Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Krisenmanager Coronavirus belastet Puma: Wie CEO Gulden um sein China-Geschäft kämpft

Mit Puma eilte Bjørn Gulden zuletzt von einem Rekord zum nächsten. Doch wegen des Coronavirus muss er sich jetzt als Krisenmanager beweisen.
19.02.2020 - 18:44 Uhr Kommentieren
In China bleiben die meisten Läden geschlossen. Quelle: dpa
Puma-Chef Gulden

In China bleiben die meisten Läden geschlossen.

(Foto: dpa)

Herzogenaurach Es ist inzwischen zur morgendlichen Routine geworden: Wenn Bjørn Gulden ins Büro kommt, greift er erst einmal zum Telefonhörer. Dann ruft der CEO von Puma seine Vorstandskollegin Anne-Laure Descours an. Die Französin wohnt und arbeitet in Hongkong, ist bei der Sportmarke für den Einkauf zuständig und hat einen guten Überblick, wie sich die Coronavirus-Epidemie auf das Geschäft auswirkt. Oder er wählt die Nummer von Philippe Bocquillon in Schanghai, dem China-Chef des Konzerns.

Was ihm die Manager in den vergangenen Tagen zu berichten hatten, war wenig ermutigend. Die meisten Läden in der Volksrepublik sind geschlossen und die Online-Bestellungen lassen sich nicht ausliefern, weil es an Paketboten fehlt. Den Februar kann Gulden in seinem wichtigsten Wachstumsmarkt China daher jetzt schon abhaken. Immerhin, die meisten Fabriken der Lieferanten laufen, wenn auch zum Teil auf Sparflamme.

Bislang hat der ehemalige Profi-Fußballer Gulden Jahr für Jahr neue Rekorde verkündet. Die strebe er auch für 2020 an, unterstrich der 54-Jährige am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2019. Aber zunächst einmal ist der Norweger als Krisenmanager gefragt.

„Wir saßen hier in der dritten Woche im Januar und hatten super Zahlen“, erläuterte Gulden. Dann brach die Katastrophe über China herein, und auch für Gulden war nichts mehr wie vorher. Denn China ist der Motor von Puma, ja der gesamten Sportindustrie.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    In der riesigen Nation steigerte Gulden den Umsatz vergangenes Jahr um 40 Prozent, knapp 15 Prozent der Erlöse stammen aus der Volksrepublik. Mehr noch: „Der Umsatz in China ist profitabler als überall anders, das ist das profitabelste Land überhaupt“, führte Gulden aus.

    Marke zum Glänzen gebracht

    Vor sieben Jahren ist der ehemalige Deichmann-Manager angetreten, die angestaubte Marke Puma wieder aufzurichten. Das ist ihm gut gelungen. Mit 5,5 Milliarden Euro erzielte der traditionsreiche fränkische Turnschuh-Hersteller vergangenes Jahr den höchsten Umsatz aller Zeiten. Gulden hat damit seine vergangenes Jahr zwei Mal erhöhte Prognose sogar noch leicht übertroffen. Die Investoren sind angetan, mit einem Kursplus von acht Prozent war Puma am Mittwoch der mit Abstand größte Gewinner im MDax.

    Bislang war Guldens ganzer Fokus darauf gerichtet, den Rivalen Adidas und Nike Platz in den Regalen der Sporthändler abspenstig zu machen. Weil er sich stärker als die Marktführer auf den Fachhandel fokussierte, erwarb sich Gulden einen guten Ruf unter den Ladenbesitzern. Nun aber sieht er sich einer Bedrohung gegenüber, der er wenig entgegen zu setzen hat. Findet die Epidemie nicht bald ein Ende, wird es dieses Jahr nichts mit weiteren Bestmarken für Puma.

    Ziel für 2020 sei ein Umsatzplus von zehn Prozent und ein deutlich höherer operativer Gewinn, erklärte Gulden am Mittwoch. „Es gibt Leute in China, die glauben, dass nach der Krise sehr viel eingekauft wird“, orakelte Gulden. „Aber das ist schwer zu beurteilen.“

    Es gibt Leute in China, die glauben, dass nach der Krise sehr viel eingekauft wird. Bjørn Gulden (CEO Puma)

    Momentan, so das Ergebnis des jüngsten Briefings aus Fernost, sind 70 seiner 110 Läden in China auf Anweisung der Behörden geschlossen, von den 2500 Puma-Shops der Partner ist kaum einer geöffnet. Entscheidend für Gulden ist nun, wenigstens den Rest der Welt mit Ware aus China zu versorgen.

    Momentan verzögern sich die Lieferungen um zwei bis drei Wochen. Zudem will er die Geschäfte so schnell möglich wieder eröffnen – selbst wenn zunächst wenig los sein dürfte. Zwei, drei Mal am Tag beratschlage er sich derzeit mit den Kollegen in Asien.

    Als Skandinavier ist Gulden von Natur aus eher gelassen. Laute Töne sind nicht seine Sache. Panik zu schüren liegt ihm fern. Es gebe keinen Grund, das Jahr bereits abzuschreiben, betonte Gulden am Mittwoch: „Es ist zu früh, die Ziele zu reduzieren.“ Gulden dürfte in den Augen der Anleger helfen, dass es der Konkurrenz nicht besser geht. Adidas-Chef Kasper Rorsted ließ am Mittwoch mitteilen, das Geschäft in China sei seit Ende Januar um 85 Prozent eingebrochen.

    Mehr: Das Coronavirus hat das Geschäft von Adidas in China fast zum Erliegen gebracht. Alle aktuellen Entwicklungen im Newsblog.

    Startseite
    Mehr zu: Krisenmanager - Coronavirus belastet Puma: Wie CEO Gulden um sein China-Geschäft kämpft
    0 Kommentare zu "Krisenmanager: Coronavirus belastet Puma: Wie CEO Gulden um sein China-Geschäft kämpft "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%