Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Lebensmittelkonzern Hinter diesen Marken steckt Danone

Danone gehört zu den größten Herstellern von Milchprodukten wie Actimel und Fruchtzwerge. Doch zu dem Konzern gehören mehr Marken. Wir zeigen die wichtigsten.
17.04.2019 - 15:43 Uhr Kommentieren
Es soll angeblich das Immunsystem stützen. Quelle: REUTERS
Joghurtgetränk Actimel

Es soll angeblich das Immunsystem stützen.

(Foto: REUTERS)

Dieser Artikel ist am 17. April 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Im Sommer habe ich mich früher als Kind immer darüber gefreut, wenn meine Mama endlich wieder Fruchtzwerge gekauft hatte. Statt sie in den Kühlschrank zu stellen, steckte ich direkt die Eisstäbe hinein und schwupps landeten die bunten Becher im Eisfach. Leider dauerte es immer viel zu lange, bis der Joghurt gefroren war. Aber irgendwann ging das große Schlecken los.

Danone-Tochterunternehmen: Diese Marken solltest du kennen

Doch Danone, das französische Unternehmen, das hinter den Fruchtzwergen steht, ist neben Milchfrischeprodukten noch in drei weiteren Geschäftsbereichen aktiv: Wasser, Babynahrung und Medizinische Nahrung. Entsprechend unterschiedliche Marken verbergen sich unter dem Dach von Danone.

Die Geschichte von Danone beginnt mit den beiden Männern Charles Gervais und Isaac Carasso. Gervais begann 1850 in seinem gleichnamigen Unternehmen in der Normandie Frischkäse zu produzieren. Knapp 70 Jahre später entwickelte der Danone-Gründer Carasso in Barcelona eine Rezeptur für Joghurt, die Kindern bei Durchfallerkrankungen helfen sollte. Namensgeber für diesen Joghurt war sein Sohn Daniel, dessen Kosename „Danon“ war.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erst 1967 schlossen sich die Unternehmen Gervais und Danone zusammen. Zwei Jahre später wurde die deutsche Gervais Danone AG gegründet, die seit 1996 als Danone GmbH firmiert.

    Danone machte rund 6,1 Milliarden Euro Umsatz im ersten Quartal 2019

    Mittlerweile ist der französische Lebensmittelkonzern in mehr als 120 Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 100.000 Menschen. An diesem Mittwoch veröffentlichte Danone Geschäftszahlen für die ersten drei Monate im Jahr 2019. Von Januar bis März nahm der Konzern rund 6,1 Milliarden Euro ein und damit etwa so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das bedeutet: In den fünf Minuten, die du zum Lesen diesen Artikels brauchst, macht Danone rund 235.000 Euro Umsatz.

    Im gesamten Jahr 2018 lag der Umsatz laut einer Pressemitteilung bei knapp 25 Milliarden Euro. Hier zählten auch erstmals die Umsätze des US-Unternehmens Whitewave mit hinein, das Danone in 2017 übernommen hatte. Whitewave produziert vegane und vegetarische Lebensmittel und Getränke. In Deutschland ist das Unternehmen unter anderem für die Sojamilch-Marke Alpro bekannt.

    Danone machte rund 2,4 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2018

    Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro. Das bedeutet umgerechnet: Wenn Danone für 10 Euro Fruchtzwerge verkauft, bleibt dem Unternehmen nach Abzug aller Kosten etwa ein Euro übrig.

    Im Vergleich zum Vorjahr hat Danone 2018 allerdings weniger Gewinn gemacht. Ein Grund dafür ist, dass im ersten Halbjahr viele Kunden in Marokko keine Danone-Produkte mehr gekauft haben, um gegen hohe Preise zu protestieren. Wegen dieses Boykotts verlor das französische Unternehmen mehr als die Hälfte des Marktanteils in dem nordafrikanischen Land.

    Etwas mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschaftet Danone in Europa und Nordamerika. Am meisten Geld nimmt der Konzern laut des Geschäftsberichts 2018 in den USA ein, gefolgt von China und Frankreich. Deutschland war 2017 gemessen am Umsatz der zehntgrößte Markt. Neuere Angaben gibt es dazu nicht.

    Der Analyst Andreas von Arx schätzt die Lage des Unternehmens Anfang 2019 als gut ein. Das Unternehmen habe zuletzt davon profitiert, dass sich die Joghurtprodukte in Brasilien und die organische Milch in Nordamerika besser verkauft hätten. In Europa sei die Joghurtmarke Activia gut gelaufen.

