Lebensmittelskandal Pferdefleisch auch in deutschem Supermarkt

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Skandal könnte von Rumänien ausgegangen sein
Deutsche essen 60 Kilo Fleisch im Jahr
31. GTI Treffen am Woerthersee
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85 Prozent der Deutschen essen nahezu jeden Tag Fleisch. Dabei sind es aber vor allem junge Menschen, die sich den Genuss gönnen. Bei den Männern isst vor allem die Gruppe der 19- bis 24-Jährigen Fleisch. Bei den Frauen sind es die 25- bis 34-Jährigen.

HUEHNER
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Unter den Konsumenten ist das Ansehen der Fleischindustrie sogar noch schlechter als das der Pharmaindustrie.

India Festival
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Die meisten Vegetarier weltweit leben in Indien. 31 Prozent der Bevölkerung verzichten hier auf Fleisch. Das sind 375 Millionen Personen. In Deutschland sind es 1,5 Millionen Menschen.

Allgäuer Alpsommer hat begonnen
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Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner.

Experten beraten über Gesundheitsrisiken durch Lebensmittel
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Mit einem jährlichen Fleischverzehr von rund 60 Kilogramm essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

More than Thousands of tons of non-organic fertilizers were used
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Zugleich produzieren deutsche Fleischfabriken etwa 17 Prozent mehr Fleisch als verzehrt wird. Fast zwei Drittel der hiesigen Agrarflächen dienen inzwischen der Erzeugung von Futtermitteln.

Was das Schnitzel auf dem Teller mit dem Regenwald zu tun hat
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Massentierhaltung ist Standard und Zuchtlinien haben traditionelle Tierrassen ersetzt. Der größte Fleischerzeuger der Welt kommt aus Brasilien. Das Unternehmen JBS macht laut Fleischatlas einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar. Auch Platz drei und fünf gingen 2011 an den Steak-Weltmeister aus Südamerika.

Polizisten und Lebensmittelkontrolleure beschlagnahmten in den beiden Betrieben Fleisch, Dokumente und Kundenlisten. Die Dokumente werden nach Angaben eines Sprechers ausgewertet, um genau feststellen zu können, was mit dem Pferdefleisch geschah.

Mit der Razzia vom Dienstag ist im Pferdefleischskandal erstmals eine britische Anlage ins Visier der Behörden und der Polizei geraten. Bislang führten die Spuren ins Ausland. Die Supermarktketten und Discounter, um deren Produkte es geht, beziehen die Ware von einem weit verzweigten Netz von Lieferanten und Produzenten über ganz Europa zerstreut.

Spekulationen zufolge könnte der Skandal von Rumänien ausgegangen sein. Die rumänische Regierung geht jedoch davon aus, dass es in dem Land keine Verstöße gegen irgendwelche EU-Regeln gegeben hat. Betroffen waren Produzenten in Frankreich. Mehrere Lebensmittelketten, darunter auch die britischen Ableger der deutschen Discounter Aldi und Lidl mussten Fleischprodukte aus dem Sortiment nehmen. Sie trennten sich zum Teil von Lieferanten.

Mitte Januar waren in Großbritannien Pferdefleischspuren in Fertigkost aus Rinderhack entdeckt worden. Teilweise erreichte der Pferdefleischanteil in Fertiggerichten bis zu 100 Prozent. Zuletzt hatte die Supermarktkette Tesco in Spaghetti Bolognese Pferdefleisch entdeckt und das entsprechende Produkt aus dem Verkehr gezogen.

Die Behörden raten Verbrauchern, verdächtige Produkte zurückzubringen. Laut FSA birgt der Verzehr von mit Pferdefleisch versetzten Produkten jedoch keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr. Britische Fertigprodukte, die laut Etikett aus Rinderhackfleisch bestehen sollten, werden auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht auf Pferdefleischspuren getestet. Erste Ergebnisse sollen erst am Freitag vorliegen.

  • rtr
  • dpa
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17 Kommentare zu "Lebensmittelskandal: Pferdefleisch auch in deutschem Supermarkt"

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  • Wieso ist wieder REAL dabei?
    Kaufen, vom vertrauenswürdigen Fleischer/Händler? Sicher richtig, aber wer hat soviel Geld, außer Millionäre und Politiker? Die Meisten sicher nicht!

  • @kuac
    In dem man sich schlau macht. Kann doch wohl nicht sein das die Volksbildung dahin geht, nicht mehr zu wissen was der Metzger vor seinen Augen in den Fleischwolf wirft.
    Aber ich habe das Gefühl, und es wird immer stärker, 30 Jahre Bildungspolitik trägt ihre Früchte. Dagegen hilft auch kein Verbraucherschutz, wenn die Verbraucher sich wirklich alles vorsetzen lassen ohne zu hinterfragen wo die Lebensgrundlagen herkommen und wie diese auszusehen haben. Wer sich jeden Dreck durch die "Fressluke" treiben läßt, muß eben auch mit Nährstoffverlusten und seinen Folgen leben. Da hilft weder Mutti, noch Aigner, noch Stiftung sonstwas.

  • Real ist bekannt dafür
    Vor ein paar Jahren war es der Gammelfleisch Skandal. Real gehört zur Metro Gruppe und dort gibt es nur eines Gewinnoptimierung egal wie...

