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Kosmetik 34 Marken gehören zu L’Oréal – diese bringen am meisten Gewinn

Haut, Haar und Parfüm: Zu L’Oréal gehören in Deutschland die Produkte von 34 verschiedenen Marken. Wir zeigen dir, mit welchen Tochterunternehmen L’Oréal das meiste Geld verdient.
30.10.2019 - 12:30 Uhr Kommentieren
Produkte von L’Oréal
Produkte von L’Oréal

Die hier gibt’s nur beim Friseur.

Dieser Artikel ist am 30. Oktober 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Paris, vor etwa 110 Jahren: Ein junger Chemiker namens Eugéne Schueller stellt Haarfärbemittel her, an denen vor allem Friseure in der französischen Hauptstadt Gefallen finden. Schnell sprechen sich seine Künste rum. Die Kunden waren begeistert von dem natürlichen Ergebnis, das nichts mehr mit den grellen Farbtönen der bisherigen Produkte zu tun hatte. Schueller gründet ein Unternehmen, um immer mehr Menschen zu verschönern: L’Oreál.

Hinter diesen 34 Marken stecken Produkte von L’Oréal

Paris, im Herbst 2019: Aus dem früheren Ein-Mann-Unternehmen ist der weltgrößte Kosmetikkonzern geworden, dem Frauen und Männer auf der ganzen Welt vertrauen. Mit Haut und Haar. Die neuen Verkaufszahlen für die ersten drei Quartale 2019 zeigen, wie sich das Verlangen nach Schönheit zu Geld machen lässt: Rund 22 Milliarden Euro Umsatz von Anfang Januar bis Ende September. Während du also fünf Minuten duschst und dein Haar einseifst, nimmt L’Oréal auf der ganzen Welt an nur einem einzigen Tag mehr als eine Viertelmillion Euro ein. Sauber.

Noch blitzblanker präsentieren sich die Gewinnzahlen. Unterm Strich blieb L’Oréal allein im ersten Halbjahr 2019 ein Gewinn von 2,88 Millionen Euro. Das sind um satte 12 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Dabei konnte das Unternehmen auch schon 2018 mit einem Jahresgewinn von 4,9 Milliarden und einer Gewinnmarge von 18,2 Prozent glänzen. Das bedeutet: Von jedem Euro, den du für Hautcrémes, Parfüms oder Haartinkturen zahlst, bleiben dem Kosmetikkonzern im Schnitt 18 Cent übrig. Zum Vergleich: Bei dem deutschen Unternehmen Henkel, das mit Marken wie Schwarzkopf ebenfalls Kosmetik vertreibt, liegt diese sogenannte Marge bei etwa elf Prozent.

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    Das Erfolgsgeheimnis von L’Oréal kannst du täglich im Drogeriemarkt, beim Friseur oder in Badezimmerschränken sehen: Es sind die Produkte. Nur die wenigsten tragen allerdings vorne den L’Oréal-Stempel.

    Viele der hochtrabenden Namen können nicht einmal die Beautyholics wie Bloggerin Farina Opoku richtig aussprechen, die in ihren Insta-Stories so gern dafür werben.

    Laut der Firmenhomepage gehören 34 Marken, die du in Deutschland bekommst, zu L’Oréal. Sie sind in vier Kategorien unterteilt und steuern unterschiedlich viel Geld zum Gewinn bei. Wir zeigen dir, wo der französische Beauty-Weltmarktführer am meisten Euros mit deiner Schönheit macht.

    L’Oréal-Produkte: Massenmarkt (dm, Rossmann und Co.)

    • Essie
    • Garnier
    • L’Oréal Paris
    • Maybelline New York
    • NYX Professional Makeup

    Mit der Sparte „Consumer Products“ macht L’Oréal am meisten Umsatz. Fast die Hälfte der Einnahmen des Konzerns kommt aus den fünf Marken, die du in jedem gut sortierten Supermarkt (Rewe, Edeka) und Drogeriemarkt (dm, Rossmann) kaufen kannst. Zu Preisen, die für L’Oréal-Verhältnisse relativ erschwinglich sind.

    So kostet zum Beispiel eine 300 Milliliter-Flasche Frauenshampoo der Marke Fructis von Garnier etwa 2,50 Euro. Um zu vergleichen, wie profitabel diese Kategorie ist, schauen wir uns den operativen Gewinn an. Der sagt aus, wie viel Geld ein Unternehmen aus dem laufenden Geschäft verdient.

