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Kosmetikbranche Umbauplan von Kosmetik-Konzern Coty fällt bei Investoren durch

Der US-Konzern hat finanzielle Schwierigkeiten – vor allem bedingt durch missglückte Marken-Integration. Nun kündigt Coty einen radikalen Umbau an.
Update: 01.07.2019 - 18:51 Uhr Kommentieren
Kosmetik-Konzern Coty schreibt Milliarden ab und zieht um Quelle: Reuters
US-Konzern Coty

Kosmetik-Konzern Coty schreibt Milliarden ab und zieht um.

(Foto: Reuters)

München Der amerikanische Kosmetik-Konzern Coty muss nach der missglückten Übernahme von gut drei Dutzend Marken von Procter & Gamble (P&G) rund drei Milliarden Dollar abschreiben. Das erschreckte die Investoren: Die an der New Yorker Börse notierte Aktie brach um bis zu 19 Prozent ein.

Mit einem grundlegenden Umbau will der neue Vorstandschef Pierre Laubies das Unternehmen auf einen Wachstumskurs bringen, wie er am Montag ankündigte. Coty soll sich auf 20 seiner rund 80 Marken konzentrieren, darunter sind auch Max Factor und Wella.

Die Firmenzentrale soll von New York nach Amsterdam verlegt werden, um näher an den wichtigsten Märkten zu sein. Für Coty ist das ein Riesenschritt. Das Kosmetikunternehmen hat sich mit der Übernahme der P&G-Marken komplett verkalkuliert. Dabei haben die Amerikaner vor allem die neuen Trends im eigentlich boomenden Kosmetikmarkt übersehen. In den vergangenen Jahren sind in der Kosmetikbranche vor allem junge, neue Marken angesagt, die oft nur über das Internet vertrieben werden.

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann hatte ihre Beteiligung an dem kriselnden Unternehmen kürzlich 40 auf 60 Prozent aufgestockt. Rund zwölf Milliarden Dollar hatte Coty für 40 Marken wie MaxFactor, CoverGirl und Clairol aus dem Imperium des Konsumgüter-Riesen P&G 2016 gezahlt, ein Viertel davon schreibt das Unternehmen nun auf die Markenwerte ab. Die Integration des P&G-Geschäfts habe länger gedauert und sei komplizierter gewesen als geplant, räumte Laubies ein. „Viele Teile des zugekauften Geschäfts haben sich seit der Übernahme schlecht entwickelt.“

Das habe man unterschätzt. Das Kosmetik-Geschäft im Einzelhandel brach um zehn Prozent ein. Laubies will die Umsätze in dem Bereich nun stabilisieren. Das stagnierende Geschäft mit Profi-Kunden wie Kosmetikern und Friseuren soll wieder wachsen.

Die 20 wichtigsten Marken sollen künftig für 70 Prozent des Umsatzes stehen, bisher sind es 60 Prozent. Insgesamt werde der Umsatz aber bis zum Abschluss des Umbaus 2023 nicht wachsen, wie Finanzchef Pierre-Andre Terisse sagte. Er will die operative Umsatzrendite durch Kostensenkungen auf 14 bis 16 Prozent von zuletzt elf Prozent schrauben. Die Vereinfachung der Strukturen lässt sich Coty rund 600 Millionen Dollar kosten, zum Großteil im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr (per Ende Juni).

Mehr: Die ersten Kosmetik-Produkte aus der digitalen Welt schaffen es in den traditionellen Handel – oder inspirieren ihn. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung sind Influencer.

  • rtr
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