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Kosmetikkonzern Reimann-Manager Peter Harf will Coty wieder auf Kurs bringen

Der Kosmetikkonzern ist derzeit das Sorgenkind im JAB-Portfolio. Nun will der Chefstratege der Holding höchstpersönlich das Ruder übernehmen.
02.06.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Peter Harf: Reimann-Manager wird neuer Coty-Chef Quelle: Getty Images
Peter Harf

Der Reimann-Manager kommt derzeit nicht zur Ruhe.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Peter Harf, Mastermind des 100-Milliarden-Dollar-Imperiums JAB der Familie Reimann, kommt nicht zum Verschnaufen. Am Freitag erst hatte er in einem vorgezogenen Blitzbörsengang den Kaffeekonzern JDE Peet’s erfolgreich an die Amsterdamer Börse gebracht – ein mutiger Schritt mitten in der Coronakrise, der sich jedoch lohnte. Mitinvestoren von JAB und Mondeléz konnten so Kasse machen. Der Konzern baute Schulden ab.

Die Aktie von JDE Peet’s war um ein Vielfaches überzeichnet und stieg nach der Erstnotiz um ein Sechstel. Der Börsengang spielte trotz Pandemie 2,25 Milliarden Euro ein. Denn Kaffee erweist sich als krisenfestes Geschäft und als Zukunftsmarkt.

„Der Pro-Kopf-Konsum von Kaffee und Tee wächst in den meisten Ländern der Welt. Die Kaffeebranche ist hart umkämpft“, konstatiert Adrian Kirste, Konsumgüterexperte der Beratung Kearney.

Zeit zum Feiern blieb dem 74-jährigen Harf kaum. Postwendend musste er sich wieder dem Sorgenkind im Portfolio der JAB zuwenden, dem Kosmetikkonzern Coty. Die gesamte Beautybranche leidet deutlich unter der Coronakrise. Der Lockdown hat dem ohnehin schwächelnden Konzern weiter zugesetzt. Zwischen Januar und März sackten die Umsätze von Coty um 23 Prozent ab.

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    Am Montag verkündete Coty-Chairman Harf den neuen Plan: Höchstpersönlich will er als CEO die Geschäfte wieder auf Kurs bringen. Harf wäre der vierte CEO in vier Jahren. Die Coty-Aktie stieg am Montag zeitweise um ein Fünftel.

    Eigentlich sollte im Sommer Luxusexperte Pierre Denis, zuvor Chef des Schuhlabels Jimmy Choo, Pierre Laubies an der Spitze ablösen. Nun übernimmt der erfahrene Manager Harf selbst. Er hatte schon nach dem Zukauf von Coty 1990 den Kosmetikkonzern groß gemacht.

    Die Schwierigkeiten von Coty begannen 2016 mit der Übernahme der 43 Beautymarken von Procter & Gamble. Stolze 12,5 Milliarden Dollar hatte JAB dafür auf den Tisch gelegt. Immer noch drückt eine Schuldenlast von 8,14 Milliarden Dollar den Konzern.

    Vor einem Jahr musste Coty bereits drei Milliarden Dollar abschreiben. Denn der Deal, den der umtriebige JAB-Partner Bart Becht eingefädelt hatte, erwies sich als problematisch. Die Integration der neuen Marken ist längst nicht abgeschlossen. Becht, der lange als möglicher Nachfolger für Harf galt, verließ JAB vor einem Jahr.

    Der Wechsel von Harf an die Spitze von Coty kommt parallel zum Einstieg von KKR. Der Finanzinvestor investiert eine Milliarde Dollar durch Vorzugsaktien in Coty. KKR will zudem für rund 2,5 Milliarden Dollar 60 Prozent am Friseurgeschäft rund um Wella übernehmen. Das Salongeschäft wird als eigenständiges Unternehmen ausgelagert. Das frische Kapital von KKR nutzt Coty, um die drückende Schuldenlast abzubauen.

    Reduzierte Fixkosten

    „Die Kapitalspritze von KKR und eine Kreditrückzahlungspause von einem Jahr helfen Coty, die Krise zu überstehen“, schrieb Diane Shand, Kreditanalystin von S&P, im Mai. KKR hält künftig 17 Prozent an Coty und stellt zwei Aufsichtsräte, einer ist KKR-Europachef Johannes Huth.

    Peter Harf soll auf Wunsch von KKR Coty enger an der Leine führen. Die Zentrale zieht von New York nach Amsterdam. Die Fixkosten sollen um ein Viertel, sprich 700 Millionen Dollar, über 30 Monate sinken. Das Lieferantennetz wird gestrafft. Coty will schneller und profitabler werden. So soll etwa die lukrativere Hautpflege statt dekorativer Kosmetik stärker in den Fokus rücken.

    Große Wachstumschancen für Coty sieht Harf in Kylie Beauty. In das aufstrebende Unternehmen von Influencerin Kylie Jenner hatte sich Coty im November für 600 Millionen Dollar mit 51 Prozent eingekauft. Vor zwei Wochen kam die Hautpflegemarke Kylie Skin nach Europa – exklusiv bei der Drogeriekette Douglas.

    Mehr: Reimann-Manager Harf wird CEO: „Coty braucht eine starke, aber gütige Hand“

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