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Konsumgüterkonzern Henkel tröstet Aktionäre mit Rekorddividende – die Blitzanalyse

Der Konsumgüterkonzern rechnet mit sinkenden Margen, der operative Gewinn stieg 2018 nur noch leicht. Konzernchef Van Bylen versucht gegenzusteuern.
Update: 21.02.2019 - 08:51 Uhr Kommentieren
Negative Wechselkurseffekte setzen der starken Marke zu. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Ein Teil der Produktpalette bei Henkel

Negative Wechselkurseffekte setzen der starken Marke zu.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Düsseldorf Der Düsseldorfer Klebstoff-, Waschmittel- und Beauty-Konzern Henkel hat seine Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz steigt 2018 erstmals nicht, sondern stagniert bei 19,9 Milliarden Euro – wegen negativer Wechselkurseffekte.
  • Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) steigt um ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite erhöht sich um 30 Basispunkte auf 17,6 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie stieg nur um 2,7 Prozent auf 6 Euro.
  • „Um zusätzliches Wachstumschancen, vor allem in den Konsumentengeschäften, zu nutzen und die digitale Transformation unseres Unternehmens weiter zu beschleunigen, haben wir im Januar angekündigt, ab 2019 jährlich rund 300 Millionen Euro zusätzlich aufzuwenden“, sagte Vorstandschef Hans Van Bylen. 

Das fällt positiv auf

Klebstoffe laufen gut: Das Geschäft mit Klebstoffen für den Konsumenten- und Profimarkt wächst weiter am schnellsten. Das organische Wachstum (also ohne Zukäufe) betrug vier Prozent (Vorjahr: fünf Prozent) und stieg auf 9,4 Milliarden Euro. Mit dem Wachstum erreichte die größte Sparte von Henkel die Obergrenze des prognostizierten Wachstumskorridor für den Henkel-Konzern (2 bis 4 Prozent). Auch mit der leicht gestiegenen, bereinigten Ebit-Marge von 18,7 Prozent lief es bei den Klebstoffen besser als in den übrigen zwei Sparten Waschmittel und Beauty.

Das fällt negativ auf

Schwieriges Geschäft mit der Schönheit: Am schlechtesten schneidet wieder einmal die Beauty-Sparte mit Haar- und Körperpflegemitteln ab. Im Massenmarkt von Fa und Schauma herrscht ein rauer Preiswettbewerb. Darum war das organische Wachstum mit 0,7 Prozent negativ. Die Ebit-Marge sank leicht gegenüber dem Vorjahr und war mit 17,1 Prozent die niedrigste der Konzern-Sparten.

Was jetzt passiert

Vorsichtiger Ausblick: Für das laufende Jahr erwartet Henkel wie schon 2017 und 2018 ein organisches Wachstum von zwei bis vier Prozent. Die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie sollte laut Prognose im vergangenen Jahr 3 bis 6 Prozent erreichen. Am Ende waren es aber nur 2,7 Prozent.

Für 2019 ist Van Bylen deshalb vorsichtiger. Er erwartet ein bereinigtes Ergebnis je Vorzugsaktie im „mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahresniveau“ - aber bei konstanten Wechselkursen. Der dazugehörige Vergleichswert lag 2018 bei rund 7 Prozent. Dieser dürfte also 2019 nicht erreicht werden.

Für die Jahre ab 2020 ist Van Bylen wieder optimistischer: Dann soll das entsprechende Ergebnis je Vorzugsaktie „im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“ liegen. Im laufenden Jahr will Henkel verstärkt in Wachstum in seinem Konsumgütergeschäft mit Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln investieren. Das heißt zum Beispiel: neue Produkte unter dem Dach von „Persil“, Relaunch bekannter Marken und neue digitale Dienstleistungen.

Die Aktionäre will Henkel für die sinkende Rendite im Jahr 2019 mit einer erhöhten Quote für die Dividenden-Ausschüttung trösten. Sie steigt ab dem Geschäftsjahr 2019 auf 30 bis 40 Prozent. Bisher waren es nur 25 bis 35 Prozent. Und für 2018 erhalten die Aktionäre der Vorzugs-Aktie eine um 3,4 Prozent auf 1,85 Euro erhöhte Rekorddividende.

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