Ludwig Beck kauft Wormland Münchner Kult-Modehaus will mit dem Trend gehen

Frech, für Männer, Wormland. Weil das Modehaus Ludwig Beck hipper sein will, hat es das Unternehmen Wormland gelauft – und geht damit in eine völlig neue Mode-Richtung.
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nutzt der Moderiese Wormland, um auf sich aufmerksam zu machen. Ludwig Beck im Gegenzug hat keinen eigenen Online-Auftritt. Quelle: dpa/picture-alliance
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nutzt der Moderiese Wormland, um auf sich aufmerksam zu machen. Ludwig Beck im Gegenzug hat keinen eigenen Online-Auftritt.

(Foto: dpa/picture-alliance)

MünchenDas renommierte Münchener Modehaus Ludwig Beck ändert seine Strategie. Bisher war es mit seinen Läden ganz auf die bayerische Hauptstadt konzentriert. Jetzt hat es zu einem nicht genannten Preis den Herrenmodefilialisten Wormland aus Hannover gekauft. Damit übernimmt Ludwig Beck 15 Wormland-Filialen in Deutschland.

Dazu gehören große Wormland-Läden in 1A-Lagen ebenso wie die kleineren „Theo“-Geschäfte vorwiegend in Einkaufszentren. Bislang hatte das Münchener Unternehmen nur das große Kaufhaus Ludwig Beck am Rathaus Eck, gleich am Marienplatz der bayerischen Metropole sowie den Kosmetikladen „Hautnah“ in den Fünf Höfen.

Außerdem baut das Münchener Unternehmen, das stark auf Damenmode sowie Kosmetik und Tonträger fokussiert war, sein Herrenmode-Geschäft kräftig aus. Denn Wormland ist auf Herrenmode spezialisiert. „Jetzt haben wir uns deutschlandweite Kompetenz in der Herrenmode hinzugekauft“, sagte Jens Schott, Chef des Rechnungswesens von Ludwig Beck. Dazu gehört auch ein großer Online-Shop.

Fehlgriff Markenname
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Sie hatten die besten Absichten in der Marketing-Abteilung. Gut muss er klingen, ansprechen soll er den Kunden: der Produktname. Besonders wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnis haben internationale Unternehmen mit besten Ambitionen doch immer wieder genau das Gegenteil mit ihren Namensgebungen erreicht. Immerhin sorgen die Fehlgriffe für Aufsehen, nur eben nicht ganz so wie sie sollten.

In Japan vermutet wohl niemand hinter Uniqlo ein WC für beide Geschlechter oder in einer Hochschule, in Deutschland vielleicht schon – trotz des „q“ statt des „k“ im Unternehmensnamen. Tatsächlich werden unter diesem Namen Hosen, Strickjacken und Hemden verkauft. Am 11. April 2014 eröffnet die erste deutsche Filiale des japanischen Modehauses in Berlin.

Mitsubishi stellt Elektroauto "Miev" vor
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Wer möchte in ein Auto einsteigen, das I-Miev heißt? Der Name wird hierzulande doch eher mit Gestank als mit Fahrspaß verbunden. 2010 brachte Mitsubishi das elektronisch betriebene Fahrzeug auf den deutschen Markt. Inzwischen besannen sich die Autoverkäufer jedoch auf einen weniger stinkenden Namen. Seit März läuft das Auto in Deutschland als „Mitsubishi Electronic Vehicle“.

Grolsch Stender
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Meistens sprechen die Niederländer sehr gut deutsch. Doch offenbar nicht die Produktentwickler und Marketingexperten der holländischen Biermarke Grolsch. Sie nannten ihr Bier mit dem geringem Alkoholgehalt Stender. In deutschsprachigen Gebieten wird das Bier wegen des anrüchigen Namens belächelt. Wer sagt schon gerne an der Bar: „Ich hätte gerne ein Stender.“

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Wir Deutschen haben mit dem Namen Persil kein Problem. Doch in anderen Ländern klingt der deutsche Produktname ganz anders. In Frankreich, wo das Waschmittel ebenfalls Persil heißt, bedeutet es eigentlich Petersilie. Zwar wissen die Franzosen inzwischen, dass es um ein Waschpulver geht und keine Kräuter enthalten sind. Doch bei der Einführung war das anders. Vielleicht dachte der ein oder andere sogar, seine Wäsche würde künftig nach Petersilie duften.

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Nicht einmal die Models lächeln, als sie den Pajero von Mitsubishi präsentieren. Vielleicht wissen sie, dass Pajero ein Schimpfwort ist: Es bedeutet „Wichser“. Auf welche Resonanz dieser SUV bei allen Kennern des Spanischen stieß, hätte ein kluger Marketingexperte möglicherweise vorhersagen können.

KAFFEE CAFE NESCAFE PRODUKTION EINWEIHUNG NEUE PRODUKTIONSSTAETTE NESTLE
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„N'es café“ – so hört sich Nescafé in portugiesischen Ohren an. Und das bedeutet: kein Kaffee. Aber was ist dann in diesem Plastikbehälter drin? Kaffee! Das mussten die skeptischen Portugiesen erst noch herausfinden.

Mit der Übernahme von Wormland erhöhen die Münchener ihren Umsatz von gut 100 auf rund 180 Millionen Euro. In diesem Jahr dürfte er zeitanteilig auf rund 164 Millionen Euro wachsen. Das prognostizierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde sich, teilte Ludwig Beck mit, dadurch auf rund 17 bis 19 Millionen Euro  deutlich erhöhen. Auch die Mitarbeiterzahl verdoppelt sich auf etwa 900.

Mit der Übernahme reagiert das Unternehmen auf den neuesten Trend in der Modebranche. Die Modemarken eröffnen derzeit immer mehr Monomarkenshops in den deutschen Innenstädten. Sie wolle so ihr Markenprofil schärfen – und machen damit dem klassischen Textilhandel Konkurrenz.

Das ist eine gewaltige Herausforderung für die letzten großen eigenständigen Textilhäuser in Deutschland wie Ludwig Beck. Die Münchener versuchen sich als „Kaufhaus der Sinne“ mit hochwertigen Marken von der Konkurrenz abzuheben. Andere große Einzelhändler wie Engelhorn in Mannheim und das Stuttgarter Textilkaufhaus Breuninger setzen ebenfalls auf hochwertige Marken, Gastronomie, Vielfalt und besonders viel Service-Angebote.

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