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Lebensmittelkonzern Nestlé wächst trotz des Streits mit Edeka wieder etwas schneller

Gute Nachrichten für Nestlé: Trotz des monatelangen Streits mit Edeka steigert der Lebensmittelkonzern sein Wachstum im ersten Quartal 2018.
Update: 19.04.2018 - 08:18 Uhr Kommentieren
Nestlé News: Aktuelle Meldungen zum Nahrungsmittelkonzern aus Vevey Quelle: dpa
Nestlé

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern konnte sein Wachstum steigern.

(Foto: dpa)

ZürichDie wachsende Nachfrage nach Nespresso-Kapseln und Tiernahrung spielt dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé in die Hände: in Asien und Europa konnte der Konzern im ersten Quartal wieder wieder schneller wachsen.

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt hatte seine selbstgesteckten Wachstumsziele in den vergangenen Jahren verfehlt. Mit einer Neuausrichtung möchte Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider die Trendwende schaffen.

Diesem Ziel kam er im ersten Quartal etwas näher: Das um Sondereffekte bereinigte organische Wachstum lag im ersten Quartal bei 2,8 Prozent, wie der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller mit Marken wie KitKat oder Maggi am Donnerstag mitteilte.

In absoluten Zahlen kletterte der Umsatz um 1,4 Prozent auf 21,3 Milliarden Franken. Grund dafür war vor allem der steigende Absatz in Schwellenländern. Die Preise konnte Nestlé hingegen nur geringfügig anheben. „Wir hatten einen soliden Start ins neue Jahr, bei dem alle Regionen zum Wachstum beigetragen haben“, sagte Nestlé-Chef Mark Schneider.

Die wichtigsten Marken, Unternehmen und Tochterfirmen: Wie Nestlé die Welt ernährt

Damit schnitt der Schweizer Konzern auch besser ab, als von Analysten erwartet. Man wolle die Quartalszahlen nicht überbewerten, „doch der Jahresstart scheint dem Unternehmen geglückt zu sein“, urteilt Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel.

Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox ist dagegen weniger euphorisch: „Die Umsatzzahlen waren nicht so schwach wie befürchtet“. Die Begeisterung der Aktionäre hielt sich in Grenzen, die Aktie notierte nach der Handelseröffnung fast unverändert.

Für das laufende Jahr erwartet Nestlé unverändert ein organisches Wachstum zwischen zwei und vier Prozent. Früheren Wachstumsraten von sechs Prozent und mehr hinkt der Konzern damit jedoch weiterhin hinterher. Grund dafür sind auch die nur verhaltenen Preiserhöhungen: Im ersten Quartal stiegen die Preise konzernweit um 0,2 Prozent. In Amerika und Europa sanken sie sogar. Während Nahrungsmittelkonzerne früher die Preise steigern konnten, um für wachsende Umsätze zu sorgen, schrumpft die Preissetzungsmacht der Branche.

Wie schwierig das Umfeld ist, zeigt sich auch am Streit zwischen Nestlé und einigen europäischen Einzelhändlern um die deutsche Edeka über die künftigen Einkaufspreise: Im Zuge dessen hatten die Händler im Verlauf des ersten Quartals mehrere Nestlé-Produkte aus den Regalen genommen.

Mit dem Boykott wollten sie den Nahrungsmittelhersteller zum Einlenken zwingen. Eine Einigung mit dem Verband Agecore aus insgesamt sechs Händlern um die deutsche Edeka und Coop in der Schweiz steht bislang noch aus. Zuletzt hatten sich beide Seiten jedoch angenähert.

„Es geht in diesem Machtpoker um sehr viel“, hatte Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank erklärt. „Gibt Nestlé zu stark nach, dann droht in Europa nicht nur von Agecore, sondern auch von den anderen Händlerallianzen weiterer Preisdruck.“

Um gegenzusteuern und den Konzern wieder auf Touren zu bringen, stößt Nestlé-Chef Schneider schlecht laufende Bereiche ab. Den Verkauf des US-Süßigkeitengeschäfts an den Nutella-Hersteller Ferrero habe der Konzern Ende März abgeschlossen.

