Lebensmittelkonzern betroffen Pferdefleisch-Skandal erreicht Nestlé

Nun findet auch der Lebensmittelriese Nestlé Spuren von Pferdefleisch in zwei seiner Produkte. Die Nudelgerichte werden zwar nicht in Deutschland vertrieben. Allerdings stammt das Fleisch von einer deutschen Firma.
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Aigner: "Wir rechnen mit noch mehr Fällen"

Berlin/LondonDer Pferdefleisch-Skandal hat nun auch den Lebensmittelriesen Nestlé erreicht. Bei Tests sei Pferde-DNA in zwei Nudel-Produkten nachgewiesen worden, für die ein deutsches Unternehmen Fleisch geliefert habe, teilte der Schweizer Konzern in einer Erklärung mit. Die in Italien und Spanien verkauften Sorten Buitoni-Rindfleischravioli und Rindfleisch-Tortellini seien daraufhin sofort freiwillig vom Markt genommen worden. In Deutschland würden diese Gerichte nicht vertrieben. Auch bestehe kein Sicherheitsrisiko.

„Der heutige Rückruf einiger fleischhaltiger Produkte von Nestle in mehreren europäischen Ländern hat keine Auswirkungen auf den deutschen Markt“, erklärte der Konzern. Der Anteil von Pferdefleisch habe über einem Prozent gelegen, führte Nestlé aus. Auch ein in Frankreich hergestelltes Tiefkühl-Fleischprodukt von Nestlé soll demnach aus dem Verkehr gezogen werden. Es handelt sich den Angaben zufolge um eine Fertig-Lasagne, die für Gastronomiebetriebe hergestellt wird.

Ein Schwellenwert von über einem Prozent gelte für die britische Lebensmittelaufsichtsbehörde als Hinweis auf wahrscheinlichen Betrug oder grobe Fahrlässigkeit. „Wir haben die deutschen Behörden entsprechend informiert.“ Nestle erklärte, sämtliche Lieferungen von Fertiggerichten gestoppt zu haben, die Rindfleisch enthalten hätten, das von dem betroffenen deutschen Zulieferer bezogen worden sei.

Der Konzern entschuldigte sich bei seinen Kunden und kündigte an, als Konsequenz höhere Standards einzuführen und die Rückverfolgbarkeit der Zutaten zu verbessern. Eine Gesundheitsgefährdung gehe von den falsch deklarierten Produkten nicht aus.

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren jüngst Spuren von Pferdefleisch in Millionen Fertiggerichten entdeckt worden. Betroffen waren hierzulande große Supermarktketten wie Edeka, Aldi Süd, Kaiser's Tengelmann, Lidl und der Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann.
Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne-Produkten, teils aber auch in Ravioli, Tortelloni oder Dosen-Gulasch. Die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern einigten sich als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan, in dem unter anderem europaweite Herkunftsbezeichnungen für Fleischprodukte gefordert werden.

Das volle Ausmaß des Skandals um Fertigprodukte, die entgegen den Verpackungsangaben Pferdefleisch enthielten, ist bislang nicht klar. Die Untersuchungen sind umfangreich, da an der Produktion viele Unternehmen beteiligt sind und diese in mehreren EU-Ländern ihren Sitz haben. Bis zum fertigen Produkt haben die Waren oft mehrere Ländergrenzen passiert.

Pferdefleischskandal: Zu einem Betrug gehören zwei

  • afp
  • rtr
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34 Kommentare zu "Lebensmittelkonzern betroffen: Pferdefleisch-Skandal erreicht Nestlé "

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  • Na, wenn der Pferdefleisch Skandal das "Chemie Unternehmen"
    NESTLE erreicht, wundert mich dies nicht im geringsten.
    Wahrscheinlich haben die schon eine Chemikalie entwickelt, die aus Pferdefleich geschmacklich Rindfleisch macht !!

  • diese Antwort hätte zum Kommentar Fredi gehört, mit seinem Loblied auf den Gesetzgeber.

  • Interessante Schlussfolgerung..."man frisst, was der Gesetzgeber..." das kann nur ein Landwirt viell aus Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen, da gibt es viele Rösser und Reiter...:-)), sein. Falls Sie "kraehendienst" meinten: ich esse NUR GEMÜSE, Fisch gedämpft und hier ausgewählt, kein Brot-Nudeln-Kartoffeln-Reis weil Kohlenhydrate-Überzufuhr, kein Zuckergesöffe, kein Burger-Döner-Pferde-Rind-Meatmist..einfach unnötig und lebe hervorragend damit. In jeder Hinsicht. Zu jeder Jahreszeit. - IaIaIa...:-)))

