Lebensmittelbetrug Paris fürchtet „maföse Strukturen“

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Regierung fährt schweres Geschütz auf
Verbraucherminister Hamon (r.) und Agrarminister La Foll: „Wir wollen uns gegen mögliche mafiöse Praktiken wappnen“. Quelle: Reuters

Verbraucherminister Hamon (r.) und Agrarminister La Foll: „Wir wollen uns gegen mögliche mafiöse Praktiken wappnen“.

(Foto: Reuters)

Aber nicht alle gehen so vor: Philippe Bottner, Frankreich-Direktor von Bofrost, sagte dem Handelsblatt, seine Firma arbeite prinzipiell nicht mit Tradern. Genauso äußerte sich auch Dominique Langlois, Vorsitzender des französischen Verbandes der Fleischwirtschaft: „Trader einzuschalten bedeutet nicht unbedingt, dass man die Betrugsanfälligkeit erhöht – aber mein eigenes Unternehmen arbeitet ohne sie.“ Möglicherweise müsse man die Lieferketten verändern.

Frankreichs Regierung will nun schweres Geschütz auffahren. Hamon und Le Foll kündigten an, dass neben der gesamten fleischverarbeitenden Industrie ein Jahr lang auch die fischverarbeitende Wirtschaft unter Kuratel gestellt werde. Die Minister sagten nicht, ob es konkrete Verdachtsmomente gegen Fischprodukte gebe. Die Muttergesellschaft von Spanghero, die Kooperative Lu Berri im französischen Baskenland, erwirtschaftet mehr als eine Milliarde Euro Umsatz, vor allem mit Fischprodukten und Gänseleberpastete.

Hamon und Le Foll wiederholten, man gehe immer noch von einem wirtschaftlichen Vergehen aus, nicht von einem gesundheitsgefährdenden Lebensmittelskandal. Dennoch gebe es Grund dafür, auch die Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen, in denen Fischprodukte hergestellt werden. Im französischen Fernsehen wurde eine Lachsfarm in Norwegen gezeigt, auf der Fische zerlegt werden. Köpfe und Schwänze gehen angeblich nach China, von dort käme auch der letzte Fetzen Lachsfleisch verarbeitet als Feinkostprodukt zurück.

Die französischen Minister mussten einräumen, dass trotz der Anwesenheit ihrer Spezialisten in den beiden unter Verdacht stehenden Unternehmen Spanghero und Comigel noch immer nicht klar sei, in welche Länder und an wen genau sie geliefert haben. Dass die Verarbeiter auch nach Tagen nicht nachweisen können, wer ihre Kunden sind, erfüllt die Minister mit Sorge. Doch noch sei nicht klar, ob es nur um Nachlässigkeit oder um gezielten Betrug gehe.

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8 Kommentare zu "Lebensmittelbetrug: Paris fürchtet „mafiöse Strukturen“ hinter Fleischskandal"

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  • Ach, schon wieder einer, ei gucke ma da ... wer hätte es gedacht.
    Mönsch, stellt Euch doch nicht so an, das bischen Pferdefleisch, , verseuchte Gurken, oder die verseuchten Erdbeeren, sind doch alle wieder gesund, und billiger ist es doch auch.
    Der nächste "Skandal" wird kommen, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ob man vielleicht zu meinen Lebzeiten noch mit bekommt, das diese Handhabung von Lebensmitteln an sich der ganze Skandal überhaupt ist?
    Aber ändern können das nur die Verbraucher, was nicht gekauft wird, wird auch nicht produziert oder "gehandelt". Aber diese Formel scheitert, weil "Geiz ist geil". Auch eine Seuche unserer Zeit, nichts ist mehr seinen Preis wert, sondern billig, sogar unsere Lebensgrundlagen sind billich und am billichsten und ihren Preis offensichtlich nicht mehr wert. Wenn aber die Lebensgrundlagen einfach nur billich sind, sind wir es auch bald, mit der billichen Arbeitskraft und der billichen Eiweißversorgung und den billichen Sozialhilfeempfängern vorne weg.
    Aber es bleibt ja noch das neueste Handy.
    Ein Hoch auf die Industrierevolution mit Bespaßungsgarantie und billich, was stört da ein alter Ackergaul in der Lasagne?

