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Krisen-Jet 737 Max Norwegian will Schadenersatz von Boeing

Der Billigflieger Norwegian verlangt Schadenersatz, weil der Jet 737 Max in den meisten Ländern wegen der Flugverbote nicht mehr abheben kann.
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Boeing 737 Max 8: Norwegian will Schadenersatz von Boeing Quelle: Reuters
Norwegian

Die Airline muss 18 Jets des Typs 737 Max zwangsparken und verlangt nun Schadensersatz von Boeing.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer skandinavische Billig-Anbieter Norwegian fährt schwere Geschütze gegen den US-Flugzeughersteller Boeing auf. Die Airline will wegen des mittlerweile fast weltweit geltenden Flugverbots für Flugzeuge des Typs 737 Max 8 Schadenersatz einfordern.

Das Unternehmen beklagt Einnahmeausfälle und höhere Kosten durch das Flugverbot. Norwegian betreibt 18 Jets des Typs 737 Max in Europa. Nach zwei Abstürzen innerhalb von fünf Monaten mit fast fabrikneuen Flugzeugen und fast 350 Toten haben zahlreiche Länder ein vorläufiges Verbot für die 737 verhängt. So darf der Jet unter anderem in Europa, Australien, China, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emirate, Neuseeland und Fidschi nicht mehr starten und landen. Eine der wenigen Ausnahmen, wo das Flugzeug noch fliegen darf, sind die USA.

Das Verbot ist ein tiefer Eingriff für Airlines. Das Flugzeug wird zum einen als Zubringer zu Drehkreuzen genutzt. Fluggesellschaften wie Norwegian nutzen den Jet aber mittlerweile verstärkt auch für Direktverbindungen zwischen zwei weiter entfernten Flughäfen. Denn die Max kann weiter fliegen als der Vorgänger. Wenn also Norwegian 18 Flugzeuge parken muss, bedeutet das erhebliche Verwerfungen im Flugplan der Airline.

Hinzu kommt: Norwegian steckt selbst in einer schwierigen Situation. Die Airline ist einer der Pioniere beim Versuch, das Billigmodell auf die Langstrecke zu übertragen. Mit der damit verbundenen massiven Expansion hat sich das Unternehmen aber verhoben. Die Schuldenlast wurde immer größer, die Zweifel an der Solidität der Airline wuchsen. Erst eine Kapitalerhöhung vor wenigen Wochen brachte wieder mehr Vertrauen.

Aber klar ist: Die durch die 737 Max nun verursachten Einnahmeausfälle tun Norwegian besonders weh. Dazu gesellt sich der Aufwand für das Umbuchen der Passagiere und die Beschaffung von Ersatz-Jets etwa über teure Wet-Lease-Verträge, also das Mieten von Flugzeugen samt Crews.

Gleichzeitig hat Norwegian bei einer auch härteren Auseinandersetzung mit Boeing nur wenig zu verlieren. Denn die Airline hat einen Schrumpfkurs eingeleitet. So wird überlegt, neben der A320-Flotte auch Teile der 737-Flotte abzugeben beziehungsweise Bestellungen zu stornieren. Die Abhängigkeit von dem nun in die Kritik geratenen Jet könnte also über kurz oder lang sinken.

Andere Airlines dürften dem Beispiel von Norwegian wohl eher nicht folgen. Üblicherweise werden Probleme mit einem Flugzeug relativ leise und unbemerkt von der Öffentlichkeit zwischen Hersteller und Fluggesellschaft geregelt. So hat zum Beispiel keine Airline Airbus wegen der massiven Lieferverzögerungen bei der A320neo vor den Kadi gezerrt. Verträge sehen in solchen Fällen sowieso Kompensationszahlungen vor.

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1 Kommentar zu "Krisen-Jet 737 Max: Norwegian will Schadenersatz von Boeing"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Für mich ist der Fall 737MAX Boeings Dieselskandal.
    Es wurde bewusst verschleiert und betrogen, so viel steht doch jetzt schon fest.

    Außerdem sollte das den Apologeten der autonomen Verkehrsmittel zu Denken geben.

    Wieviel Fläche muss den um so einen autonomen Bus freigehalten werden, damit die alle 100.000 Betriebsstunden auftretenden Software-HickUps wenig Schaden anrichten? Von der Sperrung ganzer Städte wegen ein paar tausend "Lufttaxis" genauso zu schweigen, wie von dem Terroristen, der sein Taxi zum Flughafen auf den letzten Metern in ein startendes Flugzeug umlenkt.

    Da sollten alle mal wesentlich stärker die Finger von lassen.
    Was mit schienengebundenen Verkehrsmitteln auf abgesperrten Bahnkörpern einigermaßen funktioniert, ist doch im voll chaotischen freien Gelände absolut illusorisch.
    Oder die Verkäufer dieser Geräte installieren gleich ein außen liegendes Display für die Strecke (im waidmännischen Sinne) des autonomen Kampfvehikels.

    Außerdem sollte das mit dem Lufttransport weiter eingeschränkt und nicht weiter verbreitet werden. Ich sage nur: Fluglärm und Energieverbrauch!
    1000 Lufttaxis machen mehr Lärm als alle Heuschrecken, die Ägypten je überfallen haben!