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Kosmetikbranche Unterstützt von Wolfgang Reitzle: Beauty-Start-up Tomorrowlabs geht in die USA

Der Continental-Chefaufseher glaubt auch als Investor an die Anti-Aging-Creme der Gründer. Der Start in den Douglas-Filialen ist trotz Corona gelungen.
13.03.2021 - 15:05 Uhr Kommentieren
Die Tomorrowlabs-Gründer wollen ihre Anti-Aging-Produkte jetzt auch in die USA bringen. Quelle: Tomorrowlabs GmbH
Dominik Thor (links) und Dominik Duscher

Die Tomorrowlabs-Gründer wollen ihre Anti-Aging-Produkte jetzt auch in die USA bringen.

(Foto: Tomorrowlabs GmbH)

München Als Continental-Chefaufseher Wolfgang Reitzle und TV-Moderatorin Nina Ruge die Anti-Aging-Produkte von Tomorrowlabs ausprobiert hatten, waren sie so begeistert, dass sie bei dem Start-up gleich als Investoren einstiegen. Das Promi-Ehepaar half, Kontakte zur Parfümeriekette Douglas zu knüpfen, die die Cremes und Shampoos in Deutschland seit einem Jahr exklusiv vertreibt.

Obwohl die Filialen wegen der Corona-Pandemie immer wieder geschlossen waren, werten die Macher von Tomorrowlabs und ihre Geldgeber das Projekt als Erfolgsgeschichte. „Wir haben viermal so viel verkauft, wie wir für das erste Jahr geplant haben“, sagte Tomorrowlabs-Mitgründer Dominik Thor. Laut Branchenschätzungen dürften die Umsätze im Startjahr bei einem höheren einstelligen Millionenbetrag liegen.

Als Nächstes wollen sie nun mit Douglas zehn weitere europäische Länder erobern. Zudem will Tomorrowlabs gemeinsam mit der Kette Ulta in den US-Markt einsteigen.

Douglas-Chefin Tina Müller ist zufrieden. „Die Neueinführung der Exklusivmarke Tomorrowlabs war eine der erfolgreichsten bei Douglas im Jahr 2020.“ Die Marke erfülle die steigende Nachfrage der Kunden nach „hochwirksamen Kosmetikprodukten, die auf medizinischen Forschungsergebnissen basieren“.

Auch Reitzle sieht sich als Investor und Anwender bestätigt. „In schwierigen Zeiten als kleine Marke mit bescheidenen Mitteln so eine positive Entwicklung zu nehmen – das deutet doch auf ein großes Potenzial hin“, sagte er dem Handelsblatt. Sich als kleines Unternehmen gerade in schwierigen Zeiten gegenüber Weltkonzernen zu behaupten „funktioniert nur mit viel Herzblut und einer einzigartigen Wirktechnologie“, ist der 72-Jährige überzeugt.

Es war nicht ausgemacht, dass der Newcomer Tomorrowlabs seine Nische finden würde. Denn der Markt ist hart umkämpft. L’Oréal ist ebenso engagiert wie Beiersdorf und Procter & Gamble. Laut der Marktforschungsfirma Lucintel dürfte der weltweite Markt für Anti-Aging-Produkte bis 2023 jährlich im Schnitt um knapp sechs Prozent auf 66 Milliarden Dollar steigen.

Haut soll sich selbst regenerieren

Tomorrowlabs gehört zu den sogenannten „Doctor Brands“, also Marken, die von einem Mediziner entwickelt oder wenigstens präsentiert werden. Mitgründer Dominik Duscher hatte sich nach der Promotion bei Forschungen in den USA intensiv mit dem Thema Wundheilung beschäftigt. Zurück in Wien, hob der Arzt gemeinsam mit Dominik Thor Tomorrowlabs aus der Taufe. Der Wiener Arztsohn Thor hatte ein Medizinstudium angefangen, war dann aber zur Betriebswirtschaft gewechselt. Später studierte er auch noch Pharmazie.

Im Mittelpunkt ihrer Produkte steht das in den Zellen vorhandene Protein Hypoxia Inducible Factor (HIF), das für die Erneuerung des Gewebes verantwortlich ist. Der sogenannte HIF-Signalweg ermöglicht es gesunder Haut, sich quasi selbst zu heilen.

Alter und Stress lösen aber eine biochemische Veränderung von HIF aus. Das Protein wird vom Körper nicht mehr erkannt und abgebaut. „Die Zellregeneration kommt zum Erliegen, und sichtbare Alterszeichen unserer Haut und Haare entstehen“, erklärt Duscher.

Tomorrowlabs hat nun einen Faktor namens HSF entwickelt, der das HIF-Protein vor der Veränderung durch Sauerstoff und Enzyme schützen soll. „Der Körper kann sich selbst regenerieren, Hautalterung und Haarverlust werden wirkungsvoll bekämpft“, verspricht das Unternehmen. Die Folgen seien „weniger Falten und eine verjüngte Haarstruktur“.

Der Continental-Chefaufseher bringt sich stark bei Tomorrowlabs ein. Quelle: Felix Hörhager/dpa
Wolfgang Reitzle und Ehefrau Nina Ruge

Der Continental-Chefaufseher bringt sich stark bei Tomorrowlabs ein.

(Foto: Felix Hörhager/dpa)

Medizinische Studien sollen die Wirksamkeit belegen. Eine der Technischen Universität München, an der Duscher und Thor mitgewirkt haben, kam zu dem Schluss, dass das HIF-Verfahren die Haut deutlich straffen kann. Auch Reitzle will einen deutlichen Verjüngungseffekt wahrgenommen haben – sogar das schüttere Haar sei plötzlich wieder gesprossen.

Hoher Onlineanteil bei den Verkäufen

Bei Tomorrowlabs bringt sich der langjährige Linde-Chef intensiv ein. „Wir sind glücklicherweise sein Lieblingskind“, sagt Duscher. Reitzle gebe viele Tipps und helfe, eine klare Strategie für das Unternehmen zu entwickeln.

Die ist zumindest bislang aufgegangen. Dabei war es erst einmal ein Schreck, als kurz nach dem Start die Douglas-Filialen schließen mussten. Auch deshalb sanken die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Die Schließung sei aber nicht so dramatisch gewesen, weil überraschenderweise mehr als 50 Prozent der Verkäufe über die Onlineshops von Douglas gelaufen seien, sagt Thor. „Damit hatten wir nicht gerechnet, weil es sich ja doch um ein beratungsintensives Produkt handelt.“ Schließlich kosten die Gesichtscremes bis zu 167 Euro.

Aktuell bereitet sich Tomorrowlabs für die Finanzierung der Expansion in den USA und in Asien die nächste Kapitalerhöhung vor. Das Interesse bei möglichen Investoren, berichtet Duscher, sei groß.

Mehr: Wie Wolfgang Reitzle und die Produzenten einer Anti-Aging-Creme zusammenfanden.

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