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Konzern im Umbruch Die gespaltene Metro-Bilanz

Metro hat kurz vor der Aufspaltung erstmals getrennte Zahlen für beide Unternehmensteile präsentiert. Im Lebensmittelgeschäft schnellen die Erträge nach oben. Doch die Elektronikabteilung macht operativ Verlust.
31.05.2017 Update: 31.05.2017 - 12:13 Uhr Kommentieren
Erträge aus Immobilienverkäufen und positive Wechselkurseffekte ließen dagegen die Erträge im Lebensmittelbereich in die Höhe schnellen. Quelle: dpa
Metro Cash & Carry

Erträge aus Immobilienverkäufen und positive Wechselkurseffekte ließen dagegen die Erträge im Lebensmittelbereich in die Höhe schnellen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Handelsriese Metro sieht sich auf der Zielgeraden zu seiner Aufspaltung. „Wir haben die Ziellinie fast erreicht“, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Mittwoch. Er will den Düsseldorfer Konzern in einen Elektronikhändler um Media-Saturn und einen Lebensmittelbereich aufteilen. Für beide Bereiche legte er am Mittwoch erstmals getrennte Quartalszahlen vor. Diese zeigen Ertragszuwächse für den künftig von Koch geführten Lebensmittelkonzern um die Cash&Carry-Großmärkte und die Real- Supermärkte.

Federn lassen musste dagegen die künftig unter dem Namen Ceconomy firmierende Holding um Europas größten Elektronikhändler Media-Saturn. Kosten für den Umbau und Rabatt- Aktionen sorgten für einen Verlust. Bei den Anlegern kam das schlecht an - Metro -Aktien gaben mehr als zwei Prozent nach.

Zudem muss Koch noch eine wesentliche Hürde nehmen. Denn gegen seine Pläne gibt es fünf Klagen von Aktionären. Dazu steht im Juni ein wichtiger Gerichtstermin an. Unter anderem der streitbare Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals geht juristisch gegen die Pläne Kochs vor. Er sieht sich durch die Aufspaltung geschädigt. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat in dem Rechtsstreit für den 22. Juni eine Anhörung angesetzt. Sein Urteil dürfte dann entscheidend für die Aufspaltung sein. Er sehe dem Gerichtstermin „absolut zuversichtlich entgegen“, sagte Koch. Den Klagen mangele es an Substanz. Bis zu dem Richterspruch werde es keine Gespräche mit Kellerhals geben.

Kommt es so wie vom Metro-Chef geplant, wird der Lebensmittelhandel im Sommer vom Rest-Konzern abgetrennt, die Teilung soll ins Handelsregister eingetragen werden. Dies solle binnen Wochen nach der Entscheidung des Gerichts geschehen, sagte Koch. Im Sommer sollen beide Teile dann an der Börse notiert sein. Die Metro-Hauptversammlung hatte die Pläne im Februar gebilligt. Entstehen soll ein Lebensmittelhändler mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern.

Die Anteilseigner der „alten“ Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis soll 1:1 betragen - für jede Metro-Stammaktie soll es also eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers geben. Bei der bisherigen Metro verbleibt der Elektronikhändler Media-Saturn und gehört dann zur Holding Ceconomy. Diese kommt bislang auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro mit 65.000 Mitarbeitern. Koch will beide Teile mit der Aufspaltung schlagkräftiger machen und auf Wachstumskurs schicken.

Ceconomy werde im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 den Umsatz leicht steigern, sagte der designierte Ceconomy-Chef Pieter Haas. Das Ebit vor Sonderfaktoren werde gegenüber dem Wert des Geschäftsjahres 2015/16 in Höhe von 466 Millionen Euro ebenfalls leicht zulegen. Einmal von den bisherigen Fesseln befreit, werde Ceconomy auf Wachstumskurs gehen, die Umsätze in den Online-Shops legten rasant zu. Dienstleistungen wie etwa Handy-Reparaturen sollen mehr Kunden in die Märkte locken.