    Danone-Tochterunternehmen: Milchprodukte

    Den größten Anteil am Umsatz liefern Danone die Milchfrischeprodukte, mit mehr als 50 Prozent. In Deutschland ist der Konzern mit sieben Marken vertreten:

    • Actimel
    • Activia
    • Fruchtzwerge
    • Dany Sahne
    • Oikos
    • Danone Mars Mix
    • Danone Disney

    Diesen Bereich hat Danone durch die Übernahme von Whitewave um pflanzliche Produkte wie Sojamilch ergänzt. Dadurch will das Unternehmen die Kundenerwartungen nach gesunden und nachhaltigen Produkten erfüllen, wie es auf der Homepage heißt. 2018 machten die pflanzlichen Produkte bereits 15 Prozent der Umsätze von Milch- und pflanzlichen Produkten aus.

    Den Bereich mit Milchprodukten bewertet von Arx zuletzt als ein „schwieriges Umfeld“ unter anderem wegen des Boykotts in Marokko und einer schwächelnden Wirtschaft in Lateinamerika. In Europa konnte Danone sein Geschäft mit Milchprodukten laut Unternehmenschef Emmanuel Faber zuletzt stabilisieren. Der Grund: „the multi-faceted reinvention of Activia“, also die Neuerfindung von Activia. Er meint damit, dass es mittlerweile deutlich mehr Joghurt-Variationen unter dieser Marke gibt als früher.

    Danone-Tochterunternehmen: Wasser

    Dass Danone Milchprodukte herstellt, wissen wahrscheinlich die meisten. Doch 18 Prozent der Einnahmen macht Danone mit Wasser, die bekanntesten Marken sind Evian und Volvic. In Deutschland vertreibt das Schwesterunternehmen Danone Waters Deutschland GmbH außerdem noch die Wassermarke Badoit.

    Im vergangenen Jahr stieg der französische Konzern bei dem Berliner Start-up Mitte ein. Das Unternehmen stellt einen Wasserspender her, der Leitungswasser fürs Trinken aufbereitet und damit eine Alternative zu Sprudelwasser in Plastikflaschen bietet.

    Zudem änderte das Unternehmen seine Werbekampagne für die Wassermarke Evian in den USA. Nachdem es jahrelang mit Babyvideos geworben hatte, setzt Danone seither unter anderem auf die Tennisspieler Maria Sharapova und Stan Wawrinka. Aber auch hier verzichtet der Konzern nicht ganz auf seine Babys. Nach einem Schluck Evian verwandeln sich die Athleten in ihr jüngeres Ich.

    Danone-Tochterunternehmen: Babynahrung und Medizinische Nahrung

    Babynahrung wie Breie und Müslis vertreibt Danone hierzulande unter der Marke Milupa. Bei der medizinischen Nahrung, zu der zum Beispiel Trinknahrung gehört, ist es Nutricia. Mittlerweile ist diese Sparte beim französischen Mutterkonzern die zweitgrößte nach den Milchprodukten und setzte mehr als sieben Milliarden Euro um.

    Auch der Gewinn aus dem laufenden Geschäft gemessen am Umsatz ist doppelt so hoch wie bei den anderen Geschäftsbereichen. Danone legt die beiden Sparten Babynahrung und Medizinische Nahrung in einer Geschäftseinheit zusammen und erhofft sich, dass die zusammengefasste Sparte effizienter wirtschaftet – und möglicherweise weniger Mitarbeiter braucht.

    Danone – Kritik 1: Bio-Label

    Danone legt Wert darauf, ein nachhaltiges Unternehmen zu sein und setzt den Fokus auch auf das Angebot gesunder Produkte. Das macht auch das Firmenmotto deutlich:

    „Dedicated to bringing health through food to as many people as possible“ – Danone über Danone

    Aber in diesem Punkt ist der Konzern auch immer wieder Ziel von Kritikern. Zuletzt klagte der Getränkehersteller Neumarkter Lammsbräu gegen die Franzosen. Der Grund: Die deutsche Tochtergesellschaft von Danone hat die Volvic-Flaschen mit einem Bio-Siegel versehen. Nach Ansicht der Neumarkter Brauerei Lammsbräu sei die Verwendung des „Natürlich Bio“-Labels irreführend.

