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Logistik-Offensive Amazon macht DHL-Packstationen Konkurrenz

New York, Seattle, London: Der Online-Händler macht seinem Unmut mit der Postzustellung Luft und baut in immer mehr Metropolen eigene Packstationen auf. Doch in Deutschland hängen die Trauben sehr hoch.
04.10.2012 - 08:16 Uhr 9 Kommentare
Mit seinen „Amazon Delivery Lockers“ könnte der Online-Händler den DHL-Packstationen Konkurrenz machen. (Foto: Amazon)

Mit seinen „Amazon Delivery Lockers“ könnte der Online-Händler den DHL-Packstationen Konkurrenz machen. (Foto: Amazon)

Düsseldorf Wenn zwei sich streiten, freut sich meistens am Ende der Dritte. Dabei ist es eigentlich gar kein wirklicher Streit, um den es hier bei der Deutschen Post und dem E-Commerce-Riesen Amazon geht. Zumindest noch nicht. Der Dritte ist – um das vorweg zu nehmen – das kleine österreichische Familienunternehmen Keba. Seit Jahren rüstet die Firma die Post-Tochter DHL mit Packstationen aus; rund 2.500 sind es inzwischen im gesamten Bundesgebiet. Nun kann Keba auf weitere lukrative Aufträge hoffen – diesmal aber nicht von der Post, sondern vom weltgrößten Online-Händler Amazon.

Weil der US-Händler unzufrieden mit der Postzustellung von Paketen ist, testet er seit geraumer Zeit einen eigenen Vertriebsweg: Paketstationen zum Selbst-Abholen. Wie das „Wall Street Journal“ schreibt, soll so auch sichergestellt werden, dass keine Warenlieferungen mehr durch Diebstahl verloren gehen.

In Amerika wurden die sogenannten „Amazon Delivery Lockers“ in populären Läden der Supermarktkette 7-Eleven aufgestellt, die 24 Stunden lang geöffnet sind. Außerdem kooperiert Amazon mit der Drogeriekette Rite-Aid und der Metzgereikette Gristedes. Auch in London stehen inzwischen die Geräte an öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren – und es kommen ständig neue dazu.

Der „Financial Times Deutschland“ sagte ein Vertrauter des Unternehmens, dass einem Aufbau der Stationen in Deutschland nichts im Wege stehe. „Generell ist es unser Ziel, unseren Kunden die Zustellung von Paketen so einfach und bequem wie möglich zu gestalten - und Amazon Lockers ist einer der verschiedenen Wege, die wir zur Erreichung dieses Ziels verfolgen“, sagt eine Amazon-Sprecherin Handelsblatt-Online. Nur zu zukünftigen Plänen mag sie keine Auskunft geben. „Ich bitte um Ihr Verständnis.“

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    Für die Deutsche Post würde eine Ausweitung auf Deutschland bedeuten, dass sie ausgerechnet von einem ihrer prestigeträchtigsten Auftraggeber Konkurrenz bekommt. Seit mehr als einem Jahrzehnt verdiente der Bonner Konzern nicht schlecht an Amazon, der seiner Kundschaft bislang in den meisten Ländern für bestimmte Produkte einen kostenlosen Postversand anbietet. Durch den Boom im Online-Versandhandel ist das Paketgeschäft zu einem Milliardenmarkt angeschwollen, um den mehrere Anbieter kämpfen, die täglich zigtausende Paketboten an die Haustüren schicken. Allein die Post-Tochter DHL transportiert pro Werktag rund drei Millionen Paketsendungen. Über 60.000 Zusteller sind für die Auslieferung von Paketen und Päckchen im Einsatz.

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    9 Kommentare zu "Logistik-Offensive: Amazon macht DHL-Packstationen Konkurrenz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Neuerdings funktioniert die Zustellung an die Packstation nicht mehr. Ich lasse mit sehr viel von und über Amazon schicken. Der Fehler liegt bei der Post/DHL. Sehr oft wurden meine Sendungen in die Poststelle umgeleitet und ich musste das tun, was ich eigentlich vermeiden wollte, ich musste mir extra frei nehmen und mich dann sehr lange anstellen.Es wurden aber auch öfters Sendungen ohne vorherige Benachrichtigung zurückgeschickt. Lieferadresse ist eingespeichert und enthielt keine Fehler.
      Mit der Zustellung durch DHL und Post bin ich zur Zeit sehr
      unzufrieden und würde es sehr begrüßen, wenn Amazon einen
      eigenen Weg der Zustellung findet.
      Ich hoffe sehr, dass dies realisiert werden kann.

