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Luftfahrt Lufthansa baut die Pilotenausbildung in der Coronakrise um

In der Coronakrise ist der Bedarf an Piloten bei der Airline drastisch gesunken. Die Lufthanse setzt für ihre Ausbildung nun auf ein neues Campus-Modell.
17.02.2021 Update: 17.02.2021 - 14:24 Uhr Kommentieren
Der Konzern beschäftigt angesichts des massiv eingebrochenen Luftverkehrs derzeit zu viel Personal im Cockpit. Quelle: Bloomberg
Lufthansa-Pilot in Frankfurt

Der Konzern beschäftigt angesichts des massiv eingebrochenen Luftverkehrs derzeit zu viel Personal im Cockpit.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Unter dem Kostendruck der Coronakrise baut die Lufthansa die Pilotenausbildung um. „In der größten Krise der weltweiten Luftfahrt müssen wir im Lufthansa-Konzern alles auf den Prüfstand stellen – so auch unser Jahrzehnte altes Ausbildungskonzept für unsere Pilotinnen und Piloten“, erklärte Lufthansa-COO Detlef Kayser am Mittwoch.

Mit dem neuen Campus-Modell werde die Ausbildung modernisiert und zugleich effizienter gestaltet. Die traditionelle Flugschule in Bremen soll demnach nicht geschlossen werden, wie angesichts des Ausbildungsabbruchs für einen Teil der Flugschüler im vergangenen Jahr spekuliert wurde. Doch soll an dem Standort künftig nur die theoretische Ausbildung angeboten werden. Die Praxis-Schulung werde in Rostock-Laage zusammengeführt.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kritisierte den Plan scharf. „Wir verurteilen das zutiefst. Das bedeutet einen Kahlschlag und einen Rückschritt in der Ausbildungsqualität der Pilotenausbildung“, sagte Philip Walker, Fluglehrer in Bremen und Mitglied der VC-Tarifkommission sowie der Personalvertretung.

Die Schließung des Flugausbildungsbetriebs in Bremen sei für Mitte 2022 geplant. Die Lufthansa versuche Kosten zu senken, indem etwa nur noch in Propellerflugzeugen in Rostock praktisch geschult werde statt in Jets. Unter dem Strich sei das keine Einsparung, weil die Airlines zum Berufseinstieg der Absolventen dann für Nachschulungen aufkommen müssten. Die Lufthansa bestreitet das.

Es sei außerdem zu befürchten, dass die Lufthansa sich künftig nicht mehr an den Ausbildungskosten beteiligen wolle. Bisher übernimmt die Airline demnach circa 50.000 der 130.000 Euro einer Pilotenausbildung. „Die Lufthansa strebt ein Selbstzahlermodell an“, sagte Walker. Das Unternehmen äußerte sich dazu nicht.

Der Lufthansa-Konzern beschäftigt angesichts des massiv eingebrochenen Luftverkehrs derzeit zu viel Personal im Cockpit. Für dieses Jahr rechnet die Airline-Gruppe im Durchschnitt allenfalls mit 50 Prozent des Flugvolumens, das es 2019 vor Ausbruch der Pandemie gab. Eine Erholung auf Vorkrisenniveau erwartet das Management erst Mitte des Jahrzehnts.

Mit dem massiv reduzierten Flugverkehr in der Pandemie sei der Einstellungsbedarf weggebrochen, erklärte die Lufthansa. Da es keine Perspektive auf einen Cockpitarbeitsplatz gebe, hätte Lufthansa Aviation Training allen Flugschülern im vergangenen Jahr angeboten, die Ausbildung „kostenneutral“ zu beenden oder in einer anderen Flugschule fortzuführen.

Nach Angaben der VC klagten rund 120 der insgesamt 300 betroffenen Schüler der Bremer Verkehrsfliegerschule dagegen beim Arbeitsgericht Frankfurt, um ihre Ausbildung beenden zu können. Größter Nachteil der Auslagerung an externe Flugschulen sei, dass die angehenden Flugzeuglenker nicht länger direkt bei der Lufthansa eingestellt werden würden und ein erneutes Auswahlverfahren bestehen müssten. Die Lufthansa erklärte, die Absolventen sollten künftig von den verschiedenen Airlines der Lufthansa-Gruppe rekrutiert werden - je nach Nachfragesituation. Wann die Ausbildung wieder aufgenommen werden soll, ließ die Lufthansa offen.

Mehr: Fluggesellschaften planen nach der Pandemie das Comeback der Ultralangstrecke

  • rtr
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