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Kündigung unwirksam Ex-Schlecker-Mitarbeiterin gewinnt vor Gericht

Eine ehemalige Filialleiterin hat mit der Klage gegen ihre Kündigung recht bekommen. Ihr wurden rückwirkende Gehaltszahlungen zugesprochen. In tausenden weiteren Fällen stehen Entscheidungen noch aus.
28.06.2012 - 09:53 Uhr 2 Kommentare

Letzte Schleckerfilialen geschlossen

Stuttgart/Ehingen Eine frühere Schlecker-Mitarbeiterin aus Baden-Württemberg hat vor Gericht erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt. Das Arbeitsgericht Heilbronn entschied, dass in ihrem Fall die bei der Kündigung getroffene Sozialauswahl grob fehlerhaft war, wie das Landesarbeitsgericht am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. „Die Kündigung ist unwirksam und das Arbeitsverhältnis besteht weiter“, sagte ein Gerichtssprecher.

Der langjährigen Leiterin einer Filiale der Drogeriekette war am 28. März im Zuge der Insolvenz wie 10 000 weitere Beschäftigte gekündigt worden. Dagegen hatte sie geklagt. Das Urteil sei bereits am 21. Juni gefällt worden (AZ: 8 Ca 71/12). Das Gericht geht davon aus, dass es sich hierbei um den ersten entschiedenen Schlecker-Prozess der ersten Kündigungswelle Ende März handelt. Bundesweit hatten rund 4500 frühere Mitarbeiter geklagt.

Die Klägerin könne wegen der Betriebsstilllegung zwar davon ausgehen, wie die verbliebenen 13 200 Mitarbeiter ebenfalls erst freigestellt und dann erneut gekündigt zu werden. Aufgrund des Urteils habe sie allerdings das Recht auf rückwirkende Gehaltszahlungen. Am Mittwoch hatten alle verbliebenen 2800 Schlecker-Filialen in Deutschland endgültig geschlossen.

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    • dpa
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    2 Kommentare zu "Kündigung unwirksam: Ex-Schlecker-Mitarbeiterin gewinnt vor Gericht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schlecker´s Finanz- und Marktlage, mal ganz abgesehen vom Imageschaden durch die "Drehtür"-Klausel in der Zeitarbeit, war bereits im vorhinein desaströs. Einige HB-Artikel haben dies hinlänglich erörtert.

      Von daher hat die Dame ein gutes Recht darauf, sich wenigstens ein bisschen persönliche Würde über diesen Weg zurückzuklagen. Denn grundsätzlich sind alle Mitarbeiter nun Opfer und nicht nur wir Steuerzahler, die jetzt die ALG-1- und Insolvenzgelder zu finanzieren haben.

      Von daher war auch Schlecker allgemein nicht mehr übernahmefähig und es ging wohl eher um eine möglichst lange Überbrückungszeit bis zum endgültigen Ende.

      Aber vielleicht kann man ja bei den Schenkungsverträgen der Familie Schlecker noch ein bisserl rausholen und das Geld für die Gehaltsnachzahlungen aufwenden. Das Geld würde dann nämlich sinnvollerweise in die deutsche Vokswirtschaft fließen, bei deren sich die Firmengründer gerade massiv, negativ in Kredit bringen. Dort wird jetzt nämlich ggf. wieder weniger Nachfrage und mehr Unsicherheit entstehen.

      Mit besten Grüßen & Wünschen aus München

    • Na, toll. Geld wird sie wohl kaum bekommen, mit ihrer Klage hat sie dazu beigetragen Schlecker endgültig zu begraben.
      Kein Unternehmen, in dem fast 1/3 der Mitarbeiter auf Weiterbeschäftigung klagt, wird von irgendeinem noch so abschreibungswütigen Investor übernommen.

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