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Logistikdiensleister Großer Streit unter den Panalpina-Aktionären

Wer darf bei Aktionärsversammlungen seine volle Stimmkraft nutzen und bei Entscheidungen über Übernahme-Offerten für Panalpina großen Einfluss nehmen.
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Der Haupteigner - die Ernst Göhner Stiftung - war bislang bei Aktionärsversammlungen von der Stimmrechtsbeschränkung betroffen. Quelle: Reuters
Panalpina

Der Haupteigner - die Ernst Göhner Stiftung - war bislang bei Aktionärsversammlungen von der Stimmrechtsbeschränkung betroffen.

(Foto: Reuters)

Zürich In der Auseinandersetzung zwischen den beiden größten Aktionären des Schweizer Logistikkonzerns Panalpina tut sich eine neue Front auf. Letztlich geht es dabei um die Frage, ob der Haupteigner die Ernst Göhner Stiftung bei Aktionärsversammlungen in Zukunft ihre volle Stimmkraft einsetzen kann oder ob eine Beschränkung zum Zug kommt.

Für eine Beschränkung plädiert der aktivistische Investor Cevian. Wer immer sich bei dem Streit durchsetzt, hat gute Karten, in Zukunft die Geschicke der mit einer Übernahmeofferte konfrontierten Panalpina zu bestimmen. Panalpina verfügt über eine Stimmrechtsbeschränkung von fünf Prozent. Von der Beschränkung war die Stiftung, die rund 46 Prozent an Panalpina hält, seit dem Börsengang 2005 ausgenommen.

Diese Praxis war jahrelang unumstritten. 2018 beauftragte Cevian dann vier renommierte Aktienrechtsprofessoren, den Sachverhalt juristisch zu prüfen. Die Professoren kamen zum Schluss, dass die Stimmen der Stiftung auf fünf Prozent beschränkt werden müssen. Ein Experte der Stiftung vertritt die gegenteilige Auffassung. Dennoch will sie nun eine Aktionärsversammlung einberufen, um die Stimmrechtsbeschränkung aufzuheben.

Die Stiftung begründet dies mit dem Ziel, eine bessere Corporate Governance einzuführen. Cevian ist gegen die Änderung, weil damit der Einfluss der Stiftung zementiert werde. Der Panalpina-Verwaltungsrat hat sich einer Sprecherin zufolge noch keine Meinung gebildet, welche Seite sie unterstützt.

Bei dem Unternehmen stehen entscheidende Weichenstellungen an. Denn in den kommenden Wochen muss sich der Panalpina-Verwaltungsrat über zwei auf dem Tisch liegende Fusionsvorhaben eine Meinung bilden. Die dänische Konkurrentin DSV will den Schweizer Konzern für rund 4,3 Milliarden Franken schlucken. Panalpina verhandelt aber auch mit Agility aus Kuwait über eine Kooperation der Logistiksparten.

Insidern zufolge sieht eine mögliche Variante vor, dass Panalpina das Logistikgeschäft von Agility übernimmt und Agility sich im Gegenzug an Panalpina beteiligt. Die Insider gehen zudem davon aus, dass es entweder mit Agility oder DSV zu einer Einigung kommen dürfte und ein Alleingang des Basler Konzerns unwahrscheinlich ist.

  • rtr
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