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Konsumgüterhersteller Procter & Gamble stellt Betrieb in Argentinien ein

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble ließ Importe aus Brasilien über eine Schweizer Tochterfirma abrechnen, Argentinien wirft ihm nun Steuerbetrug vor. Der US-Konzern stellt vorerst den Betrieb in Argentinien ein.
03.11.2014 Update: 03.11.2014 - 10:05 Uhr Kommentieren
Procter & Gamble soll Devisen aus Argentinien geschafft und zu versteuerndes Einkommen am Fiskus vorbei geschleust haben. Quelle: dapd

Procter & Gamble soll Devisen aus Argentinien geschafft und zu versteuerndes Einkommen am Fiskus vorbei geschleust haben.

(Foto: dapd)

Buenos Aires Argentinien wirft dem US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble (P&G) Steuerbetrug vor. Das Unternehmen habe Geld aus Argentinien herausgeschleust und so Einnahmen vor den Behörden verschleiert, teilte das Präsidialamt am Sonntag mit. "Wir müssen diese Tricks von internationalen Konzernen stoppen", hieß es auf der Website weiter.

Die Geschäfte von P&G in Argentinien seien suspendiert worden. Was das genau bedeutet, wurde zunächst nicht bekannt. P&G lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Ein Unternehmenssprecher erklärte, P&G bemühe sich, die Vorwürfe vollständig zu verstehen und für Aufklärung zu sorgen.

Den argentinischen Steuerbehörden zufolge soll P&G um 138 Millionen Dollar überhöhte Rechnungen für Importe ausgestellt haben. P&G aus Ohio betreibt in Argentinien drei Fabriken und zwei Logistikzentren. Der Hersteller von Pampers-Windeln betonte, keine aggressive Steuerpolitik zu betreiben.

Argentinien ist seit seiner Staatspleite 2002 von den internationalen Finanzmärkten ausgeschlossen und fürchtet nach einem weiteren Zahlungsausfall im Juli einen Liquiditätsengpass. Legale Steuertricks multinationaler Großkonzerne wie Gewinnverlagerungen oder gezielte Übernahmen in Niedrigsteuerländern bereiten vielen Staaten Sorgen.

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