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Kritik an Leiharbeit Amazon trennt sich vom nächsten Dienstleister

Das Online-Versandhaus Amazon steht weiterhin in der Kritik. Amazon hat deshalb die Zusammenarbeit mit einem weiteren Dienstleister beendet. Dieser könne die „hohen Standards“ nicht erfüllen.
10 Kommentare

Amazon kündigt umstrittener Sicherheitsfirma

München Der Internet-Versandhändler Amazon trennt sich angesichts der anhaltenden Kritik am Umgang mit Leiharbeitern von einem weiteren Dienstleister. Die Firma war unter anderem für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich.

„Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, zu gewährleisten“, teilte Amazon am späten Montagabend in München mit. Bereits am Montag hatte Amazon die Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst beendet.

In der vergangenen Woche hatte eine ARD-Fernsehreportage über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Amazon-Standort im hessischen Bad Hersfeld für Kritik gesorgt. Unklare Lohnabrechnungen und harte Kontrollen durch Sicherheitsdienste gehörten zu den Vorwürfen, mit denen das Unternehmen konfrontiert wurde.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert Konsequenzen aus dem Fall Amazon und will vor allem bei der Bezahlung von Leiharbeitern ansetzen. „Wir wollen erreichen, dass die Leiharbeit neu reguliert wird“, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe (Dienstag). „Es muss der Grundsatz gelten: gleiches Geld für gleiche Arbeit.“

  • dpa
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10 Kommentare zu "Kritik an Leiharbeit: Amazon trennt sich vom nächsten Dienstleister"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Scheinheiligkeit von Amazon schreit zum Himmel. Amazon diktiert, die Dienstleister halten sich an Vorgaben. Wer dort kauft, macht sich schuldig. Vor allem Bücher: Der stationäre Buchhandel ist in großer Gefahr! Amazon und Thalia versuchen seit langem, die klassischen inhabergeführten Buchläden auszurotten, was auch ziemlich gut gelungen ist. Wer noch etwas Infrastruktur mag, ordert beim lokalen Buchhandel – der liefert oft auch kostenfrei und schnell. Und Beratung findet man da übrigens auch noch.

  • Dem kann man nichts hinzufügen.

    Willkommen in der globalisierten wunderbaren Welt des GeizIsGeil Ergebnisses.

  • Amazon hat soviel Marktmacht, daß es den Subunternehmern und auch seinen eigenen Angestellten nahezu alles diktieren kann.

    Das nächste Beispiel ist Zalando - die schreiben seit Beginn wachsende Verluste - expandieren aber wie verrückt.
    Das ist reiner Verdrängungskampf, der im normalen Handel gute Arbeitsplätze kosten wird, die Städte verlieren Steuereinahmen und klagen über Leerstände in ihren Straßen.

    Man möchte gerne mal wissen, wer die Finanziers dahinter sind, die solche Verluste einstecken und immer wieder Geld nachschießen. Das geht meiner Ansicht nach nur, wenn einige Stinkreiche das als Steuersparmodell nutzen und durch die Abschreibungen Verlust machen, der ihnen Steuererleichterungen bringt.

    Da verliert dann auch der Staat Einnahmen, letztendlich verlieren wir alle !

  • @ EinMensch

    Nicht amazon ist das Problem, sondern der dort kaufende Kunde. Schließlich hat erst dieser, amazon zu dieser marktbeherrschenden Stellung im Internethandel verholfen.
    Irgend etwas hat amazon als Unternehmen gegenüber den Mitbewerbern besser gemacht, weshalb Kunden dort kaufen.
    An amazon erkennt man die Problematik der „freien Marktwirtschaft“ überdeutlich. Es gibt keine Transparenz mehr zu den Bedingungen, unter welchen amazon seine Marktführerschaft erkämpft. Erst durch Medienrecherche und daraufhin folgendem öffentlichen Druck werden die Mißstände offensichtlich, unter welchem amazon sein Geschäftsmodell erfolgreich im Markt etabliert hat. Firmensitz ist natürlich in Luxemburg, genau wie bei ebay oder paypal.
    Die „freie Marktwirtschaft“ stinkt schon lange vom Kopf her. Weil sie ungerecht ist und nur wenigen die Taschen randvoll füllt. Die große Masse wird in einer „freien Marktwirtschaft“ nur verlieren.

