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Luftfahrt Airlines bestellen immer weniger Flugzeuge

Der fast ein Jahrzehnt andauernde Bestellboom der Fluggesellschaften neigt sich dem Ende zu. Doch bestehende Überkapazitäten bleiben bestehen – erst mal.
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Die Krise um den Flieger ist ebenfalls ein Grund, weshalb die Flugzeugbestellungen rückläufig sind. Quelle: AP
Boeing 737 Max

Die Krise um den Flieger ist ebenfalls ein Grund, weshalb die Flugzeugbestellungen rückläufig sind.

(Foto: AP)

Frankfurt Die Auftragsbücher von Boeing und Airbus sind prall gefüllt. Airbus hatte Ende September 7 133 noch nicht abgearbeitete Flugzeugbestellungen. Bei Boeing sind es immerhin 5 705 Jets. Die Fertigung der beiden dominierenden Hersteller von Verkehrsflugzeugen ist damit auf Jahre hinaus ausgelastet.

Dennoch scheint sich der Flugzeugmarkt gerade zu drehen. Der fast zehn Jahre dauernde Bestellboom geht zu Ende. Das zeigen die aktuellen Zahlen. Airbus bekam in den zurückliegenden drei Quartalen Bestellungen für 127 Flugzeuge. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 256 Jets gewesen.

Noch dramatischer ist die Situation bei Boeing. Hier steht in den ersten neun Monaten dieses Jahres sogar ein Minus von 84 Flugzeugen in den Büchern, nach 631 Neubestellungen im Vorjahreszeitraum.

Dieser Einbruch bei Boeing erklärt sich vor allem mit der Max-Krise. Erste Kunden haben den Jet storniert. Aber die Airlines agieren auch grundsätzlich zunehmend vorsichtiger bei ihren Flottenplänen. Teilweise werden Bestellungen storniert, teilweise wird der Flugzeugtyp gewechselt.

Das zeigt sich auch bei Airbus. So wird Emirates bis Jahresende wie schon angekündigt die Zahl der bestellten A380-Jets von 162 auf 123 reduzieren. Gleichzeitig wird die Golf-Airline die kleineren Modelle A330neo und A350 ordern. Der Nachbar aus Abu Dhabi, Etihad Airways, hat bereits erklärt, 42 A350 nicht mehr abnehmen zu wollen. Insgesamt verzeichnete Airbus in den ersten neun Monaten 174 Stornierungen.

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Die Beispiele Emirates und Etihad zeigen gut die Gründe für diese Entwicklung auf. Ursprüngliche Wachstumspläne gehen nicht auf, die Geschäftsmodelle werden überarbeitet und angepasst.

Emirates beispielsweise will nicht mehr wie geplant allein auf die Superjumbos von Airbus setzen, die am Drehkreuz Dubai gefüllt werden. Stattdessen will man mit kleineren Langstreckenflugzeugen auch Strecken jenseits von Dubai direkt bedienen. Etihad wiederum hat verlustreiche Jahre hinter sich gebracht und ist massiv auf Schrumpfkurs gegangen.

Airlines agieren vorsichtiger

Dieser Trend wird vorerst wohl anhalten. Zwar herrscht gerade in der europäischen Luftfahrt weiter die Tendenz, Kapazitäten hoch zu halten. Weil niemand Landerechte und Strecken aufgeben will, bleiben bestehende Überkapazitäten vorerst bestehen.

Doch angesichts des einsetzenden wirtschaftlichen Abschwungs versuchen die Airlinemanager, zumindest diese Überkapazitäten nicht noch weiter zu steigern. Hinzu kommen die Belastungen aus zusätzlichen Ticketsteuern, die beispielsweise Deutschland im Rahmen des Klimapakets erhebt.

So beobachtet Daniel Röska von Bernstein Research eine gewisse Disziplin, was die Angebotsplanung der Fluggesellschaften betrifft. Airlines würden bei ihren Planungen offensichtlich nicht mehr an der oberen Grenze der Nachfrage kratzen. „Wenn sich die Makrodaten nicht verschlechtern, könnten wir eine Stabilisierung der Industrie in den kommenden Monaten erleben“, so Röska. Die Vorsicht wirkt sich auch auf die Flottenplanungen aus.

Der Haken: Trotz der jüngsten Stornierungen und der wachsenden Vorsicht sind immer noch viele Flugzeuge bestellt – wahrscheinlich deutlich mehr, als der Markt verträgt.

Niemand weiß, was passiert, wenn die 737 Max im kommenden Jahr wieder in den Verkehr gehen darf. Großabnehmer wie Ryanair könnten dann schnell jene Kapazitätskürzungen wieder rückgängig machen, die sie wegen der fehlenden Maschinen in diesem Jahr vorgenommen haben.

Mehr: Wann der Unglücksflieger 737 Max wieder fliegen darf, bleibt ungewiss. Klar ist: Das Debakel mit dem Kurz- und Mittelstreckenjet lähmt Boeing.

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