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Lebensmittelskandal Bio-Bauern fürchten um ihren Ruf

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst ungebrochen, doch der neue Skandal um falsche Bio-Eier schürt alte Vorbehalte: Ist wirklich überall Bio drin, wo Bio draufsteht? Öko-Bauern fürchten um ihren Ruf.
7 Kommentare
Bio-Bauern fürchten um ihren guten Ruf. Quelle: dpa

Bio-Bauern fürchten um ihren guten Ruf.

(Foto: dpa)

Bienenbüttel Im neuen Skandal um falsch deklarierte Eier fürchten Bio-Bauern um ihren guten Ruf. „Unsere Sorge ist, dass es jetzt wieder heißt: Bio kann man auch nicht trauen“, sagt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Eckehard Niemann, der Nachrichtenagentur dpa. In der Arbeitsgemeinschaft haben sich vor allem kleine und mittlere Betriebe zusammengeschlossen, die sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaften.

„Jetzt müssen sich die Verbände deutlich von der Agrarindustrie distanzieren und entsprechende Betriebe ausschließen“, forderte Niemann. „Auch muss die viel zu lasche Bioverordnung der Europäischen Union auf den Stand der Bioverbände angehoben werden.“

Der AbL-Sprecher erläuterte, bei der Kontrolle von Legehennenbetrieben gebe es auch technische Schwierigkeiten. So sei noch kein Mittel gefunden, die Tiere zuverlässig zu zählen. „Außerdem kann man sich seine Kontrollstelle im Bio-Bereich aussuchen. Bei manchen Bio-Verbänden gibt es mir eine zu große Nähe der Verbände zu den Kontrollstellen“, sagte Niemann.

Angemeldete Überprüfungen der Bio-Kontrollstellen gebe es einmal im Jahr. Hinzu kämen unangemeldete, bei Betrieben mit mehr als 10 000 Hühnern zum Beispiel drei im Jahr. Das sei prinzipiell ausreichend. „Bei Bioland und Demeter ist man auf der sicheren Seite“, sagte Niemann. Auch Naturkostläden oder der Hofverkauf entsprechender Betriebe böten zuverlässige Einkaufsmöglichkeiten.

Skandal um falsch deklarierte Bio-Eier



  • dpa
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7 Kommentare zu "Lebensmittelskandal : Bio-Bauern fürchten um ihren Ruf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Felder sollten nicht mehr umgegraben werden, weil dies für Humus und Bodenlebewesen besser ist.

  • vor ca einem Jahr wurden italienische Produkte nach Rumänien gekarrt, dort mit falschen Bio-Zertifikaten versehen und nach Deutschland exportiert. Bis heute hat man nicht gehört, welche Händler/Marken betroffen waren. Wieso eigentlich nicht...?

    Und wieso hört man auch jetzt bei dem Bio-Eier Problem nicht, welche Händler/Marken betroffen sind?

    Bisher ging ich ausserdem davon aus, dass in Deutschland angebotene Bio- Fleisch- und Wurstwaren aus einheimischer Landwirtschaft stammen, dass ist jedoch auch nicht immer der Fall (Antwort auf meine Anfrage an einen Hersteller: "...Aufgrund der hohen Nachfrage nach Bio-Fleisch- und Wurstwaren müssen wir jedoch auch auf überregionale Angebote zurückgreifen. Überwiegend stammt das Frischfleisch aus Deutschland. Verarbeitungsware kann zum Teil auch aus angrenzenden europäischen Ländern stammen. ..." . Eine Pflicht-Angabe zum Herkunftsland waere daher wichtig, vor allem für die Verbraucher die bereit sind für Tier- und Umweltschutz mehr auszugeben. Bio-Qualitaet ist nicht in allen europäischen Ländern gleich. Zum europäischen Bio-Siegel: hier sind die Vorgaben weit weniger streng als bei den bisherigen deutschen Bio-Siegeln.

