Flottenleasing Deutsche Firmen kaufen wieder mehr Firmenwagen

Derzeit steigen die Zulassungszahlen für neue PKW rasant an. Das kommt auch den Leasingunternehmen entgegen, die vom Austausch der Firmenflotten profitieren. Auf die Kunden kommen dabei steigende Preise zu.
  • Anke Brillen
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Nachdem Firmen in der Finanzmarktkrise ihre Flottenverträge verlängerten, ist nun die Zeit für einen Austausch gekommen. Quelle: dpa

Nachdem Firmen in der Finanzmarktkrise ihre Flottenverträge verlängerten, ist nun die Zeit für einen Austausch gekommen.

(Foto: dpa)

FrankfurtWährend die Leasingbranche insgesamt erst langsam wieder in Fahrt kommt und vermutlich 2012 das Niveau vor der Krise erreicht haben wird, erlebt die Fahrzeugsparte eine Sonderkonjunktur. Denn die Zulassungszahlen für neue PKW steigen rasant an. Davon profitiert das Leasing. Der Bundesverband Deutscher Leasingunternehmen (BDL) meldet „bei den KFZ-Bestellungen Rekordwartezeiten von mehreren Monaten.“

Nach dem Absturz 2009, als beim Fahrzeug-Leasing ein Minus von 18 Prozent verzeichnet wurde, ging es 2010 wieder aufwärts. Das geschätzte Plus beträgt drei Prozent. Der Aufwärtstrend bei Neubestellungen setzt sich in diesem Jahr fort. Das Marktforschungsunternehmen Dataforce beobachtet einen extrem guten Start ins Jahr 2011 „mit einem Wachstum von 38,4 Prozent des Flottenmarktes“.

Firmen tauschen ihre Flotte aus

„Die Nachfrage ist wieder da, weil während der Finanzmarktkrise die Flottenverträge verlängert wurden und jetzt die Zeit für einen Tausch gekommen ist“, sagt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer beim BDL, dessen Mitglieder 95 Prozent des Leasingmarktes repräsentieren. „Aus Gesprächen wissen wir, dass Flottenfahrzeuge derzeit stark gefragt sind.“

Die Leasinggesellschaften geben nicht nur gerne Neufahrzeug ab, sie nehmen auch mit Kusshand die Rückläufer wieder zurück. Denn mit dem Konjunkturmotor ist auch der Gebrauchtwagenmarkt wieder angesprungen. Die Restwerte haben sich deshalb erholt. Diese Restwerte für Leasingrückläufer waren 2009 auch wegen der Abwrackprämie ins Bodenlose gesunken. Die Gebrauchtwagen standen wie Blei in den Autohäusern, in ihrer Not mussten manche Leasinggesellschaften sogar Ackerflächen anmieten, um die Fahrzeuge parken zu können. Reihenweise platzten zudem Leasingverträge, weil in der Krise einige Kunden zahlungsunfähig wurden.

Während das Flottenleasing wieder stark an Fahrt aufnimmt, hinkt das Privatleasing noch hinterher. In diesem Segment war der Markt bedingt durch die Abwrackprämie um über 50 Prozent eingebrochen. „Privatleasing erholt sich langsam“, sagt Horst Fittler. Erst in zwei Jahren erwartet er eine gesteigerte Nachfrage, denn „erfahrungsgemäß werden Privatfahrzeuge nach vier Jahren erneuert“.

Bis 2013 rechnet der BDL mit einem insgesamt stetigen Wachstum – vorausgesetzt es ziehen keine unerwarteten schwarzen Wolken auf, die den Konjunkturhimmel eintrüben. Doch die Aussichten für die Branche sind bisher heiter. „Es werden Finanzierungen umgesetzt, die vor wenigen Monaten nicht möglich waren. Insgesamt werden wieder weniger Sicherheiten verlangt“, bestätigt Udo Dewein, Vorstand bei der Leasecontrol AG in Frankfurt.

Branche bekommt wieder Kredit

Denn von einer Kreditklemme wie in den vergangenen Monaten, als einige Leasinggesellschaften so finanzschwach waren, dass sie kein Neugeschäft mehr annehmen konnten oder wollten, kann nicht mehr die Rede sein: Leasinganbieter können sich wieder refinanzieren und verdienen wieder am Verleih. „Autos sind derzeit ein gefragtes Gut, und Kunden müssen Glück haben, wenn sie ihr Modell je nach Ausstattung im Autohaus finden. Ansonsten heißt es drei bis sechs, bei Sondermodellen sogar bis zu neun Monaten Wartezeit einkalkulieren“, so Fittler.

Den Zeitpunkt der Verknappung nutzen die Leasinggesellschaften für Preiserhöhungen. Die Margen waren in der Finanzmarktkrise wegen der höheren Refinanzierungskosten immer weiter gesunken. Teilweise wurde sogar mit Margen unter einem Prozent kalkuliert – gestützt durch Herstellersubventionen. Das soll sich nun ändern: „Bis Jahresende wird sich Leasing pauschal um einen Prozentpunkt verteuern“, prognostiziert Dewein – und zwar unabhängig von der Entwicklung des Leitzinssatzes. Derzeit liegt der Referenzzinssatz bei einem Prozent – das heißt, die Leasinggesellschaften können sich im Moment noch günstig refinanzieren. Der günstige Zinssatz wird aber keineswegs weitergereicht – und auch mit Rabatten sei nicht zu rechnen, glaubt Dewein.

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1 Kommentar zu "Flottenleasing: Deutsche Firmen kaufen wieder mehr Firmenwagen "

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  • Als Unternehmer oder Selbstständiger spritfressende Nobelkarosse und den Sprit vom Steuerzahler subventinieren lassen, zum Kotzen ist das alles.
    Die 1% Regelung für Dienstwagen ist doch nur der Topfen auf den heissen Stein, ein schlechter Witz!
    Ich muss als Arbeitnehmer mein Auto und meinen Sprit auch selbst bezahlen. Warum sollte ich deshalb als Steuerzahler, fetten Bonzen ihre Luxuskarossen und Treibstoffkosten mitfinanzieren?

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