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KPMG

Bei dem Unternehmen liegt das Advisory-Geschäft nun gleichauf mit der Wirtschaftsprüfung.

(Foto: Reuters)

KPMG, EY, PwC, Deloitte Die „Big Four“ der Wirtschaftsprüfer legen ein starkes Jahr hin

Die großen deutschen Prüfgesellschaften wachsen stärker als die Gesamtwirtschaft. Vor allem der Boom der Beratung beschert den vier Firmen gute Geschäfte.
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DüsseldorfDer Boom in der Beratung treibt das Geschäft der großen Wirtschaftsprüfer in Deutschland auf Rekordhöhe. Die „Big Four“ genannte Gruppe aus PwC, EY, KPMG und Deloitte ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im Schnitt um zehn Prozent gewachsen, wie Berechnungen des Handelsblatts zeigen. Damit haben die Prüfer deutlich stärker zugelegt als die Gesamtwirtschaft.

Am Donnerstag hat mit KPMG das letzte der vier Unternehmen seine Zahlen für 2017/18 vorgelegt. Die Nummer drei der Branche steigerte ihre Gesamtleistung um zehn Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. In die Gesamtleistung ist der Umsatz von Projekten eingerechnet, die im Geschäftsjahr begonnen, aber noch nicht als Umsatz verbucht wurden.

Stärkeres Wachstum verzeichnete nur Deloitte, das auf ein Plus von 18 Prozent kam und 1,47 Milliarden Euro erwirtschaftete. Marktführer PwC erreichte in Deutschland 2,2 Milliarden Euro Gesamtleistung (plus 5,4 Prozent), EY als Nummer zwei lag mit 2,0 Milliarden Euro (plus 8 Prozent) nur noch knapp dahinter.

Für das kommende Jahr zeigen sich die „Big Four“ trotz möglicher Konjunkturabkühlung optimistisch: PwC und EY gehen von hohen einstelligen Zuwachsraten aus, Deloitte von zehn Prozent. Klaus Becker, KPMG-Vorstandssprecher, wollte sich nicht genau festlegen, sprach aber von einem „schwungvollen Start“ in das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr mit ähnlichen Wachstumsraten wie zuvor.

Die Prüfer bauen seit mehreren Jahren ihre Beratungs-Divisionen aus und profitieren kräftig vom Boom dieser Branche. Bei KPMG liegt das Advisory-Geschäft nun gleichauf mit der Wirtschaftsprüfung: Beide kamen auf einen Umsatz von rund 670 Millionen Euro, wobei die Beratungssparte um 17 Prozent stärker wuchs.

Bei Deloitte und PwC sind die Consultingsparten mittlerweile größer als die einst dominierende Abschlussprüfung. Alle großen Anbieter haben in den vergangenen Jahren in der Beratung zugekauft – meist kleinere Spezialanbieter. PwC hat mit Strategy& aber auch einen größeren Strategieexperten übernommen.

Getrieben wird das Beratungsgeschäft von der Internationalisierung der Kunden. Die Gesellschaften dürfen in diesen Fragen Firmen beraten, bei denen sie nicht zugleich Abschlussprüfer sind. Sie sind vor allem in operativen Fragen kompetent, also im konkreten Umbau der Prozesse bei Finanzen, Einkauf oder Personal.

Lukrative Consultingangebote

Wie stark dieser strategische Schwenk die Prüfer wachsen lässt, zeigt ein Mehrjahresvergleich. 2015 kamen die „Big Four“ auf ein aggregiertes Umsatzvolumen von 5,5 Milliarden Euro. Drei Jahre später erreicht der Wert 7,5 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 36 Prozent.

Die aktuellen Jahresergebnisse der vier Anbieter zeigen aber auch, dass das traditionelle Prüfungsgeschäft keineswegs stagniert. KPMG wuchs mit sieben Prozent vergleichsweise gut, nur Deloitte legte mit elf Prozent stärker zu. Das Wachstum kommt zum einen aus neuen Mandaten für Bilanztestate.

Vor allem aber sind auch in diesem Segment die Consultingangebote besonders gefragt und lukrativ: Bei der sogenannten prüfungsnahen Beratung geht es um Risikomanagement, Wirtschaftskriminalität und die Einführung neuer Bilanzstandards.

Für KPMG sind Ausbau und Erfolg des Advisory-Geschäfts besonders wichtig. Das Unternehmen ist aktuell bei 18 Dax-Konzernen Abschlussprüfer. Durch die verpflichtende Rotation wird KPMG in den nächsten Jahren den Großteil dieser Mandate verlieren.

Neu gewonnen hat die Firma im Dax bisher nur Covestro, dazu kommen einige Familienunternehmen. Bei mehreren Ausschreibungen renommierter Prüfungsmandate im Dax kam KPMG allerdings zuletzt nicht zum Zuge und hatte gegenüber EY das Nachsehen, so etwa bei VW oder Lufthansa.

Vorstandssprecher Becker gibt sich aber gelassen. „Mal gewinnt der eine, mal der andere Anbieter“, sagt er. „Aber es ergeben sich in jedem Fall neue Chancen.“ Die Firmen, die KPMG nicht mehr prüfen wird, will die Gesellschaft als Kunden in der Beratung gewinnen.

Bei Konzernen wie etwa Volkswagen hat KPMG wiederum andere strategische Interessen: Der Autohersteller ist bereits einer der größten Kunden der KPMG-Beratung. Dieses Geschäft müsste zum überwiegenden Teil aus rechtlichen Gründen eingestellt werden, wenn die Gesellschaft bei VW die Abschlussprüfung übernehmen würde.

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