    ("Die privaten Bio-Siegel erfüllen die europäischen Vorgaben als Mindestwert. Traditionelle Bio-Siegel (Demeter, Naturland, Bioland etc.) sichern weitere höhere Standards wie einen hundertprozentigen Ökoanbau." siehe www.reformhaus.de/lebensmittel/bio-siegel-in-europa.html

  • Die ehrlichen Biobauern müssen sich bundesweit zusammenschließen und den "schwarzen Schafen" den Garaus
    machen.
    Kürzlich las ich im Kaufland, bei Real, bei Aldi und im Tegut von Bio-Gemüsen und Bio-Obst aus Spanien, Marokko,
    Portugal, Italien usw.
    Ich hoffe, daß diese Lebensmittel auch in der Logistik "biofreundlich" nach Deutschland transpotiert wurden, nämlich mit einem Fahrrad oder Segelboot.
    Sieht man den Blödsinn?

  • Die Deutschen Bioerzeuger sollten sich auf ein eigenes, von Ihnen selbst überwachtes Bio-Siegel einigen. Die z.Zt. unfähige und von der Wirtschaft gesteuerte Regierung sollten sie aussen vor lassen.
    Bio und Gewinnsucht passen nicht zusammen.

    Die meisten Verordnungen der EU haben ihren Ursprung in der Gewinngier der meist deutschen oder US-Konzerne.

    So wird beispielsweise das Feld nicht mehr geackert, sondern nur noch leicht gegrubbert. Das Unkraut wird dann mit Giften, made by BASF, BAYER und Co. gespritzt. Das ist dann gesünder, besonders für die Gewinne der Chemie-Konzerne. Gleiches sieht man im Weinbau.

  • In den meisten Nachrichten, ob TV oder Zeitungen, wird immer nur von "Bio" gesprochen.
    Dabei liegen zwischen dem unsäglichen EURO-EU-Bio (auch hier werden die Regeln genauso scharf und unnachgiebig überwacht wie beim EURO-Geld) und ernsthaften Bio-Vereinigungen wie Demeter, Naturland, und Bioland, etc. Dort herrschen wirklich strenge Regeln und die Betrieb werden nicht industriell betrieben sondern von Überzeugungstätern.
    EU-BIO ist eigentlich nur eine Minimalanforderung. Das ist REWE, REAL, LIDL ALDI-Bio. Entwickelt von der EU um der Lebensmittelindustrie zu helfen.
    Beim Eierskandal kann man meiner Meinung nach davon ausgehen, daß der Skandal nur EU-BIO Unternehmen betrifft. Das sind einfach Großindustrielle die nun ein billiges Label gefunden haben.

  • "Ist wirklich überall Bio drin, wo Bio draufsteht?"
    Nein. Nicht überall.

    "Öko-Bauern fürchten um ihren Ruf."
    Daran sind sie ja nunmal selbst Schuld. Man kann es ihnen aber auch kaum vorwerfen, schliesslich nutzen sie nur die Gegebenheiten (Auflagen, Gesetze, etc..) um dem ersten Gebot Angela Merkels zu huldigen. Wachstum. Der Markt geht vor.

  • Eine sehr interessante Meinung, die man zweimal lesen muss, um Bio zu verstehen.
    Bio ist nicht gleich Bio – Etikettenschwindel bei Lebensmittel
    Langsam weiß man ja gar nicht mehr was man essen kann und was nicht.
    Dioxin Skandal, Gammelfleisch und jeden Tag neue Erkenntnisse was schädlich ist oder sein kann!
    Was darf man essen und was nicht. Und ist Bio immer gleich Bio?
    Was sind Bio Lebensmittel?
    Mal eine Definition:
    “In der EU dürfen als Bio-Lebensmittel nur solche Produkte bezeichnet und gekennzeichnet werden, die entsprechend der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 zum Ökologischen Landbau (EG-Öko-Verordnung) produziert und kontrolliert sind.
    Die EG-Öko-Verordnung verbietet unter anderem die Bestrahlung von Öko- Lebensmitteln und den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen und schreibt vor, auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln und auf leicht lösliche mineralische Dünger zu verzichten.
    Zudem verlangt die Verordnung abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen, eine flächengebundene (von der Betriebsfläche abhängige), artgerechte Tierhaltung und die Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderer (seit 2006 sind Antibiotika als Leistungsförderern in Futtermitteln auch in der konventionellen Landwirtschaft EU-weit verboten).
    Öko-Lebensmittel, die nicht aus Deutschland oder der EU stammen, müssen die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen, wenn sie auf den EU-Markt gelangen.” (Quelle: Greenpeace )

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