    Vereinfacht berechnet er sich so: Einnahmen (der Preis, den Händler an L’Oréal zahlen) minus Kosten für die Herstellung minus Kosten für die beteiligten L’Oréal-Mitarbeiter. Bei den Produkten für den Massenmarkt macht L’Oréal einen operativen Gewinn von rund 20 Prozent, behält also ungefähr 50 Cent deines Shampoo-Preises. Um daraus den reinen Gewinn zu berechnen, musst du noch Zinsen, Steuern und Abschreibungen abziehen.

    L’Oréal-Produkte: Luxus

    • Biotherm
    • Cacharel
    • Clarisonic
    • Diesel
    • Giorgio Armani
    • Guy Laroche
    • Helena Rubinstein
    • House 99
    • IT Cosmetics
    • Kiehl’s
    • Lancôme
    • Maison Margiela
    • Proenza Schouler
    • Urban Decay
    • Viktor&Rolf
    • Yves Saint Laurent

    Etwas mehr als Drittel seines Umsatzes erzielt L’Oréal mit Luxusprodukten. Mit diesen 16 Marken bringt L’Oréal teure Düfte, Hautpflege- und Makeup-Produkte an Flughäfen, in Kaufhäuser, Parfümerien und in eigene Markenstores. Im Einzelhandel sucht man vergeblich danach.

    Die Luxusprodukte von L’Oréal sind deutlich teurer als die oben genannten Massenmarken. Wo Kundinnen und Kunden mehr zahlen, lässt sich auch mehr verdienen. Im Schnitt behält der Kosmetikkonzern fast ein Viertel des Preises bei den Produkten der 15 Luxusmarken als operativen Gewinn ein. Kostet zum Beispiel eine Flasche Shampoo von Kiehl’s (250 ml) 19 Euro, kommen davon genau 4,45 Euro bei L’Oréal aus dem laufenden Geschäft an.

    L’Oréal-Produkte: Professionelle Produkte (Friseure)

    • Carita
    • Decléor
    • Kérastase
    • L’Oréal Professionel
    • Matrix
    • Redken
    • Shu Uemura Art of Hair

    Ein weiterer Kunde des Kosmetikunternehmens sind die Friseursalons auf der ganzen Welt – getreu dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“. Die dritte Sparte, die L’Oréal rund ein Achtel des Umsatzes einbringt, nennt das Unternehmen ganz schlicht „professionelle Produkte“. Besonders gut laufen aktuell die Haartönungen in China, Indien und Indonesien, berichtet der Kosmetikkonzern im Halbjahresbericht. Die wichtigsten Märkte weltweit sind USA, Frankreich und China, schon auf Platz vier folgt Deutschland.

    Zusätzlich zu den Produkten bietet L’Oréal den Friseuren zusätzliche Schulungen an, damit diese das Potenzial der Produkte auf den Köpfen der Kunden vollends ausschöpfen können. In Sachen Profitabilität belegt diese Sparte den letzten Platz innerhalb des Konzerns. Aus dem laufenden Geschäft verdient L’Oréal knapp unter 20 Prozent an den Friseurprodukten. Bei einem Shampoo der Marke Matrix für sieben Euro bleiben also etwa 1,40 Euro beim Hersteller.

    L’Oréal-Produkte: Apotheken

    • CeraVe
    • La Roche-Posay
    • Roger&Gallet
    • SkinCeuticals
    • Vichy

    Zu guter Letzt bleibt noch die sogenannte Apothekenkosmetik, deren Marken das Unternehmen unter dem Namen „Active Cosmetics“ Die ist allerdings nicht, wie der Name vermuten lässt, nur in Apotheken erhältlich, sondern beispielsweise auch in Wellnessbädern. Obwohl weniger als zehn Prozent des Umsatzes auf diese Produkte entfallen, ist L’Oréal in diesem Bereich Weltmarktführer. Gemeinsam mit Hautärzten entwickelt das Unternehmen Pflege und Kosmetik für unterschiedliche Hauttypen.

    Dieser Bereich läuft bei L’Oréal am profitabelsten. Kaufst du zum Beispiel ein Anti-Schuppen-Shampoo von Vichy für elf Euro, bleibt im Schnitt mehr als ein Viertel davon als operativer Gewinn beim Hersteller. Macht knapp drei Euro. Risiken und Nebenwirkungen dieser Marge? Du weißt, wo du nachfragen kannst: bei deinem Geldbeutel.

    Mehr: Niemand produziert so viel Nahrung wie Nestlé - diese Marken und Produkte sollten Sie kennen

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