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Konsumgüterkonzern Unilever macht mehr Gewinn – hohe Nachfrage nach Hygieneprodukten

Der Konsumgüterkonzern kommt besser durch die Coronakrise als gedacht. Analysten hatten mit deutlich weniger Umsatz gerechnet.
23.07.2020 Update: 23.07.2020 - 11:33 Uhr Kommentieren
Der Konsumgüterriese wächst trotz Corona. Quelle: AP
Unilever

Der Konsumgüterriese wächst trotz Corona.

(Foto: AP)

London Häufiger die Hände gewaschen, weniger Deo benutzt und mehr Mayonnaise gegessen: In den Zahlen von Unilever wird deutlich, wie sich die Menschen in der Coronakrise verhalten haben. Insgesamt machte der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern im zweiten Quartal einen Umsatz von 13,3 Milliarden Euro – 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten jedoch ein Minus von über drei Prozent erwartet. Unter dem Strich verdiente Unilever in den ersten sechs Monaten 3,5 Milliarden Euro und damit sogar 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Wir haben die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens unter Beweis gestellt“, erklärte Konzernchef Alan Jope. Zwar sei das Umfeld wegen der Coronakrise sehr schwierig gewesen, aber der Umsatz sei relativ stabil geblieben.

Hinter den Zahlen verbergen sich aber deutliche Ausschläge: Bei einigen Produkten, die Unilever üblicherweise an Restaurants, Bars oder Kinos liefert, brach die Nachfrage ein. Die Umsätze in diesem Bereich schrumpften im zweiten Quartal um 42 Prozent. Bei Produkten für die persönliche Hygiene, etwa zum Händewaschen, verzeichnete der Konzern ein Plus von 26 Prozent.

Von den drei Sparten – Beautyprodukte, Lebensmittel und Erfrischungen sowie Haushaltsprodukte – liefen die Drogerieprodukte besonders gut. Diese Sparte mit Marken wie Cif Haushaltsreiniger oder Domestos ist allerdings auch die kleinste.

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    Der Konzern, zu dem unter anderem Marken wie Dove, Knorr, Axe oder Ben & Jerry’s Eis gehören, hatte auf die Corona-bedingten Veränderungen rasch reagiert – zum Beispiel mit einer Ausweitung des Angebots an Hygieneprodukten. Vor dem Ausbruch der Infektionskrankheit waren in lediglich zwei Produktionsstätten von Unilever Handdesinfektionsmittel hergestellt worden – nun sind es 60. In 65 Ländern brachte der Konzern Handdesinfektionsmittel neu auf den Markt. Und trotz der Pandemie musste Unilever in keiner seiner 221 Fabriken die Produktion einstellen.

    Werbestrategie wird regelmäßig angepasst

    Zugleich überprüfte der Konzern wöchentlich seine Werbestrategie und passte sie den Umständen entsprechend an. Bereits fertige Werbespots wurden umgeschnitten, und in Regionen, in denen die Menschen zu Hause bleiben mussten, reduzierte Unilever seine Werbung. Wo der Lockdown endet, fährt der Konzern die Werbung wieder hoch. Dieses Vorgehen soll in den kommenden Monaten beibehalten werden. Es seien für das zweite Halbjahr signifikante Ausgaben für das Marketing geplant, sagte Jope.

    Gleichwohl rechnet er nicht damit, dass sich die Lage bald wieder normalisiert. Covid-19 sei ein dauerhaftes Problem, sagte der gebürtige Schotte. Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Wirtschaft hält er „für zu optimistisch“. Die Umsatz- und Margenziele für dieses Jahr hat Unilever bereits im April mit Verweis auf die Unsicherheiten durch Covid-19 gestrichen, neue Ziele wollte Jope nun nicht vorgeben. Eigentlich hatte sich der Konzern ein Umsatzplus von drei bis fünf Prozent pro Jahr als Ziel gesetzt, die Marge sollte auf 20 Prozent steigen.

    Zudem will Jope, der Anfang 2019 den Posten von dem langjährigen Firmenchef Paul Polman übernahm, den Milliardenkonzern umbauen. So soll das Geschäft mit Tee abgespalten werden, nur in Indien und Indonesien soll es weiter zu Unilever gehören. Zu der Sparte, die vergangenes Jahr zwei Milliarden Umsatz erzielte, zählen Marken wie Lipton oder PG Tips.

    Bis Ende des kommenden Jahres will man sich von dem Bereich getrennt haben – was für die Aktionäre eine Sonderausschüttung nach sich ziehen könnte. Für das vergangene Quartal erhalten sie bereits eine Dividende. Das erfreut viele Investoren: Die Aktie legte an der Londoner Börse kräftig zu.

    Keine Neuigkeiten gab es hingegen bezüglich des Plans, die Unternehmensstruktur zu vereinfachen. Man halte aber an dem Vorhaben fest, beteuerte Jope. Vor gut einem Monat hatte er überraschend angekündigt, dass Unilever künftig seinen Firmensitz in Rotterdam entmachten wolle. Statt wie bisher zwei gleichberechtigte Firmenzentralen soll es künftig nur noch eine geben – und zwar in London.

    Mehr: Unilever will Firmensitz in Rotterdam entmachten

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