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Luftfahrt Deutsche Fluggesellschaft LGW meldet Insolvenz an

Die Airlines trifft die Coronakrise besonders hart. Der langjährige Eurowings-Partner LGW muss nun Insolvenz anmelden. Die Flugzeuge stehen am Boden.
22.04.2020 Update: 22.04.2020 - 14:51 Uhr Kommentieren
Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) flog lange im Auftrag von Eurowings. Quelle: dpa
LGW meldet Insolvenz an

Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) flog lange im Auftrag von Eurowings.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das Coronavirus hat ein erstes Opfer in der deutschen Luftfahrt gefordert. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), die zur Berliner Zeitfracht-Gruppe gehört, hat beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag mit.

„Wir bedauern sehr, dass wir durch die Corona-Pandemie zu diesem Schritt gezwungen wurden“, lässt sich Dominik Wiehage, Geschäftsführer der LGW und seit einigen Tagen auch Chef der Zeitfracht-Gruppe, in einer Erklärung zitieren.

Die LGW mit Hauptsitz in Düsseldorf beschäftigt aktuell 354 Personen, 294 davon sind sogenanntes fliegendes Personal. Das Unternehmen vermietet seine Flugzeuge – 15 Turboprops des Typs DeHavilland DHC-8 – seit längerem schon an die Lufthansa-Tochter Eurowings – mitsamt Crew. Im Fachjargon nennt sich das Wetlease. Da Lufthansa selbst nahezu alle Jets in der Gruppe wegen der Coronakrise parken muss, hat der Konzern mittlerweile auch sämtliche Wetlease-Verträge mit Partnern gekündigt.

„Nach Aufkündigung der Zusammenarbeit durch Eurowings haben wir uns intensiv um Beschäftigung für unsere LGW-Flugzeuge in ganz Europa bemüht und werden dies in der Eigenverwaltung auch weiterhin versuchen. Aufgrund des praktisch vollständigen Stillstands des Luftverkehrs waren diese Bemühungen bislang leider nicht erfolgreich“, beschreibt Wiehage die aktuelle Situation.

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    Da sich zudem nicht abschätzen lasse, ob die Firma öffentliche Mittel erhalten werde, um die Zeit bis zu einem Wiederaufleben des Luftverkehrs gerade auf den von der LGW bedienten Regionalrouten zu überbrücken, müsse man die rechtlich notwendige Konsequenz ziehen. „Es tut uns sehr leid für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LGW.“ Mit der Eigenverwaltung wolle man aber die Option offen halten, „bei einem Neustart des Luftverkehrs wieder mit dabei zu sein“.

    Eurowings als einziger Auftraggeber

    Das Aus von LGW hatte sich angedeutet. Wolfram Simon-Schröter, der mit der Gesellschafterin des Unternehmens, Jasmin Schröter, verheiratet ist und bis zur Übergabe des Postens an Wiehage CEO von Zeitfracht war, hatte gegenüber dem Handelsblatt bereits Ende März die ernste Lage bei der Airline beschrieben.

    „Die LGW ist in einer schwierigen Situation. Unsere Maschinen müssen am Boden stehen. Wir werden jetzt alle Optionen evaluieren müssen. Wir werden mit den Sozialpartnern darüber reden“, sagte er damals. Die Eurowings sei der einzige Auftraggeber für die LGW. „Sie ist ein sehr guter und fairer Kunde, aber jetzt ja ebenso wie ihre Muttergesellschaft, die Lufthansa, selbst von der Pandemie hart getroffen.“

    Zeitfracht ist ein Mischkonzern, der Logistik auf der Straße, in der Schifffahrt und mit dem Flugzeug anbietet. In der Luftfahrt gehört auch die WDL Aviation zu dem Familienunternehmen. Sie ist von der Insolvenz nicht betroffen, leidet allerdings auch unter der Krise. So hat die skandinavische Braathens den Wetlease-Vertrag gekündigt. Auch German Airways – unter dem Namen hat Zeitfracht vor kurzem die Aktivitäten von LGW und WDL gebündelt, ist nicht insolvent. Das gilt auch für Zeitfracht selbst.

    LGW blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bis zur Insolvenz von Air Berlin gehörte sie zu der einst zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Sie wurde dann von Lufthansa übernommen und der Eurowings zugeteilt. Die reichte die Airline schließlich weiter an Zeitfracht.

    Das Berliner Unternehmen hatte bis zur Coronakrise ehrgeizige Pläne mit LGW. So sollten die Turboprops ausgemustert und gegen Jets der A320-Familie getauscht werden. Nun ist erst einmal offen, wie es mit der Fluggesellschaft weiter geht. Zum vorläufigen Sachwalter wurde mittlerweile Rechtsanwalt Dirk Andres bestellt. Gleichzeitig tritt Rechtsanwalt Michael Wilbert in die Geschäftsführung ein, ein typisches Vorgehen bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung.

    Mehr: Zeitfracht will die Coronakrise alleine bewältigen

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