Leserbriefe, Blog-Beiträge, Umfragen Bahn zahlte Millionen für Täuschung
Der Bahn-Tower in Berlin. Die Unternehmen kämpft gegen ein schlechtes Image - und setzte dabei auch auf unlautere Methoden.
DÜSSELDORF. Die Deutsche Bahn hat nicht nur Telefonverbindungen und E-Mails von Mitarbeitern beim Verdacht von Korruption und Geheimnisverrat ausgespäht: Wie der Konzern am Donnerstag zugab, hat er auch Millionenbeträge ausgegeben, um durch manipulierte Umfragen und bezahlte Leserbriefe die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Allein 2007 wurde nach Angaben der Bahn ein Betrag von knapp 1,3 Mio. Euro für sogenannte "No badge"-Aktivitäten ausgegeben. Dazu zählen unter anderem Beiträge in Internet-Blogs, Leserbriefe, Meinungsäußerungen in Foren, Meinungsumfragen oder vorproduzierte Medienbeiträge, bei denen der Urheber beziehungsweise Auftraggeber nicht zu erkennen ist. Ob weitere Aufträge vor und nach 2007 vergeben wurden, ist nicht bekannt. Die Bahn will derartige Manipulationen einstellen.
"Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab", sagte Bahn-Chef Grube. "Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar. Ich werde umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen."
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