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Konsumgüterkonzern Henkel erwägt offenbar Gebot für Kosmetikmarken von Coty

Der Konsumgüterhersteller hat Insidern zufolge Interesse an Marken des US-Konzerns Coty. Auch andere Unternehmen haben offenbar ein Auge darauf geworfen.
22.11.2019 Update: 22.11.2019 - 11:01 Uhr Kommentieren
Das Logo der Henkel AG ist auf dem Werksgelände in Düsseldorf zu sehen: Der Konsumgüterkonzern denkt Insidern zufolge über ein Gebot für Coty-Marken nach. Quelle: dpa
Henkel AG

Das Logo der Henkel AG ist auf dem Werksgelände in Düsseldorf zu sehen: Der Konsumgüterkonzern denkt Insidern zufolge über ein Gebot für Coty-Marken nach.

(Foto: dpa)

London/Frankfurt Der Konsumgüterkonzern Henkel könnte Insidern zufolge erneut nach der Shampoo-Marke Wella greifen und damit sein kriselndes Komsetik-Geschäft stärken. Henkel prüfe - ebenso wie der Konkurrent Unilever - ein Gebot für bekannte Kosmetikmarken des US-Konzerns Coty, sagten drei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe um ein Portfolio im Wert von bis zu sieben Milliarden Dollar.

Ein Henkel-Sprecher wollte dies am Freitag nicht kommentieren. Coty, das von der Beteiligungsgesellschaft JAB der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrolliert wird, werde ab Dezember offiziell nach einem Käufer Ausschau halten, hieß es weiter. Auch Colgate-Palmolive dürfte ins Rennen einsteigen, bei dem es neben Wella auch um Marken wie Clairol sowie OPI-Nagellacke geht. Doch auch Beteiligungsgesellschaften wie Advent, Blackstone, KKR, CVC und Cinven könnten dabei sein.

Henkel hatte bereits mehrfach erfolglos versucht, Wella in sein Marken-Reich zu übernehmen. Zuletzt 2015 hatten die Düsseldorfer die Fühler nach Wella ausgestreckt, das damals noch dem US-Konsumgüterriesen Procter&Gamble gehörte. Die Amerikaner hatten Henkel Wella in einem ersten Anlauf vor der Nase weggeschnappt. Auch bei dem erneuten Versuch hatte Henkel kein Glück, Wella landete bei Coty.

Doch der US-Kosmetik-Konzern hat sich mit der Übernahme von insgesamt rund drei Dutzend Marken von Procter&Gamble verhoben. Im Juli musste Coty rund drei Milliarden Dollar abschreiben. Der Konzern zog dann die Konsequenzen: Der Vorstand teilte im Oktober mit, Optionen für sein professionelles Beauty-Geschäft mit den Marken Wella und OPI zu prüfen. Henkel wittert den Insidern zufolge nun wieder Morgenluft.

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    Durch die Übernahme würde der Düsseldorfer Konzern seine kleinste Sparte Körperpflege - zu der Marken wie Schwarzkopf, Syoss und Fa gehören - erheblich stärken. Die Sparte hatte 2018 mit knapp vier Milliarden Euro rund 20 Prozent des Konzernumsatzes eingefahren. Größte Henkel-Sparte ist mit Abstand das konjunkturabhängige Klebstoff-Geschäft mit zuletzt 9,5 Milliarden Euro Jahresumsatz, Wasch- und Reinigungsmittel rund um Persil und Bref rangieren beim Umsatz auf Platz zwei. Doch zuletzt lief es bei Henkel nicht rund, Konzernchef Hans Van Bylen muss vorzeitig den Hut nehmen.

    Teil der Henkel-Strategie?

    Die Klebstoff-Sparte ächzt unter der Krise wichtiger Kunden wie der Automobilindustrie - und auch im Kosmetik-Geschäft lässt Henkel Federn. Die Sparte verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzrückgang und einen Einbruch der Erträge. Analysten hatten immer wieder kritisiert, die Sparte sei zu klein, um Konkurrenten wie etwa L'Oreal wirksam die Stirn bieten zu können. Einige Experten hatten eine Trennung von dem Geschäft ins Spiel gebracht, der Henkel-Vorstand lehnt dies strikt ab.

    Vielmehr setzen die Düsseldorfer auf Zukäufe. Er wolle sich zu Wella nicht äußern, hatte Van Bylen erst bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal gesagt. Andererseits seien Übernahmen Teil der Henkel-Strategie und der Konzern verfüge über genug Geld. Drei Kriterien seien für Übernahmen entscheidend: die Ziele müssen passen, sie müssen auf dem Markt und finanziell attraktiv sein.

    Nun wird sich zeigen, ob dies auch für die zum Verkauf stehenden Coty-Teile gilt. Henkel-Finanzchef Carsten Knobel, der zum Jahreswechsel das Ruder von Van Bylen übernimmt, hatte zuletzt betont, Henkel habe in der Vergangenheit bewiesen, dass der Konzern Zukäufe gut integrieren könne.

    Coty will den Verkauf bis Mitte kommenden Jahres abschließen. Doch auch Unilever könnte darauf abzielen, Wella unter ein Dach mit seiner Marke Dove zu bringen. Und auch die Finanzinvestoren könnten Henkel das Ziel wegschnappen.

    Mehr: Familiär, aber behäbig: Das sind die Baustellen von Henkel.

    • rtr
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