    Der Getränkehersteller Lammsbräu argumentiert, dass Volvic nicht nach den vom Bundesgerichtshof bestätigten Bio-Mineralwasser-Richtlinien der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. zertifiziert ist. Das private Unternehmen SGS Institut Fresenius hatte das Bio-Siegel vergeben. Lammsbräu bemängelt unter anderem, dass die Richtlinien des Instituts genauso viele Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln erlauben, wie bei herkömmlichen Mineralwasser. Der Bundesgerichtshof gibt aber vor, dass Bio-Mineralwasser deutlich reiner sein muss.

    SGS Institut Fresenius bestreitet die Anschuldigungen und weist darauf hin, dass auch bei ihrer Überprüfung die strengen gesetzlichen Vorgaben an natürliches Mineralwasser übertroffen worden seien. Daher entspreche das Prüfprogramm den Anforderungen des Bundesgerichtshofs. Danone Deutschland teilt auf Anfrage mit: „Um das Prinzip eines Bio-Siegels für natürliches Mineralwasser in der Öffentlichkeit nicht weiter zu beschädigen, führen wir Gespräche mit Lammsbräu und möchten daher den aktuellen Fall nicht kommentieren.“

    Danone – Kritik 2: Gesundheit

    Bereits in der Vergangenheit wurde Danone häufig für seine Werbekampagnen kritisiert. Die Joghurt-Sorte Activia bewarb das Unternehmen in seinen Slogans damit, dass der Joghurt das „Darmwohlsein verbessert“, also die Verdauung reguliert. Der Verbraucherschutzverein Foodwatch warf dem Konzern in diesem Zusammenhang „Werbelügen“ vor. Ein besseres Darm-Wohlbefinden könne auch durch einen „normalen“ Naturjoghurt oder Trockenpflaumen erreicht werden, so Foodwatch.

    Eine Sprecherin von Danone betont, dass das Unternehmen von der wissenschaftlichen Basis von Probiotika überzeugt ist, bindet dies allerdings zum aktuellen Zeitpunkt nicht in die Kommunikation ein.

    Probiotika sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen und helfen können, die Verdauung zu regulieren.

    Ab diesem Jahr will Danone seine Produkte aber für den Verbraucher leicht verständlich kennzeichnen. Der Verbraucher soll auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt zu viel Salz, Zucker oder Fett enthält. Dabei setzt der Konzern auf das französische Nutri-Score-System. Das ist eine fünfstufige Farbskala, die auf die Lebensmittel aufgedruckt wird.

    Der Nutri-Score berechnet sich, indem ungünstige Nährwertelemente wie zu viel Zucker, zu Pluspunkten führen. Minuspunkte gibt es, wenn beispielsweise viele Proteine im Produkt enthalten sind. Am Ende kommt ein Punktwert zwischen minus 15 und plus 40 Punkten heraus. Dementsprechend wird ein Produkt entweder mit einem dunkelgrünen A gekennzeichnet, wenn es einen hohe Nährwertqualität hat, und mit einem roten E, bei einer schlechten Nährwertqualität.

    Nährwertqualität Fruchtzwerge Quelle: obs
    Fruchtzwerge

    Seit diesem Jahr zeigt der Nutri-Score die Nährwertqualität an.

    (Foto: obs)

    Meine in der Kindheit so geliebten Fruchtzwerge erhalten ein hellgrünes B – sie sind also Lebensmittel mit einer guten Nährwertqualität. Laut Pressemitteilung des deutschen Tochterunternehmens hat es seit der Markteinführung von Fruchtzwerge vor über 35 Jahren den Zuckergehalt um 37 Prozent und den Fettanteil um 68 Prozent gesenkt. In einem Becher Fruchtzwerge befinden sich aber immer noch mehr als fünf Gramm Zucker, also fast zwei Würfel Zucker. Aber vielleicht gönne ich mir dennoch heute nach Feierabend mal wieder ein Fruchtzwergeeis.

    Mehr: Niemand produziert so viel Nahrung wie Nestlé - diese Marken und Produkte sollten Sie kennen

    Startseite
    Mehr zu: Lebensmittelkonzern - Hinter diesen Marken steckt Danone
    0 Kommentare zu "Lebensmittelkonzern: Hinter diesen Marken steckt Danone"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%