  • Zunächst: Guten Morgen, Frau Aigner! Hinweise gab es ja wohl schon Mitte Januar, oder? Zur Qualität des Pferdefleisches: Es handelt sich kaum um alte Ackergäule. Eher um "Überbestände". In Rumänien trat um 2000 eine Pferdekrankheit auf und die Einfuhr von Pferden in die EU wurde 2003 verboten. Nach dem nun wahrscheinlich auch der Export in den Mittelmeerraum auf Grund von Protesten ebenfalls getoppt wurde (Medien haben berichtet) konnte man die Pferde nur noch schlachten und vorteilhaft verscherbeln. Leicht Dank lascher Gesetze und kontrollen und mit der nötigen kriminellen Energie!

  • Die Lieferwege scheinen vor allem bei Fleisch generell sehr ominös zu sein - das fällt bei jedem Skandal auf.
    Auch die kriminelle Energie ist - gefühlt - höher. Und das bei gleichzeitig höherer Gesundheitsgefahr und noch schlechterer Kontrollmöglichkeit durch den Verbraucher wie bei anderem.
    Mein Stichwort den Fleischkonsum drastisch zu drosseln war "Fütterung von Tieren mit Industrieabfällen", das jetzige "Pferdefleisch aus Rumänien" (das ja NIEEE irgendwelche Regeln brechen würde)ist nur noch der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt.

    Anwenden müsste unsere Schutzministerin wirklich mal einiges, aber darauf können wir lange warten.
    Wenn man schon hört "es darf nicht ohne Konsequenzen bleiben"... Merkt die eigentlich, das das genau IHR Job
    wäre die Blutgrätsche auszupacken?

  • Betreffend die Qualität von Pferdefleisch, die mag ja prinzipiell sogar höher sein als von Rind. Aber glaubt ihr, dass selbstlose Rumänen heimlich was besseres liefern als der Händler und/oder der Kunde erwartet? Bestimmt nicht. Die Rechnung geht nur auf, wenn es sich um Fleisch von altersschwachen, kranken Ackerkleppern handelt, die eigentlich nach einem arbeitsreichen Leben kurz vor dem Weg zum Abdecker sind.

  • das wundert ich so oder so, warum man in Europa kein Hundefleisch bekommt ;) nee Spass

    ich kann nur jeden Besseresser empfehlen sich bei örtlichen Jäger zu erkundigen. Gerade in D gibt viel zu viel Wildschweine (in Ostdeutschland besonders schlimm). Aber Achtung:
    - Man bekommt die Sau dann in "Rohform", d.h. man muss da noch viel Handarbeit machen, wozu nicht jeder qualifiziert bzw. fähig ist.
    - Manche Jagdgebiete sind nachwievor radioaktiv belastet wegen Tschernobyl (z.B. Südbayern kann man vergessen).
    - Es schadet nicht das Fleisch nochmal überprüfen zu lassen.
    - Man braucht eine große Kühltruhe.
    Aber günstiger kommt man in keinem Supermarkt zu so hochwertigen Fleisch. Und außerdem ist es ziemlich umweltfreundlich: Kein unötiger CO2-Austoß durch Transport quer durch Europa, nicht mit mehr Medikamente vollgepumpt als nötig (z.B. wg Tollwut), keine Umweltbelastung durch industrielle Mastbetriebe, usw. Ein "umweltbewusster" Konsument dürfte eigentlich garkein Fleisch im Supermarkt kaufen...

  • ich habe nix gegen Pferdefleisch (hmm lecker), aber ich denke dass Verbraucher sich wenigstens darauf verlassen sollten, dass auch "drin ist was drauf steht". Dieses Motto scheint im europäischen Binnenmarkt ja noch nicht mal eine "Vision", sondern eher ein "Traum" zu sein.

    Aus irgendeinen Grund glaubt die EU, dass eine McDonaldisierung von Lebensmittel genau das seie was das Volk wolle. An diesen Missverständnis ist ökonomisch schon die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten gescheitert: Die haben auch total effizient lauter Güter hergestellt, die keiner wollte.

  • @netshadow
    "....Der Verbraucher selbst kann diesem Spuk ganz schnell ein Ende bereiten. Er muß nur dort einkaufen wo er auch sehen kann was ins Gehackte kommt...."
    --- Und wo müssen die 80 Millionen Verbraucher hin um in den Genuss des von Ihnen gepriesenen Gehacktes zu kommen? Und wie erkennt man optisch die gehackte Fleischsorte oder die Mischungsverhältnisse (zB. Rind+Pferd), wenn es sich um gemischtes Hackfleisch handelt?

  • "Und so wird sich wieder nichts ändern, die Lobby ist zu stark und der Verbraucher hat hierzulande keine Lobby!"

    Sehe ich anders, er schafft sich keine Lobby. Der Verbraucher selbst kann diesem Spuk ganz schnell ein Ende bereiten. Er muß nur dort einkaufen wo er auch sehen kann was ins Gehackte kommt, wie das Obst und Gemüse wächst und wie die Kuh auf der Weide aussieht, und seine Chips selbst röstet.
    Zeit genug hätte unsere schöne Spaßgesellschaft dazu.

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