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Luftfahrt British-Airways-Mutter IAG verzichtet wegen des Coronavirus auf Gewinnprognose

Mit IAG ergreift ein weiteres Luftfahrtunternehmen nun Maßnahmen wegen Covid-19: Der Airline-Konzern will deutlich sparen – und vorerst keinen Ausblick wagen.
28.02.2020 Update: 28.02.2020 - 14:02 Uhr Kommentieren
Der Mutterkonzern IAG gibt wegen des Virus keine Prognose ab. Quelle: AP
British-Airways-Maschinen

Der Mutterkonzern IAG gibt wegen des Virus keine Prognose ab.

(Foto: AP)

London, Frankfurt IAG wagt wegen der Ausbreitung des Coronavirus keine Gewinnprognose für 2020. Wegen der anhaltenden Unsicherheit über die Auswirkungen und die Dauer der Epidemie sei ein belastbarer Ausblick derzeit nicht möglich, teilte der Mutterkonzern der Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am Freitag in London mit.

Durch den Ausbruch des Virus musste der Airline-Konzern bereits deutliche Einbußen hinnehmen. „Wir erleben derzeit Nachfrageschwäche auf asiatischen und europäischen Strecken und eine Abschwächung der Geschäftsreisen infolge der Absagen von Veranstaltungen und Einschränkungen für Geschäftsreisen“, sagte Konzernchef Willie Walsh. Seit Montag, als erste Fälle in Italien bekannt wurden, habe sich die Situation spürbar verschlimmert. Mit Einsparungen soll nun gegengesteuert werden. 

Die Nachrichten über das Coronavirus überschatten die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr, die IAG ebenfalls an diesem Freitag veröffentlichte. Im abgelaufenen Jahr steigerte IAG den Umsatz um fünf Prozent auf 25,5 Milliarden Euro, der Gewinn sank allerdings um mehr als 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, nachdem er 2018 durch einen Sondereffekt verzerrt worden war.

Das Jahr sei für IAG nicht schlecht gewesen, kommentierte Analyst William Ryder von der Londoner Gesellschaft Hargreaves Lansdown die Zahlen, schließlich habe auch der höhere Ölpreis belastet. 

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    Es war das letzte Mal, dass der langjährige Firmenchef Walsh die Ergebnisse präsentierte. Ende März wird der bisherige Iberia-Chef Luis Gallego den Posten an der Spitze der Airline-Holding übernehmen

    Spekulationen, die Gesellschaft könne durch Covid-19 in ernsthafte Bedrängnis kommen, erteilte Walsh eine Absage. IAG habe eine starke Bilanz und beträchtliche Liquidität, um der aktuellen Schwäche standzuhalten.

    In Asien hatte die Gesellschaft Flüge auf das chinesische Festland eingestellt, Ende Januar flog die vorerst letzte Maschine von British Airways nach Peking, die zuletzt täglich die Strecke bedient hatte. Und auch der Flugplan von und nach Italien wurde deutlich verändert.

    In den kommenden Tagen werde es weitere Anpassungen geben, kündigte Walsh an. Die nun nicht eingesetzten Maschinen würden zum Teil auf anderen Strecken fliegen, etwa nach Indien, Südafrika oder in die USA. 

    Airline-Branche unter Druck

    IAG gehört zu einer Reihe von Unternehmen, die nun auf das Coronavirus reagieren: Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister kündigte bereits am Dienstag im Gespräch mit dem Handelsblatt massive Maßnahmen an, um die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie einzudämmen. „Aktuell überprüfen wir zum Beispiel bei der Kernmarke Lufthansa alle geplanten Neubesetzungen von offenen Stellen. Möglicherweise müssen diese ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden“, erklärte der Manager, der im Konzernvorstand für alle Passagier-Gesellschaften der Gruppe zuständig ist. Zudem wolle man mit erweiterten Angeboten für unbezahlten Urlaub, Teilzeit und der Streichung von Projekten sparen. 

    Ursprünglich hatte Lufthansa mit bis zu 4000 Neueinstellungen geplant. Nun werden ab April geplante Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge nicht mehr durchgeführt. Kursteilnehmer, die derzeit einen solchen Lehrgang absolvieren, werden vorerst keinen Job mehr in der Lufthansa-Gruppe bekommen.

    Ziel bleibe es jedoch, den Teilnehmern langfristig einen Arbeitsvertrag anbieten zu können, heißt es bei der Airline. In der Verwaltung will die Kernmarke Lufthansa das Volumen von Projekten um zehn Prozent und das Budget bei den Sachkosten um 20 Prozent kürzen.

    Ähnliche Schritte unternimmt der Billigflieger Easyjet. Nach dem vermehrten Auftreten von Covid-19-Fällen in Norditalien habe man einen deutlichen Rückgang der Nachfrage an den norditalienischen Standorten festgestellt sowie eine abgeschwächte Nachfrage in anderen europäischen Märkten. „Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, einige Flüge zu streichen – insbesondere von und nach Italien“, teilte Easyjet am Freitag mit. Aussagen zu den Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse könne man noch nicht geben. 

    Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat wegen der Ausbreitung des Virus ebenfalls Sparmaßnahmen angekündigt. Dazu gehören ein Investitions- und Einstellungsstopp. Der Lufthansa-Partner, die US-Fluggesellschaft United Airlines, hat wiederum unter anderem mit Verweis auf das Coronavirus die bisherige Prognose für das laufende Jahr kassiert. Eine neue wurde noch nicht herausgegeben. 

    Flughafen-Betreiber ebenfalls betroffen

    Die Einschnitte bei den Fluggesellschaften sowie die nachlassende Nachfrage auf Seiten der Geschäftsreisenden spüren auch die Flughäfen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stellt deshalb größere Kostenpositionen auf den Prüfstand.

    Das Passagier- und Cargoaufkommen mit China und Asien sei bereits massiv eingebrochen, heißt es zur Begründung. Die Mitarbeiter können freiwillig unbezahlten Urlaub nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. Neueinstellungen benötigen eine Ausnahmegenehmigung. „Die Auswirkungen der Corona-Epidemie treffen uns in einer Phase, in der besondere der deutsche Luftverkehr ohnehin mit großen Herausforderungen kämpft“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte mit Verweis auf die für April beschlossene Erhöhung der Luftverkehrsabgabe.

    Mehr: Das Coronavirus versetzt die Börse in Panik – Was jetzt zu tun ist.

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