So will die Metro Ihre Kundendaten verkaufen

Koch setzt bei dem künftig von ihm geführten Metro-Teil ebenfalls auf Dienstleistungen. Immer mehr Kunden der Großmärkte sollen direkt beliefert werden, bei Real soll das Online-Geschäft weiter wachsen. Einnahmen aus Immobilienverkäufen und positive Wechselkurseffekte ließen die Erträge im Lebensmittelbereich im Quartal in die Höhe schnellen. Hier stand ein Plus von 90 (Vorjahr: minus 27) Millionen Euro in den Büchern.

Koch spielte auch die Kursentwicklung des Rubel in die Hände. Metro ist mit seinen Großmärkten stark in Russland vertreten. In der Vergangenheit hatte Cash&Carry unter der Schwäche des russischen Rubel gelitten. Die russische Währung hatte dann aber seit Mai 2016 um rund 15 Prozent aufgewertet. Er sehe die Entwicklung in dem wichtigen Markt weiter optimistisch, betonte Koch.

Das geteilte Metro-Reich
Die doppelte Metro
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Der Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert.

(Foto: dpa)
Koch bleibt an der Spitze
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Die neue Metro wird in ein separates Unternehmen abgespalten, geführt vom bisherigen Vorstandschef Olaf Koch. Er ist bereits seit Januar 2012 Metro-Chef, zuvor war er drei Jahre lang Finanzchef.

(Foto: AFP)
Anleger erhalten neue Aktien
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Für die neue Metro AG peilt der Konzern eine Börsenbewertung von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Jeder bisherige Metro-Aktionär soll jeweils eine Aktie der neuen Metro und der Ceconomy AG erhalten. Die Aktien sind ab Oktober 2016 dividendenberechtigt. Beide neuen Aktiengesellschaften sollen die Kriterien für eine Notierung im MDax erfüllen.

(Foto: dpa)
Großhandel und Lebensmittel
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Das Ziel im Bereich Großhandel und Lebensmittel ist, bei einem geplanten Wachstum von drei Prozent die Gewinnmarge (Ebitda) stabil bei 4,9 Prozent zu halten – im Handel durchaus ein respektabler Wert. Das Unternehmen ist mit einem Umsatzanteil von 87 Prozent sehr stark auf Europa konzentriert. Problematisch ist auch das Geschäft in Russland und der Türkei, das zwar operativ gut läuft, aber stark unter dem Währungskurs leidet.

(Foto: dpa)
Fokus auf den Lieferdienst
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Im Großhandel, wo Metro europäischer Marktführer ist, setzt der Händler zunehmend auf den profitableren Lieferdienst und verkleinert die Märkte. Gerade erst hat das Unternehmen die Übernahme des französischen Unternehmens Pro à Pro abgeschlossen, das Lebensmittel an Kantinen und Restaurants liefert. In Asien hat sich Metro vor kurzem mit dem Kauf des Lieferdienstes Classic Fine Foods verstärkt.

(Foto: dpa)
Real-Märkte
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Die größte Baustelle der neuen Metro ist die Supermarktkette Real. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz erneut flächenbereinigt um 1,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück, immerhin konnte im Gegensatz zum Jahr zuvor ein kleiner Gewinn erzielt werden. Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das neue Markthallen-Konzept, das erstmals in Krefeld gezeigt wird. Dort ergänzt ein großes Angebot an hochwertiger Gastronomie den Supermarkt.

(Foto: Picture Alliance)
Peter Haas führt Ceconomy
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Die bisherige Metro AG wird in Ceconomy umbenannt. In ihr bleibt unter der Leitung von CEO Pieter Haas im Wesentlichen das Geschäft der beiden Handelsketten Media Markt und Saturn mit mehr als 1000 Märkten in neun europäischen Ländern.

(Foto: dpa)
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