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Lebensmittelkontrollen Behörden entdecken immer mehr Pferdefleisch

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Unternhemen sieht Mitschuld bei Politik

Die Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch forderte Aigner auf, konkrete Regelungen zum Abschöpfen unrechtmäßiger Gewinne bei Lebensmittelverstößen vorzulegen. Sodexo, einer der großen Hersteller von Schulkantinenessen in Deutschland, gab der Politik eine Mitschuld am Pferdefleisch-Skandal. „Der Gesetzgeber hat im Grunde eine Gesetzeslücke geschaffen, weil die Rückverfolgbarkeit für komplexe Produkte wie Tiefkühlpizzen oder auch die jetzt betroffene Lasagne tatsächlich nicht möglich ist“, sagte Sodexo-Chefin Adrienne Axler der „Welt“ (Mittwoch). „Für uns wäre es sehr hilfreich, wenn es hier seitens der Politik präzisere Vorgaben gäbe. Man muss uns auch die Mittel an die Hand geben, damit wir unserer Verantwortung gerecht werden können“

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hatte nicht deklarierte Anteile von Pferdefleisch in seinen Produkten entdeckt und die Firma Schypke als Zulieferer genannt. Zu den Ermittlungen der Justiz sagte der Schypke-Vertriebschef, die Firma tue alles in ihren Kräften stehende, um in der Lieferkette die Verantwortlichen für falsch deklarierte Ware zu ermitteln. In den vergangenen Tagen war in immer mehr Gerichten wie Lasagne, Tortelloni oder Gulasch undeklariertes Pferdefleisch entdeckt worden. Supermärkte nahmen Gerichte aus den Regalen, die Behörden in Europa verschärften die Kontrollen. In den verschiedenen Fällen geht es laut Bundesverbraucherministerium unter anderem um Fleischzulieferer aus Deutschland, Polen, Rumänien und Frankreich. Neben Fertigmahlzeiten und Schlachtbetrieben werden in Deutschland auch Großküchen untersucht.

Eine bundesweite Übersicht für Verbraucher über die Erkenntnisse der Bundesländer kann inzwischen unter der Internet-Adresse www.pferdefleisch-rueckrufe.de abgerufen werden. Wie das Bundesministerium mitteilte, können Kunden betroffene Waren nach Auskunft des Handels zurückbringen und erhalten das Geld zurück. Informationen sind auch über die Service-Telefonnummer 0228/ 24 25 26 27 (montags bis freitags, 8.00 bis 18.00 Uhr) des Ministeriums erhältlich. Auch in Tschechien fanden die Behörden nicht deklariertes Pferdefleisch. DNA-Analysen hätten Pferdefleisch in zwei Chargen einer Tiefkühl-Lasagne nachgewiesen, teilte die nationale Lebensmittelaufsicht SZPI in Brünn (Brno) am Mittwoch mit.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Lebensmittelkontrollen : Behörden entdecken immer mehr Pferdefleisch "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist völlig klar, dass die nicht deklarierten Beimischungen ein Verstoß gegen geltendes Recht sind. Das muss verfolgt und geahndet werden.
    Aber denken wir weiter! Ist es sinnvoll, dass die Industrieländer teueren Kunstdünker in Entwicklungsländer exportieren, um von dort günstiges Kraftfutter zu beziehen, mit dem dann unsere Schweine, Hähnchen etc. gemästet werden, damit wir kostengünstig wässeriges, geschmackloses Fleisch "genießen" können? Warum nutzen wir nicht die Proteinquelle Pferd noch viel mehr, selbstverständlich kontrolliert, ganz legal?

  • Vorsichtshalber wird man die DNA-Analysen auf Pferdefleisch beschränken. Wer weiß was man sonst noch alles finden könnte.
    Dafür wird die bayerische Schutzpatronin schon sorgen.

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