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Logbuch 8. Tag Piraten schlagen im Golf von Aden zu

Piraten haben im Golf von Aden zwei Schiffe angegriffen - eines davon entführt. Die Crew der portugiesischen Fregatte "Vasco da Gama" steht vor einem Rätsel.
02.06.2011 - 12:47 Uhr Kommentieren
Das Spezialkommando der portugiesischen Fregatte

Das Spezialkommando der portugiesischen Fregatte "Vasco da Gama" wird auf einen Einsatz vorbereitet.

(Foto: Florian Brückner / Handelsblatt Online)

Einschüsse von Maschinengewehren auf der Brücke waren das einzige, was die Piraten an diesem Tag Mitte April zurückgelassen hatten. Als südkoreanische Spezialeinheiten des Zerstörers „Choi Young“ mit entsicherten Waffen im Anschlag Schritt für Schritt das Schiff durchsuchten, waren die Angreifer verschwunden. Die Crew hatte sich im Panikraum, der Zitadelle des modernen Containerschiffs in Sicherheit gebracht. Zurück bleibt ein Rätsel, das große Gesprächsthema an Bord der „Vasco da Gama“.

„Warum haben sich die Piraten zurückgezogen? Sie hätten das Schiff übernehmen können“, sagt Korvettenkapitän João Piedade, Wachleiter der Operationszentrale, auf der Brücke der portugiesischen Fregatte. Er ist nachdenklich. Wenn die Piraten erst einmal an Bord sind und die Brücke eingenommen haben, verzichten die meisten Militärs auf einen Befreiungsversuch. Zu gefährlich, das Leben der Geiseln hat Vorrang, die Lage ist zu unübersichtlich. Warum also sind die Piraten verschwunden, nachdem sie erst den Frachter beschossen und die Crew mitten in der Nacht zur Flucht gezwungen hatten?

Vielleicht, weil sie bei der „Rosalia D'Amato“ mehr Glück hatten, „und der Panikraum der Hanjin Tianjin am Ende vielleicht doch zu sicher, zu schwer zu knacken gewesen wäre“, sagt Kapitänleutnant Artur Lucas da Silva vom Planungsstab, der das Hauptquartier der EUNVAFOR unterstützt. Da kam die Rosalia D'Amato gerade recht. Der italienische Schüttgutfrachter wurde im Süden des Arabischen Meeres, 70 Seemeilen von der „Hanjin Tianjin“ entfernt, aufgebracht.

Um 23 Uhr hatte der Kapitän der „Hanjin Tianjin“ noch um Hilfe gerufen – und hatte die „TCG Giresun“ erreicht. Die türkische Fregatte war das einzige Kriegsschiff, das im äußersten Osten des Internationalen Sicherheitskorridors, fernab der massiven Militärpräsenz im Golf von Aden, kreuzte.

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    Doch der Funkkontakt brach abrupt ab. Die „Giresun“ setzte eine Warnung an alle Schiffe in der Nähe ab. Umsonst. Drei Stunden später fingen die türkischen Soldaten einen Notruf der „Rosalia D'Amato“ auf. Zu diesem Zeitpunkt war das Frachtschiff mit einem Leergewicht von mehr als 74.000 Tonnen rund 365 Seemeilen von Salalah, der Hauptstadt der omanischen Provinz Dhofar, entfernt. Zwei Notrufe, ein Kriegsschiff.

    Gespenstische Szenerie auf See
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