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Air-Berlin-Maschinen

Aufnahme des Rollfelds des Wiener Flughafens im Dezember 2017.

(Foto: Reuters)

Luftfahrt in Deutschland Billigflieger schließen Air-Berlin-Lücke

Im Herbst hatte das Aus von Air Berlin eine Lücke in den Luftverkehr gerissen – im März wird sie geschlossen sein. Das sind die Gründe.
01.02.2018 Update: 01.02.2018 - 14:35 Uhr 1 Kommentar

Frankfurt Die europäischen Fluggesellschaften nehmen Deutschland ins Visier. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Donnerstagvormittag in Berlin vorstellte. Danach haben etwa die Billig-Airlines wie Ryanair, Easyjet oder auch Eurowings ihr Sitzplatzangebot zwischen 2011 und 2017 um satte 187 Prozent ausgebaut. „Diese Entwicklung wird auch im laufenden Jahr voranschreiten“, ist Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL, überzeugt.

Nach der Pleite von Air Berlin im vergangenen August wächst die Hoffnung, dass sich die Angebotslücken bald wieder schließen. Zeitweise war durch die Insolvenz mehr als ein Fünftel der Flugkapazitäten in Deutschland ausgefallen.

Für die Fluggäste sind das gute Nachrichten. Nach der Pleite von Air Berlin und dem Betriebsende der Airline Ende Oktober vergangenen Jahres war das Sitzplatzangebot in Deutschland um 21 Prozent eingebrochen. Die Folgen waren ein Angebotsengpass und deutlich steigende Preise. Nach Berechnungen des BDL wird diese Lücke allerdings im März des laufenden Jahres schon zu 97 Prozent durch die Expansion anderer Airlines wieder geschlossen sein. Da viele Fluggesellschaften für die dann folgenden Monate bereits ein weiteres Kapazitätswachstum angekündigt haben, dürfte das Sitzplatzangebot im Laufe des Jahres über dem Niveau von 2017 liegen, als Air Berlin noch aktiv war. Günstige Preise dürften damit auf vielen Strecken vorerst gesichert sein. „Wir stellen fest, dass der Druck auf die Preise anhält“, so von Randow.

Diese Airlines haben die meisten Starts in Deutschland
Platz 10: SunExpress
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Das Joint Venture der Lufthansa mit Turkish Airlines belegt in der Abflugstatistik des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) vom September 2017 Platz zehn. 1490 Starts von deutschen Flughäfen konnte SunExpress in diesem Zeitraum verzeichnen.

(Foto: dpa)
Platz 9: Tuifly
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Die Tui-Tochter Tuifly landet mit 1559 Starts von deutschen Flughäfen auf Platz neun der aktuellen Statistik. Demnächst dürften es jedoch mehr werden: Der Ferienflieger hatte ein gutes Dutzend Maschinen an Air Berlin verchartert. Die kommen nach der Pleite der Airline zurück zu Tuifly. Statt attraktive Chartergebühren zu kassieren, muss Tuifly nun selbst für die Auslastung sorgen.

(Foto: dpa)
Platz 8: Niki
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Das Air-Berlin-Tochterunternehmen Niki soll von der Lufthansa übernommen werden. Im September hob Niki 2060 mal von deutschen Flughäfen ab.

(Foto: Reuters)
Platz 7: Condor
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Die Thomas-Cook-Tochter Condor verzeichnete im September noch 2147 Starts aus Deutschland.

(Foto: dpa)
Platz 6: Easyjet
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Easyjet übernimmt 25 Flugzeuge und Crews von Air Berlin für insgesamt 40 Millionen Euro – und damit auch lukrative Slots in Berlin-Tegel. Aus den 2499 Starts von deutschen Flughäfen im September dürften daher bald mehr werden.

(Foto: dpa)
Platz 5: Germanwings
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Die Flugzeuge von Germanwings starteten im September 4594 mal von Deutschland aus – Platz fünf im Abflug-Ranking.

(Foto: dpa)
Platz 4: Ryanair
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Europaweit ist Ryanair Marktführer, in Deutschland kam der irische Billigflieger im September dagegen nur auf 4992 Starts – das reicht nur für Platz vier.

(Foto: obs)

Der Boom hat allerdings Folgen. Da er stark von Airlines mit Firmensitz außerhalb von Deutschland getrieben wird, verlieren deutsche Fluggesellschaften im Heimatmarkt an Boden. Von 2011 bis 2017 sei ihr Marktanteil von 62 auf 55 Prozent gesunken, so von Randow. Gleichzeitig sei der von den ausländischen Fluggesellschaften von 38 auf 46 Prozent gestiegen. „Das liegt nicht nur, aber auch an den Rahmenbedingungen hier in Deutschland“, sagte der Hauptgeschäftsführer mit Blick auf Belastungen wie etwa die Luftverkehrssteuer.

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    Der deutsche Marktführer Lufthansa will den neuen Herausforderern dagegen die Stirn bieten. Am Donnerstag kündigte die Lufthansa-Tochter Eurowings an, den Flugverkehr an den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen kräftig auszubauen.

    Nutznießer ist insbesondere der Airport Düsseldorf, der bis vergangenen Sommer zu einem Drittel von Air Berlin belegt war – und der nach der Airline-Pleite zunächst um die eigene Bedeutung fürchten musste. Dort will Eurowings ab April drei zusätzliche Langstrecken-Jets stationieren, die vor allem Ziele in den USA und in der Karibik anfliegen. Ab dem Winterflugplan 2018/19 sollen vier weitere Großraum-Jets folgen, so dass die nordrhein-westfälische Hauptstadt pro Monat 140 Fernverbindungen erhält. Aktuell hat Eurowings dort lediglich einen Langstreckenflieger stationiert.

    „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagte ein Flughafensprecher, „dass die durch die Air-Berlin-Insolvenz entstandenen Lücken im Flugplan ab Düsseldorf bis zum Jahresende maßgeblich durch das Engagement der Eurowings und anderer Fluggesellschaften wieder geschlossen werden können.“

    Es fehlt an Infrastruktur
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    1 Kommentar zu "Luftfahrt in Deutschland: Billigflieger schließen Air-Berlin-Lücke"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "sind wir doch ernsthaft besorgt, dass deutsche Unternehmen das sechste Jahr in Folge nur unterproportional profitieren“
      Die EU macht es möglich - Lufthansa wird ausgebremst, Niki macht das Rennen:
      Der deutsche Steuerzahler verliert 200 Mio
      Die Beschäftigten müssen sich mit unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen zufrieden geben.

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