  • Es ist schon seltsam, dass nicht einmal das Thema der Einfuhrkontrollen angeschnitten wird. So haben wir innerhalb der EU klare Regeln für den Import von Fleisch aus Drittländern. Innerhalb der EU dürfen Fleischwaren so gut wie ohne Dokumente reisen, weil ja in allen EU-Ländern die gleichen Standards gelten. Somit muss in Rumänien, Polen oder auch Deutschland lediglich ein Veterinär gefunden werden, der dem Schlachtkörper den richtigen Stempel auflegt und die entsprechenden Genusstauglichkeitsbescheinigungen unterzeichnet, die im Vorfeld ausgefüllt wurden. Dadurch passieren diese Schlachtkörper bzw. Teilstücke problemlos jede Kontrolle. Wenn diese Teilstücke weiterverarbeitet werden wie in diesem Fall, fällt es doch keinem Spediteur, keinem Zöllner und auch im nachgelagerten Verarbeitungsbetrieb auf, dass es sich nicht um Rindfleisch handelt. Da Rindfleisch ja bekanntlich reifen muss, bevor es verarbeitet werden kann, bliebe also genügend Zeit, entsprechende Test durchzuführen, wie es bei BSE ja auch noch zu Teilen gemacht wird, um ein entsprechendes Zeugnis zu erstellen, dass es sich um einwandfreies Fleisch handelt. dieser DNA-Test kostet natürlich Geld und muss letztlich vom Verbraucher getragen werden. Aber am Ende sprechen wir über 4-6 cent die das Produkt dann teuerer wird, bleiben wir bei der fleischeinwaage einer Lasagne. Das sollte es doch wert sein, für ein sicheres Gefühl.

  • Liebe Verbraucher,
    mittlerweile gelingt es mir nicht mehr, all die bereits ge-wesenen " Lebensmittelskandale" aufzuzählen. Auch Gemüse war davon betroffen - alles schon wieder vorbei und vergessen - genau wie jetzt - großer Medienrummel und danach ? Tausende Kilometer vom Ursprungsland zur Ver-arbeitung und wieder zurück und die Ware ist dann noch "garantiert frisch" .Es ist nicht nur das Fleisch welches diesen langen Transportweg nimmt z.B. Weintrauben aus Afrika -um dies hier verkaufen zu können, muss man sie chemisch behandeln. Einige Verbraucher wollen dies aber so
    und so funktioniert der Handel. Gesundheitliche Risiken blendet man aus. Regionale Produkte gibt es nicht immer ausreichend und man kann sich sich -größtenteils - diese
    Angebote leisten. Der Handel reagiert auf Angebot und Nach-
    frage. Der Lobbyismus in der Regierung und in den Konzernen
    wird bleiben und bald ist auch diese Diskussion vom Tisch.
    Was wurde aber erreicht ? Große Diskussionen über ein Tier, welche in anderen Ländern auf der täglichen Speisekarte steht und die wieder aufflammende Diskussion der Kenn-
    zeichnung. Wer glaubt den, das der Verbraucher ( Ausnahmen
    gibt es immer ) diese lesen wird ?. Deutschland hat weitaus
    wichtigere Themen, aber die bleiben erstmal im Hintergrund.
    Gut für die noch ausstehende Zeit bis zur Wahl- denn der Wähler ist beschäftigt. Es geht aus - wie immer !

  • Und wer büsst die Verbraucher ebenso drakonisch für ihre Einkaufsgepflogenheiten?
    Wer schützt die Hersteller vor der Einkaufsmacht der geizgeilen Verbraucher?
    Soll sogar hier der Staat mit seinen untauglichen Regulierungen eingreifen?

  • Das heisst man frisst, was der Gesetzgeber gestattet, und nicht, was wohl tut.
    Wir geben uns unserem Schöpfer, unserem Staat also ergeben hin.
    Wir selbstdegradierten Lämmer.

  • Wenn Du´s nicht merkst, ist die Ware ja super !
    Und wenn schon, hat der Verbraucher ja alle Macht in seiner Hand: Den Italiener meiden !

  • "Fertiggerichte sind doch so einfach selber zu machen. Ein etwas größerer Einkauf und dann gleich für mehrere Tage gekocht und die entsprechenden Portionen einfrieren"

    Tse, Ketzer! :)

  • Inhaltsliste??? Da steht doch gar nicht alles drauf - sonst hätte ja auf der Lasagnepackung auch das Pferdefleisch erwähnt werden müssen!!

    Fertiggerichte sind doch so einfach selber zu machen. Ein etwas größerer Einkauf und dann gleich für mehrere Tage gekocht und die entsprechenden Portionen einfrieren. Da weiß man was drin und dran ist und preiswerter ist es auch!! Aber leider können die Dosenfetischisten und Fertigproduktenthusiasten nicht mehr kochen und haben statt einer Tiefkühltruhe zwei Mülleimer für den Verpackungsabfall gekauft. Obwohl die Bevorratung von Tiefkühlprodukten ja mehr Platz benötigt als die Eigenproduktion.

    Dann kommt noch der Gesundheitsaspekt. Woher kommen nur die Allergien, Ausschläge, Müdigkeits- und Mattheitssymptome??? Alles haus- und selbstgemacht!!!

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