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Kundengeldabsicherung Kartellamt ermöglicht Tui weiteren Verkauf von Pauschalreisen

Wenige Tage vor Ablauf der Frist haben die Kartellwächter den Weg für eine neue Versicherungslösung frei gemacht, ohne die Tui keine Kundengelder mehr hätte annehmen dürfen.
14.04.2020 - 17:48 Uhr Kommentieren
Das Kartellamt genehmigt Tuis neues Versicherungsmodell. Die abschließende Beurteilung durch die Bafin steht aber noch aus.
Tui

Das Kartellamt genehmigt Tuis neues Versicherungsmodell. Die abschließende Beurteilung durch die Bafin steht aber noch aus.

Düsseldorf Für Europas größten Reisekonzern Tui kommt Rettung in Sicht. Wie das Bundeskartellamt am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, erhält der Urlaubsveranstalter aus Hannover die Erlaubnis, mit dem Wettbewerber DER Touristik einen gemeinsamen Kapitalstock zur Kundengeldabsicherung aufzubauen. In ihn wollen beide Konzerne zusammen 130 Millionen Euro Liquidität einbringen.

Um eine verlässliche Absicherung von Kundenanzahlungen zu erreichen, ohne die Reiseveranstalter für Urlaubspakete kein Geld annehmen dürfen, hatte die Finanzaufsicht Bafin der Tui – wie auch der Rewe-Tochter DER Touristik – ein letztes Ultimatum bis zum 28. April gesetzt.

Das alte Modell der zwei Konzerne, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit mit dem Namen Deutscher Reisepreis-Sicherungsverein auf Gegenseitigkeit (DRS VVaG), hatte die Bafin nach der Pleite von Thomas Cook überprüft und für unzureichend beurteilt.

Doch der erste Anlauf einer Nachbesserung scheiterte. Ein Konsortium von Rückversicherern, das zunächst beim DRS für ausreichende „Bedeckung“ sorgen wollte, stellte seine Zusage zurück, nachdem Tui Mitte März wegen Corona den Geschäftsbetrieb einstellte und Staatshilfe beantragte.

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    Kurz darauf verständigten sich die zwei Wettbewerber auf einen Plan B. Am 27. März meldeten sie beim Bundeskartellamt ihre Absicht an, den bis dahin nur mit sechs Millionen Euro Kapital ausgestatteten DRS mit genügend Liquidität zu versorgen, um ihn so als eigene Versicherung nutzen zu können.

    Genügend Geld dürfte Tui für die Finanzspritze zur Verfügung stehen, zumal der Konzern auf einen 1,8 Milliarden Euro schweren KfW-Kredit bauen kann, den der Staat über die Hausbanken vor wenigen Tagen an Tui ausreichte. Einen Zusammenhang zwischen der gewährten Staatshilfe und der nun geplanten Versicherungs-Kapitalisierung weist ein Konzernsprecher indes zurück. "Der Betrag für die Einlage wurde bereits vor der Bewilligung des KfW-Kredits budgetiert", sagte er. Darüber hinaus besitze Tui noch eigene Finanzmittel und eine bestehenden Kreditlinie "deutlich über die Frist der BaFin am 28.4.20 hinaus".

    Rewe gab vor Ostern bekannt, dass man mit den Hausbanken die eigenen Kreditlinien um eine Milliarde Euro erhöht habe.

    Die abschließende Beurteilung des neuen Versicherungsmodells durch die Bafin steht noch aus. Bei der Finanzaufsicht ließ man jedoch durchblicken, dass der Plan B bereits vor dem Antrag beim Bundeskartellamt mit der Bafin abgestimmt wurde.

    Mehr: Europas größter Reisekonzern nimmt die entscheidende Hürde für den KfW-Hilfskredit: Die Banken sind mit dem Darlehen der staatlichen Förderbank einverstanden.

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