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Kraftfahrzeuge Geschlossene Zulassungsstellen sorgen bei Autohändlern für Probleme

Ob ein Wagen momentan zugelassen werden kann, gleicht einer Lotterie. Einheitliche Regelungen gibt es nicht. Das bringt Händlern Liquiditätsprobleme.
10.04.2020 - 13:43 Uhr Kommentieren
Der Stau bei Zulassungen bereitet den Händlern Probleme. Quelle: Imago
Neuwagen von VW

Der Stau bei Zulassungen bereitet den Händlern Probleme.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Dirk Steeger, Geschäftsführer der Autohauskette König, hat zu viele Autos und zu wenig Geld. Wegen der Coronakrise hat sich ein Zulassungsstau gebildet, sodass bereits bestellte Fahrzeuge auf seinem Gelände stehen, aber nicht mehr an die Kunden weitergegeben werden können.

Geschlossene oder nur eingeschränkt arbeitende Zulassungsstellen sind zu einem Liquiditätsproblem für Autohändler geworden. Einheitliche Regelungen, welche Stellen noch wie arbeiten, gibt es nicht. Die Zulassung eines Kraftfahrzeugs gleicht in diesen Tagen einer Lotterie.

Auf der Website des Kfz-Dienstleisters Kroschke gibt es eine Liste der deutschlandweiten Zulassungsstellen, denen jeweils eine Farbe zugeordnet wird. Die Farben stehen für den aktuellen Status der Behörde. „Wir unterscheiden zwischen offen, offen mit Termin, offen mit Einschränkungen, offen für Gewerbekunden und geschlossen“, erklärt Geschäftsführer Philipp Kroschke.

Die Liste wird zweimal am Tag aktualisiert, denn die Situation ändert sich fortlaufend. Einheitliche Standards, etwa landes- oder gar bundesweite Regelungen gibt es nicht.

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Standort erkennen

    Autohändler Dirk Steeger schätzt, dass sein Unternehmen insgesamt 25 Millionen Euro an Kapital in Form von ungenutzten Fahrzeugen an seinen insgesamt 52 Standorten stehen hat. Das ruft ein weiteres Problem hervor: „So viele Flächen haben wir gar nicht“, erklärt Dirk Steeger.

    Er habe bisher noch keine Stellplätze anmieten müssen, aber er wisse von Kollegen, die das nicht haben vermeiden können. Eine Situation, die den ohnehin schon angeschlagenen Automarkt in Bedrängnis bringt. Denn die Aufträge, die sich jetzt stauen, stammen noch aus Vor-Corona-Zeiten, als die Bücher voll waren. „Jetzt wird die Auslieferung blockiert“, sagt Dirk Steeger.

    „Es gleicht einem Flickenteppich“

    Auf Philipp Kroschkes Liste finden sich in jeder Kategorie Kfz-Stellen aus allen Bundesländern. Ob bei einem Autokauf der Neuwagen auch wirklich zugelassen werden kann, ist also reine Glückssache. „Ich rate Kunden, sich schon vor dem Kauf zu informieren, ob die eigene Zulassungsstelle geöffnet ist“, sagt Philipp Kroschke.

    Im Zweifelsfall auf einen anderen Kreis auszuweichen, ist nicht möglich. Auch Kroschkes Unternehmen, das Zulassungen übernimmt und bündelt, muss Kunden momentan öfter enttäuschen und ihnen raten, nach der Krise wiederzukommen.

    Dass jede Behörde die momentane Situation auf eine andere Weise angeht, führt zu viel Verunsicherung. Philipp Kroschke sagt: „Es gleicht einem Flickenteppich“. Das Amt in Frankfurt beispielsweise hat die Zulassung für Gewerbekunden auf drei pro Tag festgelegt. Privatkunden können in Notfällen oder für systemrelevante Berufe Termine vereinbaren.

    Manche Ämter vergeben täglich neue Stückzahlen für Zulassungen. Andere Stellen wiederum sind weiter ohne Einschränkungen geöffnet – oder aber komplett geschlossen. Die einzige Tendenz, die sich festlegen lässt, formuliert Dirk Steeger so: „In großen Städten ist es sehr kompliziert, im Umland ist es etwas einfacher“.

    Philipp Kroschke schlägt vor, Übergaberäume einzurichten, wo die einzureichenden Unterlagen abgegeben und das fertige Zulassungspaket abgeholt werden könnten – ohne große Infektionsgefahr. Aber er sieht auch, dass sich viele Ämter langsam in die richtige Richtung bewegen. „Der Anteil geschlossener Stellen nimmt ab“, sagt Kroschke, momentan seien es nur noch etwa 17 Prozent.

    Auch Händler Steeger hofft, die an seinen Standorten geparkten Autos bald zulassen zu dürfen: „Wir sollten das, was risikoarm ist, wieder zum Leben erwecken“.

    Mehr: Der mittelständisch geprägten Branche machen die wochenlangen Schließungen schwer zu schaffen. Auch nach Ende des Shutdowns wird sich der Autohandel verändern müssen.

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