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Luftfahrt Airbus will 2035 Wasserstoff-Flugzeug bauen

Der europäische Flugzeugbauer möchte die Luftfahrt klimafreundlicher machen. Darum investiert Airbus nun massiv in den Wasserstoffantrieb.
21.09.2020 - 15:59 Uhr Kommentieren
In dem Flieger hätten den Angaben zufolge bis zu 200 Passagiere Platz. Quelle: dpa
Grafische Darstellung eines möglichen Wasserstoff-Flugzeugs von Airbus

In dem Flieger hätten den Angaben zufolge bis zu 200 Passagiere Platz.

(Foto: dpa)

Paris Airbus will schon im Jahr 2035 ein wasserstoffgetriebenes Flugzeug mit Nullemissionen an den Markt bringen. Wie die Airbus-Technikchefin Grazia Vittadini am Montag in Toulouse sagte, soll schon in knapp drei Jahren ein erster Demonstrator entworfen werden, der 2025 zum ersten Mal fliegen soll.

Der Druck auf die Flugzeugindustrie, die CO2-Emissionen zu senken, nimmt zu. Neben den Folgen der Covid-19-Pandemie ist dies eine der größten Herausforderungen für die Hersteller. Mit der bisherigen Antwort, den Verbrauch der Gasturbinen zu senken, indem die Rotoren stets größer werden, scheinen die EU-Klimaziele nicht mehr erreichbar. Zugleich stößt die Technik wegen der extrem hohen Geschwindigkeiten der Rotorenden an Grenzen.  

In der jüngsten Vergangenheit hatte Airbus vor allem auf elektrische Flugzeuge gesetzt, die mit E-Motoren oder mit Hybridsystemen angetrieben werden. Inzwischen ist das Unternehmen auf Wasserstoff umgeschwenkt, „weil der unvergleichlich viel leichter ist als Batterien“, sagte Glenn Llewellyn, Vizechef des Zero-Emission-Projekts bei Airbus. Die Energiedichte sei so hoch wie bei Kerosin, bei deutlich geringerem Gewicht. Allerdings ist bei derselben Temperatur das Volumen gespeicherten Wasserstoffs viermal so hoch.

„Deshalb arbeiten wir auch am Einsatz von flüssigem Wasserstoff“, sagte Vittadini. Der habe ein deutlich geringeres Volumen, müsse aber auf minus 253 Grad Celsius gekühlt werden. Der Raketenbauer Ariane Group, Schöpfer der Ariane-Rakete, kooperiert bereits mit dem Versorger Engie und Airbus beim Thema Verflüssigung von Wasserstoff.

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    Chefingenieur Jean-Brice Dumont erläuterte, dass Airbus an drei verschiedenen Konzepten arbeite. Einem Flieger mit Turboprop-Motoren, einem mit Gasturbinen und einem völlig neuen Design, einem fliegenden Flügel, der aussehe wie ein dicker Bumerang.

    Milliardeninvestitionen sind notwendig

    „Welches der drei Konzepte als erstes an den Markt kommen wird, ist noch offen“, sagte Dumont. Vittadini ergänzte, dass Wasserstoff in Gasturbinen verbrannt werden kann wie Kerosin. Statt giftiger Abgase entsteht Wasserdampf. Allerdings müssen die Leitungen und die Brennkammern anders ausgelegt werden.

    Die Überlegung, Kerosin durch Wasserstoff zu ersetzen, ist nicht völlig neu. Bislang schreckten die Hersteller davor zurück, weil dann ein erheblicher Teil des Rumpfes, rund ein Drittel, für Tanks reserviert werden muss. Das war inakzeptabel, solange die Logik galt, immer mehr Passagiere in die Röhren zu pressen.

    Die Corona-Pandemie hat ein Umdenken eingeleitet: Niemand weiß, ob jemals wieder so viele Passagiere befördert werden wie in der jüngsten Vergangenheit. Und wenn Flieger ohnehin halbleer starten, dann wächst die Akzeptanz einer neuen Technologie, die mehr Volumen beansprucht, aber sauber ist.

    Llewellyn und Vittadini machten deutlich, dass Airbus die nötigen technischen Entwicklungen allein nicht leisten könne. Denn wasserstoffgetriebene Flieger sind ohnehin nur dann wirklich emissionsfrei, wenn der Wasserstoff nicht auf herkömmlichem Wege, sondern mithilfe von erneuerbarer Energie erzeugt wird. Das ist zwar möglich, die notwendigen großtechnischen Anlagen für die benötigten Mengen existieren aber noch nicht. Sie müssen von den Gaseherstellern wie Air Liquide oder Linde oder von den Ölkonzernen aufgebaut werden.

    Zudem ist Airbus auf die Zusammenarbeit mit den Motorenlieferanten angewiesen. Llewellyn versprach: „Allein bei Airbus sind mehrere Milliarden Euro notwendig an Investitionen. Wir werden sie leisten.“

    Mehr: Hoffnungsträger der Energiewende – wo der grüne Wasserstoff herkommt

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