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Kommentar Versace und Michael Kors sind eine schlechte Kombination

Die Übernahme durch die US-Marke Michael Kors ist nicht unbedingt eine gute Nachricht für Versace. Denn die US-Luxusmarken lernen nicht aus ihren Fehlern.
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Versace und Michael Kors sind eine schlechte Kombination Quelle: Reuters
Versace in New York

Das Mailänder Modehaus soll von Michael Kors übernommen werden.

(Foto: Reuters)

Beim italienischen Modehaus Versace zeichnet sich eine Übernahme durch die US-Marke Michael Kors ab. Zwei Milliarden Dollar legen die Amerikaner für das Mailänder Modehaus hin. Auch der Schmuck-Riese Tiffany’s soll interessiert gewesen sein.

Für Versace ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht. Amerikaner haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie mit Luxus nicht umgehen können. Sie wollen zu viel zu schnell und expandieren um jeden Preis.

Die US-Luxushäuser folgen dabei immer dem gleichen Muster: Sobald eine Marke cool ist, wird der Vertrieb mit rasender Geschwindigkeit ausgebaut, was fantastisches Wachstum und Margen bringt. Aber damit verwässern sie die Marke. Sie wird austauschbar und uncool.

Calvin Klein, Ralph Lauren, Michael Kors, Coach – alle US-Marken haben in der Vergangenheit diese Fehler gemacht. Hinzu kommt die starke Präsenz in den nun kriselnden Kaufhäusern und die Outlet-Strategie der Amerikaner, die ihnen letztlich noch stärker geschadet hat.

Luxus ist eine zarte Pflanze, die man schnell zerstören kann. Man braucht Geduld und muss auf den Profit warten können. Das ist den US-Marken, die meist börsennotiert sind oder Finanzinvestoren gehören, oft nur schwer zu vermitteln. Auf lange Zeit rechnet sich aber ein behutsamerer Umgang, wie die Franzosen mit ihren Luxus-Holdings Kering oder LVMH zeigen.

LVMH und Kering haben schon andere italienische Häuser gekauft wie Gucci, Bottega Veneta, Brioni oder Fendi. Sie stellen den Marken ihre Vertriebsmacht zur Verfügung und stärken sie mit Management-Know-How. Aber die Produktion und die Kreativität lassen sie oft in Italien und bauen sie dort sogar noch aus.

Es bleibt abzuwarten, wie Michael Kors mit einer so speziellen Marke wie Versace umgehen wird. Das in den 80er-Jahren gegründete Handtaschen-Unternehmen Michael Kors hat schon einige Probleme hinter sich – inklusive einer Insolvenz und Restrukturierung in den 90er-Jahren. Das rasante Wachstum kam erst nach der Jahrtausendwende. Dort machte Kors die typisch amerikanischen Fehler und schloss vergangenes Jahr jede zehnte Filiale.

Für Versace ist ein US-Modehaus sicher immer noch besser als ein reiner Finanzinvestor, der mal in Autozulieferer und mal in Software investiert. Aber ein Unterschlüpfen bei einer französischen Luxusholding wäre sicher besser gewesen.

Theoretisch wäre auch ein italienisches Luxuskonglomerat denkbar. Bei so vielen Marken, die alle vor einem Generationswechsel stehen, böte sich das an. Doch Teamgeist unter Konkurrenten, um gemeinsam groß zu werden, der ist bei den Italienern schwer zu finden.

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