Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Lieferdienste Flink und Gorillas Investoren heizen das Rennen der superschnellen Online-Supermärkte an

Flink und Gorillas stecken derzeit ihre Reviere ab. Neues Wettkampffeld sind jetzt die Niederlande. Flink bekommt dafür nun frisches Geld.
02.03.2021 - 14:38 Uhr Kommentieren
Hatte die Lieferung von Lebensmitteln jahrelang ein Schattendasein geführt, ist sie im vergangenen Jahr durch die Coronakrise geradezu explodiert. Quelle: dpa
Einkaufen im Supermarkt

Hatte die Lieferung von Lebensmitteln jahrelang ein Schattendasein geführt, ist sie im vergangenen Jahr durch die Coronakrise geradezu explodiert.

(Foto: dpa)

Hamburg Es dürfte das spannendste europäische Start-up-Rennen seit dem Wettstreit der Essenslieferdienste werden: Der Wettlauf um die superschnellen Supermärkte per App. Das jedenfalls verspricht das enorme Expansionstempo der beiden deutschen Spieler: Gorillas und Flink eröffnen im Wochentakt neue Standorte.

Jetzt erhält Flink eine weitere Finanzierungsrunde. Nur sechs Wochen nach dem Start in Hamburg erhält Flink gut 43 Millionen Euro von Risikokapitalgebern. Damit hat das Team um den ehemaligen Home24-Chef Christoph Cordes insgesamt bereits 53 Millionen Euro eingesammelt.

Mit dem Geld will Flink im zweiten Quartal in Amsterdam und Paris starten. Damit folgt Flink dem Konkurrenten Gorillas, der in den vergangenen Tagen in den wichtigsten niederländischen Städten eröffnet hat. Die Berliner sind mit rund 40 Millionen Euro finanziert, arbeiten aber bereits an der nächsten Finanzierungsrunde.

Beide Geschäftsmodelle ähneln sich wie ein Ei dem anderen: Gorillas und Flink liefern aus kleinen Lagern per Elektrofahrrad in der unmittelbaren Nachbarschaft aus und kommen so auf Lieferzeiten von unter 20 Minuten – von der Bestellung per App bis zur Auslieferung.

Vorbilder sind ähnliche Modelle in den USA und Asien. Auch in anderen europäischen Ländern entstehen Konkurrenten. Zum Hauptschlachtfeld entwickelt sich derzeit London, wo Gorillas bereits mitmischt. Flink scheut laut Investoren die große Konkurrenz dort.

Derzeit geht es darum, das Revier zu sichern. Gorillas ist in vier deutschen Städten, Flink in fünf vertreten. Sehr bald sollen bei beiden weitere hinzukommen. Dennoch ist das Geschäft noch klein: Nur 120 Leute arbeiten für Flink – inklusive Fahrern. Neue Kunden werden mit handgeschriebenen Postkarten begrüßt und über unvorhergesehene Sortimentslücken noch per Telefonanruf informiert.

Flink bekommt starke Investoren

Mit dem eingesammelten Kapital solle sich Flink aber schnell weiter professionalisieren, sagt Mitinvestor Christian Meermann vom Frühphasenfinanzierer Cherry. Derzeit baue Flink die Zentrale in Berlin aus. „Mit dem zusätzlichen Funding können wir Flink noch schneller in Europa ausrollen“, ließ sich Mitgründer Oliver Merkel in der ersten Pressemitteilung des Unternehmens zitieren. Die ersten Erkenntnisse seien positiv: Viele Kunden nutzten Flink mehrmals in der Woche und würden den Online-Supermarkt laut Befragungen weiterempfehlen, erklärte der frühere Partner der Beratung Bain & Company.

Grafik

Bei der aktuellen Runde sind namhafte Finanzierer wie Northzone und Target Global an Bord. Als Unterstützer sind auch Gründer von Flix Mobility, Tier und der südamerikanischen Liefer-App Rappi dabei. Bei Gorillas ist neben dem US-Investor Coatue der Berliner Geldgeber Atlantic Food Labs an Bord.

Die Hoffnung ist groß: Anders als bei den Gastro-Lieferdiensten hoffen die Online-Supermärkte darauf, die gesamte Handelsmarge mitzunehmen. Die Investoren spekulieren, erstmals könnten transeuropäische Händler entstehen, die den etablierten Supermärkten einheizen. Nur dann wären für die Modelle wohl große Exits denkbar.

Nach dem Muster der Lieferdienste dürfte es zunächst darum gehen, schnell aus eigener Kraft zu wachsen. Danach rechnen die Investoren mit Übernahmen. Es sei jedoch Platz für mehr als einen Spieler pro Stadt, da der Lebensmittelmarkt deutlich größer als der Restaurantmarkt sei, lautet ihre These.

Noch steht der Test aus, wie gut der Service im großen Stil angenommen wird – und ob der Service auch zu Stoßzeiten funktioniert. Denn bislang werben die beiden deutschen Anbieter recht zurückhaltend. Die große Marketing-Offensive soll erst beginnen, wenn der Service steht. Dann dürfte die Wettfahrt der E-Bike-Kuriere auch auf den Straßen sichtbar werden.

Allein sind sie nicht: Ebenfalls am Dienstag teilte der tschechische Lieferdienst Rohlik/Knuspr mit, 130 Millionen Euro für die europäische Expansion eingesammelt zu haben. Unter anderem geht es nach München. Knuspr plant ein größeres Liefergebiet als die beiden deutschen Konkurrenten. Die Kehrseite: Die Lieferzeit beträgt bis zu drei Stunden.

Mehr: Der nächste Investoren-Hype – superschnelle Supermärkte per App

Startseite
Mehr zu: Lieferdienste Flink und Gorillas - Investoren heizen das Rennen der superschnellen Online-Supermärkte an
0 Kommentare zu "Lieferdienste Flink und Gorillas: Investoren heizen das Rennen der superschnellen Online-Supermärkte an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%