  • Schon fast lächerlich wie Amazon sich hier versucht herauszuwiden...Amazon ist DER Ausbeuter!!! Amazon nimmt alles mit was gerade so nicht mehr legal ist und wartet einfach mal ab ob es Protest gibt... Alles andere sind Bauernopfer. Amazon kann feuern wen die wollen, der Fisch stinkt vom Kopf. Das ganze System Amazon ist auf Ausbeute, Ausnutzen und teilweise an Betrug grenzende Handlungen ausgelegt. Unterstützt mit meinen Steuergeldern durch die Jobcenter und andere Subventionen. Das nenne ich eine echte Schweinerei!!

  • Nun hat sich das Musterunternehmen, das in den Anfängen des online-Handels, teilweise mit Arroganz aufgetreten ist, selbst geautet!

    Profitgier und das schamlose Ausnutzen von Aushilfen /Lebensumständen, die um Ihre Existenz täglich ringen ist ein Firmenprofil von "amazon".

    Solchen Unternehmen wie auch "kik" / die in Bangladesch nähen lassen, muss man massiv die Stirn zeigen.

    Das ist Kaptitlismus in Reinkultur.

    Solche Unternehmen tragen Ihren Beitrag zur sozialen Spaltung der Gesellschaft mit bei.

    Der Kunde kann mitentscheiden ob er bei solchen Unternehmen einkauft oder nicht!

  • Deutschland sollte sich vom US-Anbieter Amazon trennen!

    Wer es bisher geschafft hat mit unfairen Machenschaften zu amerikanisch - kapitalistischen Methoden zu arbeiten, wird das auch weiterhin tun, sobald Gras über die Sache gewachsen ist.
    Aus dem Ausland heraus ist der Versand teurer und der Laden damit für deutsche Kunden unattraktiver. Schön wäre es auch, wenn das Zeug dann auch noch ordentlich verzollt werden könnte.
    Mindestvorgaben haben dann übrigens keinen Sinn, wenn sie per EU über die Grenzen hinaus umgangen werden können. Steuern, Abgaben und Sozialstandarts müssen da geleistet werden, wo der Gewinn erzielt wird, nicht wo einer wohnt, bzw. die Firma ihren Sitz hat - sonst wird das nix!

  • Wie wäre es mit einer Art "fair trade"-Siegel,was es für Produkte aus Entwicklungsländern schon lange gibt?
    Denn allem Anschein nach,sind wir in unserem Kapitalistischen System,wieder bei Frühkapitalistischen Verhaltensweisen angelangt.Das muss aufhören!Ähnliche Maßnahmen sollte man in Sachen Datenschutz unternehmen und Firmen zertifizieren,die ihrer Verantwortung nachkommen.

  • Ich finde das zu drollig.
    Nun sind die Subunternehmer an allem schuld,
    so als wenn Amazon von all dem nichts gewusst hätte !

    Was haben die den bitteschön von einem "Sicherheits"unternehmen erwartet bei dessen Abkürzung der Name HESS herauskommt ?
    So naiv kann man doch gar nicht sein !!

    Aber genau ist ja das Prinzip des Outsourcing:
    Es geht ja nicht nur darum Kosten einzusparen,
    sondern vor allem uch darum, dass man sich so oft wie nur möglich aus der Verantwortung stehlen stehlen kann !!!

  • Solange es keine Lohnuntergrenzen für alle gibt, werden die Firmen weiterhin die Mitarbeiter ausnutzen.

    Selbst wenn einmal ein Anbieter mehr bezahlt und teurere Standards seinen Mitarbeitern bieten will, wird er doch sofort von den Lohndumpern der Branche aus dem Wettbewerb geworfen.

    Und auch dem Verbraucher muß durch Mindestvorgaben geholfen werden. Denn teurer einkaufen heißt noch lange nicht, das das Geld dann auch bei den Mitarbeitern ankommt. Und dies gilt bei den Leiharbeitern ebenso wie in der Lebensmittelindustrie und anderen Branchen.

    Nein. Wenn in unserer Marktwirtschaft der Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung das einzig steuernde Element ist, müssen allgemein verpflichtende Mindeststandards her, um Mißbräuche zu vermeiden und die soziale Marktwirtschaft zu erhalten.

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