Linienverkehr Fahrgastrekord für Bus und Bahn

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Hunderttausende Pendler und Reisende fahren täglich mit Bussen und Bahnen. Der Fernbus-Boom schwächt sich allerdings ab.
Update: 10.04.2017 - 11:37 Uhr Kommentieren
Die Zahl der Fahrgäste stieg hier vergleichsweise moderat um 4,3 Prozent auf 24 Millionen. Quelle: dpa
Fernbusse

Die Zahl der Fahrgäste stieg hier vergleichsweise moderat um 4,3 Prozent auf 24 Millionen.

(Foto: dpa)

WiesbdadenPendler und Reisende in Deutschland haben Bus und Bahn im vergangenen Jahr so häufig genutzt wie nie zuvor. Fast 11,4 Milliarden Mal fuhren sie mit diesen öffentlichen Verkehrsmitteln - ein Rekordwert und ein Anstieg um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Durchschnittlich beförderten Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen, Stadtbahnen sowie die Eisenbahn pro Tag 31 Millionen Fahrgäste im Linienverkehr. Bestwerte gab es sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr.

Die stärkere Nutzung führte die Wiesbadener Behörde auch auf die gestiegene Zahl von Erwerbstätigen, Schülern und Studenten zurück. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hatte die Zahl der Pendler zuletzt einen Rekordwert erreicht. Danach pendelten 2015 bundesweit 60 Prozent aller Arbeitnehmer zum Job in eine andere Gemeinde – im Jahr 2000 waren es erst 53 Prozent.

Im Nahverkehr beförderten die Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als 11,2 Milliarden Menschen (plus 1,4 Prozent). Am meisten genutzt wurden Omnibusse. Die stärksten Zuwächse gab es hingegen bei Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie bei Eisenbahnen und S-Bahnen (jeweils plus 2,2 Prozent).

Das sind die größten Regional-Konkurrenten der Bahn
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In Großbritannien transportiert die Gesellschaft Go-Ahead eigenen Angaben zufolge mit 26.000 Mitarbeitern rund ein Drittel aller Bahnreisenden. So zum Beispiel „Ozzy“ Osbourne, Ex-Lead-Sänger der Band Black Sabbath, in Birmingham (Foto, Mitte). Das Unternehmen, das 1987 im Zuge der Privatisierung städtischer Busnetze durch ein Management-Buyout entstand, gehört inzwischen zu 30 Prozent der französischen SNCF-Tochter Keolis. In Baden-Württemberg will die 2014 in Berlin gestartete Deutschlandtochter nach der nun gewonnenen Ausschreibung 2019 Zugverbindungen aufnehmen.

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Die Pariser Gesellschaft Keolis, die in Deutschland die „Eurobahn“ (Foto) betreibt, ist eine 70-Prozent-Beteiligung der französischen Staatsbahn SNCF. Die restlichen 30 Prozent gehören einer kanadischen Pensionskasse. Keolis beschäftigt weltweit 60.000 Mitarbeitern und setzte zuletzt 5,6 Milliarden Euro um. Die von Düsseldorf aus gesteuerte Deutschland-Tochter ist in Ostwestfalen-Lippe, im sogenannten Hellweg-Netz zwischen Münster und Dortmund sowie zwischen Maas, Rhein und Lippe im Regionalverkehr aktiv. Ihr Marktanteil: Zwei Prozent.

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Die Hessische Landesbahn GmbH (HLB, Foto) gehört dem Land Hessen. Sie betreibt im Schienenverkehr die Strecken Lahntal-Vogelsberg-Rhön und Main-Lahn-Sieg. Hinzu kommen Verbindungen in der Wetterau, das Taunusnetz sowie die 3LänderBahn. In Deutschland kommt sie damit auf einen Marktanteil von drei Prozent.

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Das europaweit operierende Nahverkehrsunternehmen Abellio (Foto) wurde 2001 von der holländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen als NedRailways gegründet. Es beschäftigt mehr als 17.000 Mitarbeiter. Hierzulande zählen die Regionen Nordrhein Westfalen (Westfalen-Bahn) und Mitteldeutschland (Saale-Thüringen-Südharz-Netz) zu den Schwerpunkten. Gesteuert wird der Deutschlandbetrieb aus der Firmenzentrale in Berlin. Die operativen Einheiten sind Hagen, Halle/Saale und seit kurzem auch aus Stuttgart. Der Marktanteil liegt bei vier Prozent.

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Der Nahverkehrsanbieter Benex, der sich aus „Better Nexus“ („bessere Verbindung“) abkürzt, gehört zu 51 Prozent der Hamburger Hochbahn AG (HHA). Den Rest stellt der britische Infrastrukturfonds International Public Partnerships. Das Unternehmen mit 1.890 Mitarbeitern und 330 Millionen Euro Umsatz betreibt unter anderem die Regionallinien Metronom (Foto) und Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG), was ihm einen deutschen Marktanteil von rund vier Prozent bringt.

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Die 2003 in Hamburg gegründete Tochter des damals britischen Transportkonzerns Arriva, die sich 2011 den Namen Netinera gab, ist nach eigenen Angaben nach Deutscher Bahn und Transdev das drittgrößte Eisenbahnunternehmen Deutschlands ¬ mit einem Marktanteil von vier Prozent. Nach dem Verkauf Arrivas an die Deutsche Bahn ging die Deutschland-Tochter 2010 an ein Konsortium der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato (51 % der Anteile) und eines französisch-luxemburgischen Infrastrukturfonds. Die 3.800 Mitarbeiter betreiben unter anderem die Regentalbahn, die Berchtesgadener Landbahn und die Vlexx (Foto), die auch nach Frankreich fährt.

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Der französische Bahn-Verfolger Transdev gehört der staatlichen staatlichen Caisse des Dépôts und Veolia. Der Konzern zählt 119.000 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Umsatz von acht Milliarden Euro. In Deutschland betreibt die Gesellschaft unter anderem die Bayerische Oberlandbahn (Foto), die Nord-Ostsee-Bahn in Schleswig-Holstein und die Nordwestbahn in Niedersachsen – mit einem deutschen Marktanteil von vier Prozent.

Seit dem Jahr 2004 sei die Zahl der Fahrgäste im Nahverkehr kontinuierlich gestiegen, erklärte die Behörde. Besonders starke Zuwächse verzeichneten in diesem Zeitraum der Eisenbahnnahverkehr (plus 34,6 Prozent) und Straßenbahnen (plus 18,1 Prozent).

Im Fernverkehr auf der Schiene gab es im vergangenen Jahr ein Plus von 5,3 Prozent auf 138 Millionen Reisende. Den kräftigen Anstieg führten die Statistiker auch auf Streckenerweiterungen und Sonderticketaktionen zurück.

Der Fernbus-Boom schwächte sich dagegen ab. Die Zahl der Fahrgäste stieg vergleichsweise moderat um 4,3 Prozent auf 24 Millionen. Die Branche hatte damit gerechnet, dass sich das Wachstum nach den hohen Anfangsraten verlangsamen würde.

  • dpa
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