  • "Paris fürchtet „mafiöse Strukturen“ hinter "

    Lt. Presse soll die Verarbeitungsfirma seit Tagen nicht sagen können an wen sie weitergeliefert hat.
    Machen die keine Buchhaltung?
    Warum ist die Steuerfahndung nicht schon unterwegs und nimmt den Laden auseinander?
    Nach all den Presseinformationen kann man davon ausgehen, dass das ganze von staatlichen Stellen gedeckt wird.
    Die Zentrale sitzt in Brüssel, einfach dort an den Türen klopfen wo "Friedensbringer" draufsteht !

  • Mal davon abgesehen, daß Pferdefleich nicht ungesund oder gar giftig ist, sondern die Aversion dagegen uns jahrhundertelang von der Kirche anerzogen worden ist, weil es in der heidnischen Vorläuferreligion Kultspeise war, ist das doch wieder ein eklatantes Negativbeispiel für Aprarwirtschaft by EU!
    Bei nationaler Landwirtschaft, die allein von den jeweiligen Völkern nach ihren Vorschriften und Bräuchen geregelt ist, wäre soetwas nicht möglich gewesen!
    Natürlich ist es DIE Einflugschneise für Mafia und andere Gauner, wenn etwas so groß wird, daß es niemand mehr überschauen kann und durch Institutionen anstatt Menschen überwacht wird!
    Auch die skandalöse hin und her Transportiererei von landwirtschaftlichen Produkten, bis daß keiner mehr nachvollziehen kann, was drin ist, kommt bei diesem Beispiel mal wieder zum Vorschein! Das ist nicht gut für die Ware, die davon nicht frischer wird und auch nicht gut für die Natur; Transport verbraucht Ressourchen und belastet die Umwelt!Internationalismus in der Lebensmittel- und Agragwirtschaft ist nur eins: Schlecht!!!
    Wenn der Kunde den Bauern kennt, den Metzger, den Bäcker, die Molkerei, weis er, wer schmuddelig arbeitet und wer nicht. Skandälchen bleiben - wie die Produkte auch - innerhalb des Kreises und werden schnell abgestellt. Nur die Überprouktion wird direkt an einen Interessenten verkauft, der sich durch lesen der jeweiligen Bestimmungen im Herkunftsland über die Qualität schlau machen kann. Umgekehrt führt man (nur) ein, was man nicht selber produzieren kann!
    Auf der Strecke bleiben dann Konzerne, Speditionen, die internationale Finanzwirtschaft und der Beamtenapperat, der sich in Brüssel und anderswo um den ganzen verkomplizierten Kram kümmert - die Instutionen eben - und ach ja: Die Mafia und ähnliche Trittbrettfahrer des Systems! Unter deren Lobbyisten muß man dessen Befürworter suchen.
    Agrarwirtschaft zurück in die Hände der einzelnen Nationen! - Schon in den 60ern kürzten die Bauern EWG mit Ewig Wenig Geld ab!

  • Ganz einfach : so konnte man in Brüssel verhindert werden, dass die Herkunft vom Fleisch, dass bei solchen Fertig-Produkte gebraucht wird, gekennzeichnet sein musste.
    Dann kann man eben Pferdefleisch für 1.10 Euros pro Kilo, statt Rindfleisch 4 mal so teuer, bei Produkte verwenden und es auch in Länder, wo man kein Pferdefleisch essen will, an den Kunden bringen.

  • Und ich dachte immer die Mafia hat Ihren Sitz in den Parlamenten. Korruption kann ich derzeit nur mit Politik u. deren Beamtentum in Verbindung bringen. Was soll Pferdefleisch demnach mit Korruption zu tun haben?


  • Finanzmafia, MwSt-Mafia, Subventionsbetrugsmafia, Fleischmafia.... Lebensmittelmafia, Medikamentenmafia, Wettbetrugsmafia, Hallo ihr Ausserirdischen auf dem Planeten Brüssel Mitte und im Orbit kreisenden Hauptstädten: seht ihr auch wie wir die Entwicklung ?

  • Mon dieu, was (h)aben die Franzosen denn gegen ein bißschen Pfärdefleisch, sie essen doch sogar Frösche und Schnäcken?

  • "Doch noch sei nicht klar, ob es nur um Nachlässigkeit oder um gezielten Betrug gehe."

    Das ist gezielter Betrug! Siehe Gammelfleisch, siehe Lammfleisch, das keins war, siehe ... und jetzt halt billigstes Pferdefleisch als teures Rinderfleisch ausgegeben. Die Gier halt auf massiven Profit ohne Gegenwert. Also die Fleisch-Mafia. Die Sorge ist berechtigt.

    Ich esse übrigens nur einmal die Woche Fleisch, aber dafür gutes, direkt vom Biohof...

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