Kommentar zu Metro Kaufhof wird zum Schwarzen Peter

Die aktuellen Zahlen der Metro glänzen nicht, doch Analysten hatten Schlimmeres erwartet. Wie sich nun herausstellt, ist der Handelskonzern mit Kaufhof einen echten Klotz am Bein losgeworden. Ein Kommentar.
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Der Verkaufspreis von rund 3 Milliarden Euro stellt sich nun als nicht zu billig heraus. Quelle: dpa
Kaufhof in Chemnitz

Der Verkaufspreis von rund 3 Milliarden Euro stellt sich nun als nicht zu billig heraus.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAuf den ersten Blick alles soweit unspektakulär: Die Quartalszahlen von Metro sind nicht wirklich gut, Umsatz und Gewinn gehen zurück. Aber alle Zahlen sind noch besser als von Analysten erwartet. Konzernchef Olaf Koch hält an seiner Prognose fest. Das Großhandelsgeschäft entwickle sich positiv, der Gewinn bei Media-Saturn steigt deutlich.

Ups, fehlt da nicht etwas? Richtig, da gab es doch noch die Warenhauskette Kaufhof, um die sich vor kurzem noch gleich zwei Bieter gerangelt haben und die in Kürze an den kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay verkauft wird. Der Metro-Chef hat diese Gelegenheit genutzt und Kaufhof bereits als „nicht fortgeführte Aktivität“ klassifiziert – und deswegen im Ausblick schon nicht mehr berücksichtigt. Man sich gut vorstellen, dass bei diesem Coup in der Finanzabteilung die Korken geknallt haben.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Florian Kolf

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Denn die Zahlen für Kaufhof zeigen, dass es im Warenhausgeschäft alles andere als rund läuft. Der Umsatz, der zuvor schon rückläufig war, ging im dritten Quartal noch mal um 3,9 Prozent zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte gerade mal noch neun Millionen Euro. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte er immerhin noch bei 22 Millionen gelegen.

Metro gibt sich auch nicht mehr viel Mühe, das schlechte Ergebnis zu erklären. Die rückläufige Entwicklung im Bereich Textil und das verschobene Ostergeschäft seien schuld, heißt es lapidar. Dass die Ostereinkäufe dieses Jahr schon im März getätigt wurden, lässt sich vielleicht für das Lebensmittelgeschäft im Großhandel und bei Real als Entschuldigung anführen. Aber bei Kaufhof?

Nein, die Zahlen zeigen schonungslos, welche große Herausforderung auf die neuen Kaufhofeigentümer aus Kanada zukommt. Denn gerade auf das Textilgeschäft wollen sie ja verstärkt setzen.

Wenn sie nicht ganz rasch umsteuern, könnte sich die Warenhauskette als Schwarzer Peter entpuppen, den Metro im perfekten Moment weitergeschoben hat. Nun zeigt sich auch, dass der von einigen Analysten als zu niedrig kritisierte Verkaufspreis von unter 3 Milliarden Euro für Metro vielleicht doch ein sehr guter Deal war.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

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