Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
DHL-Pakete

Die Erträge der Paketsparte waren im zweiten Quartal unter Druck.

(Foto: dpa)

Logistikkonzern Brief- und Paketgeschäft verhagelt der Deutschen Post das Geschäft – die Blitzanalyse

Update: 07.08.2018 - 08:28 Uhr 1 Kommentar

Düsseldorf Der weltweit größte Logistikkonzern hat am Dienstagmorgen seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse.

  • Ein Ergebniseinbruch im Brief- und Paketgeschäft hat die Deutsche Post im zweiten Quartal massiv belastet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging es im Gesamtkonzern mit dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 11,2 Prozent zurück auf 747 Millionen Euro. Damit fiel der Rückgang kräftiger aus, als von Analysten erwartet. Sie hatten im Schnitt mit 762 Millionen Euro gerechnet.
  • Der Gewinn pro Aktie sank von 50 auf 42 Cent, was den Markterwartungen entsprach. Obwohl sämtliche vier Unternehmenssparten - Brief/Paket, Express, Spedition/Fracht und Lagerdienstleistungen – beim Umsatz zulegen konnten, lagen die Erlöse des ersten Halbjahres mit 29,8 Milliarden Euro nur auf dem Niveau der Vorjahresperiode. Grund ist der Verkauf des Marketingdienstleisters Williams Lea Tag, der die Erlöse schmälerte.
  • Nach der Gewinnwarnung am 8. Juni, bei der Konzernchef Frank Appel seine Ertragsprognose um fast ein Viertel kürzte, bleibt die Deutsche Post nun bei ihrer revidierten Vorhersage. Für 2018 will sie ein Ebit von 3,2 Milliarden Euro liefern, wozu die in der Sanierung befindliche Sparte Brief/Paket 0,6 Milliarden Euro beisteuern werde. Ursprünglich waren hier 1,5 Milliarden vorgesehen. Die Unternehmenszentrale werde das Ebit mit 420 Millionen Euro belasten, wovon rund 70 Millionen Euro auf das Konto des Streetscooters gehen, der im Vorjahr noch Teil der Brief- und Paketsparte war.
  • Bei den angekündigten Restrukturierungsaufwendungen von 500 Millionen Euro soll es in diesem Jahr bleiben. Im Wesentlichen wird das Geld ausgegeben für ein Vorruhestandsprogramm verbeamteter Postbeschäftigter „in indirekten Funktionen“, was etwa Briefträger ausschließt. 51 Millionen Euro seien davon bereits im zweiten Quartal geflossen, erklärte der Konzern. Ergänzend zu den 500 Millionen will die Deutsche Post 2018 weitere 150 Millionen Euro investieren, um das Brief- und Paketgeschäft profitabler zu machen. Davon habe man im zweiten Quartal bereits zehn Millionen Euro abgerufen.

Das fällt positiv auf

Deutliches Wachstum bei Paketen: Mit 9,3 Prozent wuchs das deutsche Paketgeschäft im zweiten Quartal weiterhin deutlich - und stärker als der Gesamtmarkt. Auch der Volumenrückgang im Briefgeschäft fiel mit 1,2 Prozent moderat aus. Am Ende reichte es allerdings nur für ein Umsatzplus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Das fällt negativ auf

Operativ zu schwach: Das operative Ergebnis der Division Brief/Paket brach von 260 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 108 Millionen Euro ein. Selbst ohne die Restrukturierungskosten von 51 Millionen Euro und die zusätzlichen Investitionsaufwendungen von zehn Millionen Euro, die für die Stärkung der Produktion ausgegeben wurden, wäre es mit dem Ebit steil nach unten gegangen.

Was jetzt passiert

Preise werden steigen: Aus dem Strategiewechsel macht Konzernchef Frank Appel, der nach dem Rauswurf von Brief- und Paketvorstand Jürgen Gerdes in der Sparte selbst die Führung übernommen hat, kein Geheimnis. „Wir werden nun unsere Preise und Kosten sowohl im Post- als auch im Paketbereich stärker in den Blick nehmen“, sagt er, „um die Volumenentwicklung in kontinuierlich steigende Erträge zu überführen.“ Konkret will er Rabatte für Großkunden wie Amazon überprüfen, falls diese die angekündigten Paketmengen nicht einhalten. Ungebremstes Mengenwachstum zu Lasten des Ertrags soll es künftig nicht mehr geben. In den Zahlen für das zweite Quartal sind die Auswirkungen der neuen Strategie allerdings noch nicht zu erkennen.

Startseite

Mehr zu: Logistikkonzern - Brief- und Paketgeschäft verhagelt der Deutschen Post das Geschäft – die Blitzanalyse

1 Kommentar zu "Logistikkonzern: Brief- und Paketgeschäft verhagelt der Deutschen Post das Geschäft – die Blitzanalyse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nachdem nun die Folgen der altertümlichen Managementmethoden des Frank Appel nicht mehr zu übersehen sind, wundert man sich doch, warum der Mann nicht längst abberufen wurde. Jeder klar denkende Mensch hat sich in den letzten Jahren bereits gefragt, wie lange dieser Mann damit bei den Aktionären etc. durch kommt. Den Aktionären Wahnsinnsgewinne versprechen, den Mitarbeitern möglichst viel zusammenstreichen und Demotivieren. Gleichzeitig planlos in allen Pötten rühren und dem Größenwahn freien Lauf lassen (allyouneed etc). Dabei gab es doch nie ein vernünftiges Konzept und erst recht keine Vision, wie man amazon in den Griff bekommt. Noch letztes Jahr wurde man belächelt, wenn man im Management ansprach, dass amazon praktisch flächendeckend Läger besitzt und jederzeit selbst die Logistik übernehmen kann. Wetten, amazon wird in den nächsten 12 Monaten mindestens 30% seiner Pakete selbst ausliefern? Wetten, Frank Appel wird in den nächsten 6 Moanten vom Hof gejagd?

Serviceangebote