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Luftfahrt-Aktien Im Vergleich mit MTU schneidet die Lufthansa schlecht ab

Bald könnte es zwei Luftfahrtaktien im Dax geben. Im Vergleich mit Aufstiegskandidat MTU steht Europas größte Fluggesellschaft nicht gut da.
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Europas größte Fluggesellschaft kommt gerade einmal auf einen Börsenwert von 6,6 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Lufthansa-Jet

Europas größte Fluggesellschaft kommt gerade einmal auf einen Börsenwert von 6,6 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Wert eines Unternehmens an der Börse sagt nicht nur etwas über den Zustand der Firma selbst aus. Indirekt drückt sie auch aus, was die Investoren über die Wettbewerber denken. Etwa im Fall von MTU. Sollte der Triebwerksspezialist in den Dax aufsteigen, wäre er neben der Lufthansa der zweite Luftfahrtwert in der obersten Börsenliga. Damit liegen Vergleiche auf der Hand. Und dabei schneidet die Airline nicht gut ab.

Fast 12,9 Milliarden Euro ist MTU derzeit an der Börse wert. Europas größte Fluggesellschaft kommt gerade einmal auf 6,6 Milliarden Euro, ist gemessen am Umsatz aber fast acht Mal größer als MTU. Eine prekäre Situation für die Airline-Gruppe.

„Für Lufthansa war immer schon der Vergleich mit anderen Dax-Werten entscheidend, etwa beim Thema Managementvergütung“, sagt Daniel Röska von Bernstein Research: „Bei einem Aufrücken von MTU in den Dax wird sich das Lufthansa-Management also Fragen gefallen lassen müssen, ob im Konzern alles richtig läuft.“

Wie eklatant die Bewertungsunterschiede sind, zeigt der Blick auf die Details. Alleine die Wartungstochter Lufthansa Technik (LHT) erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro, also mehr als MTU. Zwar gibt es Unterschiede zwischen beiden. So verfügt LHT anders als MTU nicht über das sogenannte OEM-Geschäft, also den Bau von Triebwerkskomponenten.

Dennoch sind beide Firmen grundsätzlich vergleichbar. Beide verfügen über ein starkes und langfristig planbares Wartungsgeschäft. Auch bei MTU ist es mit einem Umsatzanteil von 57 Prozent der größte Geschäftsbereich. Daraus lässt sich die Frage ableiten, wie viel von der eh schon mageren Lufthansa-Bewertung auf LHT entfällt und wie viel für das eigentliche Kerngeschäft mit dem Fliegen übrigbleibt.

Trennung von Lufthansa Technik wäre komplex

Denn auch auf Ergebnisseite zeigt sich die Stärke von LHT. Im ersten Halbjahr 2019 steuerte die Wartungstochter 58 Prozent zum Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Konzerns bei. Lufthansa hat einen Cashpool, in den diese Erträge fließen. Daraus können sich wiederum die Airlines bedienen. Das mit der Wartung verdiente Geld wird also zum Teil von Airlines wieder aufgesogen – was Investoren nicht gefällt.

Gerald Wissel denkt deshalb weiter. „Ein Dax-Aufstieg von MTU und die Bewertung wird die Debatte befeuern, ob man Lufthansa Technik nicht an die Börse bringen sollte“, sagt der Luftfahrtberater. Doch das ist ein ebenso heikles wie kompliziertes Thema, weiß Wissel.

Eine Herauslösung von Lufthansa Technik sei äußerst komplex. Die Tochter sei sehr eng mit den Airlines der Gruppe verwoben. Man nutze teilweise die gleiche Infrastruktur – etwa bei den Immobilien oder auch der Informationstechnik.

„Zudem sollte keiner vergessen, dass bei einer Trennung von Lufthansa Technik der Erlös schnell weg ist, dafür aber die regelmäßigen Einnahmen der Wartungstochter künftig etwa für Investitionen fehlen.“ Denn die guten Margen von LHT helfen der „Hansa“ zum Beispiel auch dabei, die Flotte zu erneuern.

Mehr: Der Triebwerkshersteller MTU ist auf dem Sprung in die Topliga der Industrie. Konzernchef Reiner Winkler sieht sich für die Antriebswende gerüstet.

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