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Luftfahrt Britische Regierung sagt Hilfe für Krisen-Airline Flybe zu

Bereits zum zweiten Mal in gut einem Jahr steht der britische Regionalflieger vor dem Aus. Boris Johnson kündigt Unterstützung für Flybe an.
14.01.2020 Update: 14.01.2020 - 19:56 Uhr Kommentieren
Das teure Kerosin, die Schwäche des britischen Pfunds sowie der harte Preiswettbewerb setzen der Gesellschaft zu. Quelle: Bloomberg
Maschine von Flybe in London

Das teure Kerosin, die Schwäche des britischen Pfunds sowie der harte Preiswettbewerb setzen der Gesellschaft zu.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Die britische Regierung hat einem Rettungsplan für den in die Krise geratenen Regionalanbieter Flybe zugestimmt. Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom verkündete die Einigung am Dienstagabend über Twitter, ohne Details zu nennen.

Die Vereinbarung solle sicherstellen, dass viele Regionen des Vereinigten Königreichs an den Luftverkehr angeschlossen blieben. „Das dürften gute Neuigkeiten für die Flybe-Belegschaft, Kunden und Gläubiger sein“, schrieb Leadsom. „Wir werden weiter hart daran arbeiten, eine nachhaltige Zukunft sicherzustellen.“

Zuvor hatte das Unternehmen die Regierung in London um Hilfe gebeten. „Wir arbeiten sehr hart daran, zu tun, was wir können“, erklärte Premierminister Boris Johnson gegenüber der BBC. Der Regierungschef betonte zwar, dass er wenig davon halte, Unternehmen zu retten. Aber gleichzeitig wisse man, dass Flybe für die Anbindung in der Fläche des Landes wichtig sei. Flybe selbst schweigt, betont lediglich, dass der Flugverkehr weitergehe.

Es ist das zweite Mal innerhalb gut eines Jahres, dass Flybe vor dem Aus steht. Im November 2018 musste das Management schon einmal einen Notruf absetzen und startete die Suche nach einem Investor. Den fand man in einem Konsortium.

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    Seitdem gehört das Unternehmen zu 40 Prozent Cyrus Capital, zu 30 Prozent dem Mischkonzern Stobart Group sowie zu 30 Prozent zur Airline Virgin Atlantic aus dem Reich des Milliardärs Richard Branson. Die drei investierten umgerechnet gut 117 Millionen Euro. Doch schon kurze Zeit später scheinen diese Mittel wieder aufgebraucht zu sein.

    Flybe bedient mit Turboprop-Maschinen und Regional-Jets dezentrale Strecken in Europa. Die Flotte umfasst 68 Flugzeuge, 2000 Mitarbeiter sind bei Flybe beschäftigt. Doch das teure Kerosin, die Schwäche des britischen Pfunds sowie der harte Preiswettbewerb setzen der Gesellschaft zu. Gerade kleineren Fluggesellschaften macht das zu schaffen, denn sie können diese Kosten nicht auf eine breite Flotte verteilen.

    Luftverkehrsmarkt in Europa von Überkapazitäten gekennzeichnet

    Dass die britische Regierung entgegen der bisherigen Praxis bereit ist zu helfen, dürfte auch auf die Erfahrungen bei Monarch zurückzuführen sein. Die ebenfalls britische Fluggesellschaft meldete am 2. Oktober 2017 Insolvenz an und stellte am selben Tag den Betrieb ein. Zuvor soll eine Bitte auf Staatshilfe abgeschmettert worden sein. 110.000 Passagiere mussten zurückgeholt werden – finanziert durch den Steuerzahler.

    Welche Hilfe Flybe bekommen könnte, ist offen. Der TV-Sender Sky News spekuliert über eine Absenkung von Fluggastgebühren auf Inlandsflügen. Gleichzeitig müssten aber wohl auch die Flybe-Eigner frisches Geld geben, heißt es.

    Ob solche temporären Maßnahmen helfen, ist fraglich. Der Luftverkehrsmarkt in Europa ist von Überkapazitäten gekennzeichnet. Loizos Heracleous, Luftfahrtexperte an der Warwick Business School, erwartet deshalb weitere Airline-Pleiten. Es habe 2017 weltweit 79 Neugründungen im Luftverkehr gegeben, gleichzeitig seien 25 Airlines insolvent gegangen.

    „Die Rate des Scheiterns war in Europa sogar noch höher. 29 Fluggesellschaften gingen hier 2017 an den Start, 14 gingen pleite“, so Heracleous. Früher oder später dürfte die europäische Luftfahrtindustrie einen höheren Grad der Konsolidierung erreichen und die schwächsten Anbieter würden aussortiert oder übernommen, so der Experte.

    Mehr: Airbus ist bei den Auslieferungen an Boeing vorbeigezogen, weil der Rivale mit der Max-Krise zu kämpfen hat. Doch die könnte bald auch Airbus zu schaffen machen.

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