniskapital.

Während in Deutschland gerade einmal 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Wagniskapital fließt, sind es in China 0,5 Prozent und in den USA gar 0,6 Prozent. Der Verwaltungsratschef von Europas größtem Schuhhändler Heinrich Deichmann fordert, dass hierzulande endlich auch Pensionsfonds und Versicherungen in Wagniskapital investieren dürfen und damit eine breitere Basis an europäischem Kapital für Investments in sehr junge Unternehmen geschaffen wird.

Nur so kann es gelingen, dass die talentiertesten Gründer mit ihren innovativsten Ideen nicht zu schnell die Mehrheiten an ihren Start-ups an amerikanische und chinesische Investoren verlieren. Es ist also gut, wenn altes Geld neues Denken fördert. Zweitens aber muss dem Geld auch echte Kooperationsbereitschaft folgen.

Die Unternehmer müssen von der Beobachterrolle in die Partnerrolle wechseln. Und zwar schnell, denn die Zeit ist knapp in der digitalisierten Wirtschaft. Man muss niemandem mehr erklären, dass man kein zweites Google, Facebook und Co. in Europa bauen kann, aber bei den industriellen Anwendungen sind deutsche Familienunternehmen und Start-ups gut aufgestellt. Innovationen, Kundenwünsche und komplett neue Geschäftsmodelle sind heute eine Gemeinschaftsaufgabe, für Familienunternehmer und Start-ups.

Und das Interessante dabei: Es muss gar nicht immer um ein finanzielles Engagement gehen, damit beide Seiten profitieren. Wenn ein Familienunternehmen sich für Pilotprojekte mit Start-ups öffnet, ist schon viel gewonnen. Dann kommt Expertise aus zwei Welten zusammen. Und beide Welten werden von den Erkenntnissen profitieren.

Immer mehr Familienunternehmen verstehen das und sind jetzt bereit, neben Geld auch sich selbst mit einzubringen. Solche Kooperationen jetzt schnell umzusetzen ist elementar, denn die Digitalisierung wartet nicht.

Mehr: Die Investoren erhoffen sich eine auskömmliche Rendite und frühen Zugang zu neuen Technologien. Der Fonds wird von Eventures in Berlin und San Francisco gemanagt.

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