Lebensmittelkonzern Wem Nestlé das Wasser abgräbt

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé eckt mit seinen Geschäftsgebaren immer wieder an. Bald könnten die Schweizer auch in Deutschland eine umstrittene Einnahmequelle ausbauen, fürchten Kritiker – unser Grundwasser.
82 Kommentare
Riesengeschäft: Nicht nur die Deutschen kaufen immer mehr abgefülltes Trinkwasser.

Riesengeschäft: Nicht nur die Deutschen kaufen immer mehr abgefülltes Trinkwasser.

DüsseldorfMorgens ein Kaffee von Nescafé, dazu ein Brot mit Wurst von Herta. Das Baby bekommt Alete-Nahrung, der Hund Futter von Beneful. Mittags gibt es Nudeln von Buitoni mit einer Tomatensoße von Maggi, zwischendurch eine After-Eight-Schokolade oder ein Mövenpick-Eis und einen Schluck aus der Wasserflasche mit dem Namen Pure Life. Wie kaum ein anderer Konzern ist der Lebensmittelmulti Nestlé in unserem Leben präsent. Unter mehr als 2.000 Marken verkaufen die Schweizer Süßigkeiten, Babynahrung, Kaffee, Cornflakes, Fertiggerichte, Tierfutter und vieles mehr. Nestlé hat 461 Fabriken in 83 Ländern und beschäftigt 330.000 Mitarbeiter.

Und das Unternehmen breitet sich immer weiter aus. Wie aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervor geht, ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf 92,2 Milliarden Franken (64,3 Mrd Euro) gestiegen. Ohne Übernahmen, Verkäufe und Währungsschwankungen, also organisch, wuchs der Konzern um 5,9 Prozent. Auf dieser Basis strebt Nestlé pro Jahr ein Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an. Konzernchef Paul Bulcke sagte, Nestlé sei zuversichtlich, dieses Ziel „trotz der vielen Herausforderungen, die uns das Jahr 2013 bestimmt bringen wird”, zu erreichen.

Den Zuwachs haben dem Konzern vor allem die Verbraucher in den Schwellenländern beschert, die Nachfrage in Europa schwächelt. Dennoch hatte das Unternehmen sein langfristiges Wachstumsziel von 5 bis 6 Prozent Plus in den Jahren 2010 und 2011 übertroffen. Den Gewinn verbesserte Nestlé im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden auf 10,6 Milliarden Franken.

Bei seiner Ausbreitung eckt Nestlé allerdings immer wieder an. In der Vergangenheit gab es bereits Proteste gegen Nestlés Schokoriegel Kitkat, für dessen Bestandteil Palmöl verwendet wird. Kritiker behaupten, dass für dessen Gewinnung Regenwald gerodet wird. Auch für den Verkauf seiner Süßigkeiten Butterfinger und Baby Ruth, die umstrittene gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten, muss das Unternehmen immer wieder Angriffe von Verbraucherschützern einstecken. Das aktuelle Thema ist Nestlés Rolle bei der Privatisierung von Wasser – eine weiteres Gebiet, in das das Unternehmen immer mehr vordringt. Schon jetzt ist der Konzern weltweiter Marktführer für in Flaschen abgefülltes Trinkwasser.

Schwere Anschuldigungen gegen Nestlé
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Lebensmittelkonzern - Wem Nestlé das Wasser abgräbt

82 Kommentare zu "Lebensmittelkonzern: Wem Nestlé das Wasser abgräbt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Liebe Kommentar-Redaktion

    Wo hört die Nettiquette-Toleranz auf - und wo beginnt die Zensur??
    Bei derart Zorn-Erregenden Themen muss es ja wohl auch erlaubt sein KLARTEXT zu schreiben! - So lange Niemand persönlich angegriffen wird und die Kritik/Zorn sich gegen die beteiligten Akteure des zu Grunde liegenden Sachverhalts richtet.

  • und solange man nicht alles sieht, sieht man auch nur die Teilwahrheit.
    Und vielleicht kommt man so zum Schluss, dass nicht immer nur böse Mächte am wirken sind.

  • Vergeltsgott, hanshenseler, das meinte ich.
    Deutschland liegt deswegen faktisch nicht darnieder, nur der gemeine Deutsche aus Angst vorm bösen Kapitalisten.
    Schluss, man darf im Schriftverkehr nie ironisch sein, könnte falsch verstanden werden.

  • Lutz, Sie sind etwas voreilig.
    Woher wissen Sie, dass nicht etwa der Film Dreck ist?
    Und wie machen sie es, dass Sie ohne Nestle nie Dreck verspeisen?

  • @Ohnmaechtiger

    Es kommt darauf an wo man etwas sieht !

    Ich kann das schon unterscheiden, keine Sorge .

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wo bitte liegt Deutschlands Wasservorung danieder?
    Deutschland hat einen Ueberfluss an Trinkwasser, das verwendet wird um die ueberdimensionierten Abwasser-leitungen zu spuelen.

  • Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser

    http://www.youtube.com/watch?v=DJnZ3TDolyc

    Kann man mal sehen, was das für eine Drecksfirma ist.

  • Am besten man kauft keinen Nestlé Zuckerdreck mehr.

  • Nein, denn wer an der kommunalen Wasserversorgung beteiligt ist muss auch in die Leitungsinfrastruktur investieren. Die sind viel gerissener. Sie bohren das Grundwasser an und verkaufen es in Flaschen. Dadurch sinkt das Grundwasserspiegel und die Bevölkerung kann sich aus ihren Brunnen nicht mehr selbst versorgen und müssen das Flaschenwasser, Cola oder sonstige Zuckerbrühe teuer kaufen. Toll, nicht ?
    Man soll sich besser informieren bevor man die Firmenpropaganda weiterpredigt.
    Grundwasser in Flaschen abzufüllen von Privatunternehmen gehört gesetzlich verboten. Sollen sie doch in wasserarmen Regionen das Wasser einfliegen und verteilen wenn sie etwas für die Bevölkerung tun wollen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%