    • Da kann ich auch nur widersprechen, denn seit vielen Jahren schon bestelle ich bei Amazon und noch nie ist etwas nicht angekommen oder wieder an den Absender zurück geschickt worden.
      Da liegt der Fehler sicherlich nicht bei Amazon und auch nicht bei der Post - somit sind die Fehlerquellen wohl sehr eingeschränkt würde ich mal sagen.
      Wenn so etwas tatsächlich einmal passiert ist das nicht tragisch, wenn man aber des öfteren solche Dinge feststellt, sollte man den Fehler auch mal bei sich selbst suchen. Niemand ist perfekt.

    • Bei mir kamen Pakete oft nicht an. Ich hab letztens 3 Monate lang versucht einen 8 Euro Weltempfänger (Kleinpaket!) von Amazon via DHL zugestellt zu bekommen. Der Postbote hat aber weder die eigene Packstation verwendet, nocht wusste er, dass das Päkchen immer in der NÄCHSTgelegenen zuständigen Revierfiliale abgelegt werden muss.

      nach 4maligen hin und hersenden, wollte mir die Fa. das Radio nicht mehr zustellen. Da musste ich es dann woanders probieren - der Artikel wurde mehrfach hin und hergesendet.

      auch Büchersendungen sind bei mir schon oft nicht angekommen.

      vielleicht kann Amazon das mit seinen Packetstationen ja besser organisieren -- schlecht wär es nicht - es ist immer so mühselig da hinterherzurennen - vor allem hab ich das Geld nicht wiederbekommen, sondern nur Briefmarken.

      einmal bei verlorener Büchersendung musste ich draufzahlen - für den Verlust erhielt ich nur 2,20 Euro in Briefmarken, obwohl ich 2mal 4,90 Euro oder so Porto gezahlt hatte.

      wie nennt man sowas? Kundenservice? Ich fühlte mich verarscht - die verlieren die Pakete und ich zahl drauf.

    • Widerspruch... ich erhalte bereits seit Jahren Lieferungen von Amazon als auch deren Partnern teilweise über Hermes, insbesondere zu Peakzeiten, wie Ostern und Weihnachten - kein logischer Fehler

    • Nicht schlecht, bekäme DHL Konkurrenz. Die Packstation in meinem Wohnort ist oft überfüllt. Abholung in einer Filiale zeitraubend!

    • wir haben bereits heute Konkurrenz für die Post. Aus Kundensicht hat sich für mich nichts verbessert. Pakete werden teilweise bis zu zehn Hausnummern weiter zugestellt. Und obwohl ich niemanden eine Postempfangsvollmacht ausgestellt habe, muss man ständig seinen Nachbarn hinterher rennen und hoffen das die da sind. Ich lasse mir ins Büro liefern, mein Arbeitgeber hat zum Glück nichts dagegen. In dem Artikel ist ein logischer Fehler. Hermes kommt als Tochter von Otto wohl kaum als Paketdienst für Amazon in Frage. Otto hat so schon genug damit zu tun gegen Amazon zu bestehen.

    • Es wäre nur zu wünschen, dass die Post hier Konkurrenz bekommt. Die Packstationen sind in großen Städten oft überlastet und so wird das Paket in eine willkürliche Filiale umgeleitet, was 2 Tage dauert und für den Kunden einen erheblichen Mehraufwand bedeutet.

    • Ein Kostenproblem entsteht dadurch, daß oft mehr als ein Zustell-Versuch unternommen werden muß.

      Dem können die Packstationen entgegenwirken.

      Ein eigener Paket-Briefkasten vorm Haus ist natürlich ein Traum, den ich mir etwas kosten lassen würde.

      Vor allem, weil dort auch eigene Sendungen für den Zusteller platziert werden können.

      Gute Idee!

    • Ich will, daß es so bleibt wie es ist - nämlich daß die DHL die Päckchen bringt. Durch die Packstationen werden wieder Leute wegrationalisiert und überdies finde ich es eine Frechheit, den Bringdienst in eine Abholpflicht zu verwandeln. So wird wieder etwas vom Unternehmen auf die Kunden verlagert. Wenn ich "Packstation" auswähle und das Ganze wird um 4 Euro billiger, dann ist das okay, aber bei gleichbleibendem Preis eben nicht.

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