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Krispy Kreme Familie Reimann geht mit Donuts an die Börse

Die JAB Holding will nach dem Kaffeespezialisten JDE Peet’s nun ihre Donut-Kette Krispy Kreme aufs Parkett bringen. Weitere JAB-Firmen machen sich börsenfein.
23.06.2021 - 15:24 Uhr Kommentieren
Die amerikanische Donut-Kette hat im Lockdown einen Rekordumsatz erwirtschaftet und steht kurz vor dem Börsengang. Quelle: ddp images/Anthony Behar/
Donuts von Krispy Kreme

Die amerikanische Donut-Kette hat im Lockdown einen Rekordumsatz erwirtschaftet und steht kurz vor dem Börsengang.

(Foto: ddp images/Anthony Behar/)

Düsseldorf Die US-Donut-Kette Krispy Kreme sorgt seit dem Frühjahr für Aufsehen: Jeder Kunde in den USA, der gegen Corona geimpft ist, bekommt einen Donut gratis, lautet das Versprechen – und zwar jeden Tag, bis Jahresende. Seitdem wurden Millionen Frei-Donuts verteilt. Gewöhnlich verkauft Krispy Kreme im Jahr 1,3 Milliarden Schmalzkringel.

Die traditionsreiche Kette, die 1937 gegründet wurde, gehört seit 2016 zum Firmenbesitz der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. Deren Investmentholding JAB will Krispy Kreme nun in New York an die Börse bringen. Die Kette soll unter dem markanten Kürzel „DNUT“ an der Nasdaq gehandelt werden.

Mitten in der Coronakrise hatten die Reimanns bereits das Kaffeeunternehmen JDE Peet’s mit bekannten Marken wie Jacobs, Senseo oder Tassimo erfolgreich aufs Parkett gebracht. Der Börsengang in Amsterdam spielte im Juni 2,3 Milliarden Euro ein. Seitdem ist der Aktienkurs jedoch um 15 Prozent gesunken. Derzeit wird JDE Peet’s mit 15,8 Milliarden Euro bewertet.

Nun setzt die JAB ihre Strategie fort: Konsumgüterunternehmen mit Investoren aufkaufen, aufbauen und an die Börse bringen.

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    2016 hatte der Investmentarm von Familie Reimann mit Co-Investoren 1,35 Milliarden Dollar für Krispy Kreme gezahlt und die Donut-Kette von der Börse genommen. Nun will Krispy Kreme 26,7 Millionen Aktien ausgeben. Die Preisspanne, die am Dienstagabend veröffentlicht wurde, liegt zwischen 21 und 24 Dollar. Die Donut-Kette hofft, dass beim Börsengang bis zu 640 Millionen Dollar eingespielt werden. JAB will knapp 80 Prozent der Anteile behalten. Somit ist eine Unternehmensbewertung von bis zu vier Milliarden Dollar möglich.

    Krispy Kreme wächst, aber schreibt Verluste

    Der Zeitpunkt für einen Börsengang für Krispy Kreme scheint günstig. Immerhin fuhr die Donut-Kette im Coronajahr 2020 einen Rekordumsatz ein. Die Nettoerlöse stiegen um 17 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Menschen trösteten sich im Lockdown mit Süßem. Immer mehr Kunden lassen sich Donuts inzwischen liefern. Der Onlineverkauf ist in der Pandemie weiter gestiegen. Rivale Dunkin’ Donuts litt anfangs sehr unter dem Lockdown. Der Umsatz der deutlich größeren Café-Kette Starbucks brach um mehr als 27 Prozent ein auf 19 Milliarden Dollar.

    Allerdings arbeitet Krispy Kreme derzeit nicht profitabel. Im Geschäftsjahr 2020 (bis Januar) wuchs der Nettoverlust auf rund 61 Millionen Dollar. Außerdem lastet seit der Übernahme durch JAB ein hoher Schuldenberg von 1,2 Milliarden Dollar auf der Donut-Kette. Den hofft JAB durch den Börsengang abbauen zu können. Zudem soll Geld in Investitionen fließen.

    Eigentlich wollte Familie Reimann zunächst mit ihren Snackketten Panera Bread und Pret-A-Manger aufs Parkett gehen. Doch dann kam der Lockdown. Diese Börsenpläne sind nur auf Eis gelegt. „Konsumgüter entwickeln sich mehr und mehr in den Dienstleistungssektor hinein. Kaffeekultur in Cafés wird immer wichtiger. Deshalb haben wir mit Panera Bread und Pret-A-Manger Restaurantketten dazugekauft“, sagte Joachim Creus, designierter Nachfolger von JAB-Chairman Peter Harf, kürzlich dem Handelsblatt. Er ist überzeugt: „Unsere Restaurants kommen gestärkt aus der Krise.“

    Seit 2019 hat JAB auch in einem ganz neuen Geschäftsfeld kräftig zugekauft: Tierkliniken. NVA Compassion First betreibt mehr als tausend Tierarztpraxen vor allem in den USA und Kanada. „Tiergesundheit war eine unserer besten Investition der letzten Jahre überhaupt“, so Creus im Mai. Seit dem Einstieg sei der Wert um 60 Prozent gestiegen. Laut Bloomberg peilt JAB einen Börsengang seiner Tierkliniken noch in diesem Jahr oder spätestens Anfang 2022 an.
    Durch die neuen Börsengänge kann JAB seine Schulden abbauen. Die Netto-Verbindlichkeiten waren 2020 von 4,7 auf 7,6 Milliarden Dollar gestiegen.

    Mehr: Neuer JAB-Vize: „Das Erfolgsgeheimnis der Reimanns ist Einigkeit“

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