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Liefergeschäft Mehr als eine Milliarde Bestellungen – Delivery Hero erhöht die Prognose

Der Lieferdienst ist in Deutschland nicht mehr aktiv, doch die Geschäfte in Asien wachsen rasant. Darum gelten die Berliner schon als Dax-Kandidat.
28.07.2020 Update: 28.07.2020 - 13:51 Uhr Kommentieren
Der deutsche Lieferdienst verdient sein Geld vor allem in Asien. Quelle: dpa
Delivery Hero in Berlin

Der deutsche Lieferdienst verdient sein Geld vor allem in Asien.

(Foto: dpa)

Hamburg Der Lieferdienst Delivery Hero erhöht nach dem ersten Halbjahr seine Umsatzprognose. Im Gesamtjahr 2020 will der Berliner Konzern erstmals mehr als eine Milliarde Lieferungen zustellen. Zudem kündigt Delivery Hero an, nach Japan zu expandieren. Damit konzentriert sich der Lieferdienst noch mehr auf Asien.

Delivery Hero gilt als ein Kandidat für den deutschen Leitindex Dax als Ersatz für Wirecard – obwohl die Berliner seit dem Verkauf des Deutschlandgeschäfts an Takeaway.com vor zwei Jahren kein Inlandsgeschäft mehr haben. Delivery Hero ist vor allem in Südostasien, Skandinavien, Ost- und Mitteleuropa, dem Nahen Osten sowie Südamerika aktiv.

Konzernchef Niklas Östberg hebt die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf 2,6 bis 2,8 Milliarden Euro an. Zum Jahresbeginn war er von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro ausgegangen. Analysten hatten die Prognoseerhöhung nach optimistischen Aussagen des Schweden bereits erwartet. Die Zahlen seien „ermutigend“, schreibt Deutsche-Bank-Analystin Silvia Cuneo.

Das Geschäft erweist sich damit unter dem Strich als robust gegenüber dem Coronavirus. Beeinträchtigt war es vor allem im Nahen Osten. Wegen des harten Lockdowns in vielen Ländern stagnierte der Umsatz in der Region bei 165,9 Millionen Euro im zweiten Quartal 2020.

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    In Europa beschleunigte die Krise das Wachstum sogar leicht, da mehr Kunden bestellten, statt ins Restaurant zu gehen. Das größte Wachstum kommt aus Asien. Dort sei insgesamt kein Einfluss durch das Virus feststellbar, meinte Östberg. Er lehnte erneut ab, wegen der Krise die Liefergebühr für die Gastronomen zu senken. Es helfe ihnen mehr, wenn Delivery Hero mehr Lieferungen vermittle. So würden Kunden per Push-Nachricht informiert, wenn ihr Lieblingsrestaurant wiedereröffnet.

    In Japan investiert Delivery Hero zunächst 20 bis 30 Millionen Euro, um mit der Marke Foodpanda „in einer Handvoll Städte“ zu starten. Kanada hat Delivery Hero dagegen im zweiten Quartal aufgegeben.

    Lieferung von Blumen und Medikamenten

    Zusätzliches Wachstum erwartet Östberg durch den Ausbau von Lieferungen von Supermarkt-Artikeln, Medikamenten und Blumen, zum Teil aus eigenen lokalen Lagern. Bei diesem „Quick-Commerce“ sei Geschwindigkeit wichtiger als der Preis. Von Dritten liefere Delivery Hero idealerweise in 30 Minuten, aus eigenen Lagern in einer Viertelstunde. Im zweiten Quartal habe Delivery Hero 10,5 Millionen Lieferungen bearbeitet. Quick-Commerce macht also erst einen Bruchteil des Geschäfts aus.

    Das Wachstumsversprechen vom Börsengang 2017 werde erreicht, versprach Östberg. Damals hatte er kurz- und mittelfristig ein Umsatzplus von 40 Prozent versprochen, langfristig 30 Prozent. Langfristig solle die Ebitda-Marge fünf bis acht Prozent des Lieferumsatzes betragen.

    Absolute Gewinnzahlen nannte er zum Trading-Update nicht. Klar ist aber, dass Delivery Hero im Jahr 2020 noch weit von Gewinnen entfernt sein wird. Die Verlustprognose bleibt bei 14 bis 18 Prozent vom bereinigten operativen Gewinn (Editda) – 150 Millionen Euro Zusatzinvestitionen ausgenommen. Zum Jahresbeginn war Östberg noch von 200 Millionen Euro Zusatzinvestitionen ausgegangen.

    Analystin Cuneo rechnet nun mit 515 bis 655 Millionen Euro operativen Verlust vor Abschreibungen (Ebitda) für das Gesamtjahr. Das wäre etwas weniger als im Vorjahr – bei doppeltem Umsatz. Auch die Analysten der Commerzbank erwarten deutliche Margenverbesserungen erst für 2021. Sie sehen anhand von Google-Analysen zudem eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Lieferdiensten.

    Europa soll 2020 profitabel werden. Das Geschäft im Nahen Osten ist bereits operativ profitabel und soll den Gewinn ausbauen – trotz 50 Millionen Euro negativen Effekts durch das Coronavirus. Allerdings will Östberg etwas weniger investieren, da der Wettbewerb nicht so hart sei wie erwartet. Finanzchef Emmanuel Thomassin sagte in einer Telefonkonferenz, die Bestellungen seien um 95 Prozent gestiegen. Bei den Wettbewerbern sei es im Schnitt nur ein Prozent gewesen.

    Mehr: „Ich glaube nicht, dass die Anleger Parallelen zu Wirecard ziehen“

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