Andere Segmente wie Babynahrung, Tiernahrung, Wasser und Kaffee will Schneider dagegen ausbauen – auch über Zukäufe. Das Kaffeegeschäft in den USA etwa hat der Konzern über zwei kleinere Übernahmen gestärkt. Zudem kaufte Nestlé die auf Vitamine und Nahrungsmittelzusätze spezialisierte kanadische Firma Atrium Innovations. All das soll helfen, bis 2020 wieder ein mittleres einstelliges Wachstum zu erreichen. Bis sich der Umbau in den Zahlen niederschlägt, dauere es jedoch, erklärte Analyst Cox. 

Das ist das Marken-Imperium von Nestlé
Die Gründung
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1866 gründete Henri Nestlé, ein Schweizer Apotheker deutscher Herkunft, die Farine Lactée Henri Nestlé lk.A.. Als Logo wählte er sein eigenes Familienwappen, den Vogel bei der Brutpflege – Nestlé bedeutet im Schwäbischen „kleines Nest“. Unternehmensname und -logo blieben in der gesamten Firmengeschichte, über alle Fusionen und Zukäufe hinweg, unverändert.

Säuglingsnahrung
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1867 erfand Nestlé ein Verfahren, um ein lösliches Milchpulver herzustellen, welches als Muttermilchersatz verwendet werden konnte. Der Vertrieb als „Nestle's Kindermehl“ lief an. Dem Geschäft mit Säuglingsnahrung bleibt der Konzern bis heute treu: 2007 übernahm Nestlé für 5,5 Milliarden US-Dollar den US-amerikanischen Kindernahrungshersteller Gerber vom Pharmakonzern Novartis. Damit stieg Nestlé im Bereich Säuglingsnahrung vom Marktführer in den USA auch zur weltweiten Nummer eins auf.

Milchprodukte
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Auch das Geschäft mit Milchprodukten begleitet Nestlé bis heute. Die erste Übernahme war 1898 ein Milchpulverwerk in Norwegen, 1905 fusionierte Nestlé mit der Anglo-Swiss Condensed Milk Company. Zum Jahresende 2006 begann Nestlé ein Joint Venture mit dem französischen Milchkonzern Lactatis, Hersteller von Marken wie Le Président. Nestlé behauptete sich durch diesen Schachzug als Nummer eins der weltweiten Milchindustrie.

Kaffee und andere Getränke
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Ein weiterer Durchbruch gelang Nestlé 1938: Das Unternehmen erfand ein Verfahren zur industriellen Herstellung löslichen Kaffees und begann diesen unter der Marke Nescafé zu vertreiben. Der Vertrieb der seit 2010 boomenden Kaffeekapseln und Kapselmaschinen fällt dem innerhalb des Nestlé-Konzerns eigenständig agierenden Unternehmen Nespresso zu. Das Geschäft mit „Getränken in flüssiger und Pulverform“ macht heute den größten Anteil am Unternehmensumsatz Nestlés aus. Das Gemeinschaftsunternehmen Beverage Partners Worldwide (BPW) mit Coca-Cola ist für den Vertrieb von Tee-Getränken mit Fokus auf Europa und Kanada zuständig.

Kritik an Nespresso
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Die NGO Solidar Suisse kritisierte Nespresso 2011 dafür, als größter Kaffeehändler der Welt keinen fair gehandelten Kaffee anzubieten und parodierte die populären Werbevideos mit George Clooney. Nespresso wies die Vorwürfe zurück.

Cerealien
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Mit dem US-Lebensmittelhersteller General Mills gründete Nestlé in den 1990er-Jahren das 50/50-Joint-Venture Cereal Partners Worldwide (CPW). Das Gemeinschaftsunternehmen bedient den Markt für Frühstücksgetreideprodukte außerhalb der USA.

Fertigprodukte
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1947 fusionierte Nestlé mit der Maggi AG. Neben Brühwürfeln und Flüssigwürze werden unter dem Namen Maggi bis heute vor allem Instantsuppen- und Gerichte vertrieben. Andere bekannte Nestlé-Marken der Fertigsparte sind beispielsweise der Nudelproduzent Buitoni und die Öl- und Soßenmarke Thomy.

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